Boston Scientific Aktie: Zahlen am 29. Juli
Veröffentlicht am: 23.07.2026 um 03:13 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Vor der Veröffentlichung der Finanzergebnisse für das zweite Quartal 2026 steht Boston Scientific im Fokus der Anleger. Während das Unternehmen operativ zuletzt positive Signale sendete, steht die Aktie an der Börse unter erheblichem Druck. Seit Jahresanfang verzeichnete der Wert einen Rückgang von 53,73 %. Aktuell notiert das Papier mit 37,66 € nur noch rund 2,02 % über seinem 52-Wochen-Tief, was die anstehenden Zahlen am kommenden Mittwoch zu einem entscheidenden Termin für die kurzfristige Trendwende macht.
Erwartungen für das zweite Quartal
Am 29. Juli wird Boston Scientific die Bilanz für das abgelaufene Jahresviertel vorlegen. Analysten prognostizieren im Konsens einen Gewinn pro Aktie (EPS) in einer Spanne von 0,83 bis 0,84 US-Dollar. Beim Umsatz wird ein Wert zwischen 5,37 Milliarden und 5,42 Milliarden US-Dollar erwartet. Damit müsste das Unternehmen an die Dynamik des ersten Quartals 2026 anknüpfen. In diesem Zeitraum übertraf Boston Scientific mit einem EPS von 0,80 US-Dollar die Markterwartungen leicht und steigerte den Umsatz im Vergleich zum Vorjahr um 11,6 % auf 5,20 Milliarden US-Dollar.
Trotz dieser operativen Zuwächse zeigten sich einige Analysehäuser zuletzt vorsichtiger. So stufte Wolfe Research den Titel von „Outperform“ auf „Peer Perform“ herab, während Wells Fargo die Einstufung von „Overweight“ auf „Equal-Weight“ anpasste. Demgegenüber steht ein durchschnittliches Kursziel der Analysten von rund 79,84 US-Dollar, was signifikantes Erholungspotenzial implizieren würde, sofern die kommenden Daten die Wachstumserwartungen bestätigen.
Großinvestoren nutzen das Kursniveau
Auffällig ist die Aktivität institutioneller Anleger und Insider im ersten Halbjahr 2026. Mehrere große Fonds haben ihre Positionen bei Boston Scientific deutlich ausgebaut. Temasek Holdings erhöhte seine Beteiligung im ersten Quartal um 15,3 % und hält nun rund 2,4 Millionen Aktien. ABN Amro Investment Solutions steigerte seinen Anteil im selben Zeitraum um 30,2 %, während Andra AP fonden die Position sogar um 144,4 % aufstockte. Insgesamt befinden sich rund 89 % der Aktien in der Hand institutioneller Investoren.
Parallel zu den institutionellen Käufen griffen auch Führungskräfte des Unternehmens selbst zu. In den vergangenen Monaten wurden Insiderkäufe im Umfang von 9.800 Aktien gemeldet. Unter anderem erwarben die Board-Mitglieder Edward Ludwig, Cheryl Pegus und David Habiger im Mai weitere Anteile zu Preisen zwischen 55,92 und 56,68 US-Dollar. Diese Käufe fielen zeitlich mit der Autorisierung eines neuen Aktienrückkaufprogramms durch das Board of Directors zusammen, das ein Volumen von bis zu 5 Milliarden US-Dollar umfasst.
Bewertung und operative Risiken
Medienberichten zufolge wird die Aktie von Boston Scientific auf dem aktuellen Niveau fundamental als unterbewertet eingestuft. Mit einem Kurs-Gewinn-Verhältnis (KGV) von etwa 18,0 notiert der Titel unter dem Branchendurchschnitt von fast 27,0. Marktbeobachter sehen das faire KGV für das Unternehmen eher im Bereich von 30,0.
Allerdings gibt es auch Belastungsfaktoren, die die Stimmung der Marktteilnehmer dämpfen. Ein Risiko stellen jüngste Rückrufe der Kategorie „Class II“ im Bereich steriler Verpackungen dar. Solche regulatorischen Hürden und Qualitätskontrollen werden am Markt aufmerksam verfolgt, da sie die operativen Margen beeinflussen können. Dennoch bleibt die langfristige Prognose für das Gewinnwachstum mit einer erwarteten jährlichen Steigerungsrate von fast 11 % über die nächsten drei Jahre positiv besetzt. Ob die Quartalszahlen am Mittwoch ausreichen, um den Abwärtstrend der letzten Monate nachhaltig zu stoppen, bleibt die zentrale Frage für die kommende Handelswoche.
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