Bollore Aktie: Vivendi droht Milliardenstrafe wegen Lagardère
Veröffentlicht: 05.07.2026 um 11:39 Uhr, Redaktion boerse-global.de
Die Holdinggesellschaft Bollore SE startet unter massivem rechtlichem Druck in die neue Handelswoche. Die Europäische Kommission verschärft ihr Vorgehen gegen die Kernbeteiligung Vivendi deutlich. Im Zentrum steht der Vorwurf, Vivendi habe bei der Übernahme von Lagardère gegen EU-Fusionsregeln verstoßen.
Milliardenstrafe im Raum
Brüssel wirft Vivendi sogenanntes „Gun-jumping“ vor. Der Medienkonzern soll bereits Kontrolle über Lagardère ausgeübt haben, bevor die behördliche Genehmigung offiziell vorlag. Die rechtlichen Konsequenzen könnten die Bilanz schwer belasten.
Vivendi droht eine Strafe von bis zu zehn Prozent des weltweiten Jahresumsatzes. Da Bollore SE die Kontrolle über Vivendi hält, wirken sich solche finanziellen Belastungen unmittelbar auf die Bewertung der Muttergesellschaft aus.
Aktie technisch stark angeschlagen
Der Aktienkurs spiegelt die wachsende Verunsicherung wider. Am vergangenen Freitag rettete sich das Papier mit einem Plus von 0,78 Prozent auf 4,14 Euro ins Wochenende. Das täuscht jedoch kaum über die schwache Performance der letzten Wochen hinweg.
Innerhalb von 30 Tagen verlor die Aktie rund 25,7 Prozent an Wert. Der Kurs notiert damit nur noch knapp sechs Prozent über seinem Jahrestief von 3,91 Euro. Der Relative-Stärke-Index (RSI) liegt aktuell bei 28. Damit gilt der Titel technisch als überverkauft.
Widerstand auf lokaler Ebene
Neben den juristischen Hürden in Brüssel wächst der soziale Druck im Heimatmarkt Frankreich. Die Organisation „Bizi!“ demonstrierte jüngst am Bahnhof von Bayonne gegen die Geschäftspraktiken des Konzerns.
Die Aktivisten kritisieren die marktbeherrschende Stellung der Marke Relay im Zeitschriften- und Buchhandel der französischen Staatsbahn. Relay gehört über Lagardère zum Bollore-Imperium. Per Petition fordern die Kritiker nun mehr Neutralität im Medienvertrieb an Verkehrsknotenpunkten.
Der Fokus der Marktteilnehmer liegt in den kommenden Tagen primär auf weiteren Signalen aus der EU-Kommission. Operative Neuigkeiten folgen erst im September 2026. Dann legt Bollore die Ergebnisse für das erste Halbjahr vor.
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