Branchenverein warnt vor Ausbremsen erneuerbarer Energien
Veröffentlicht am: 20.08.2026 um 06:13 Uhr | dpa, AD HOC NEWS"Wir fordern die teilnehmenden Regierungschefs auf, gemeinsam auf die Bundesregierung einzuwirken und die geplanten Regelungen so nachzubessern, dass der Ausbau der erneuerbaren Energien nicht ausgebremst wird", sagte Robert Vogt, Vorstand des WindEnergy Network (WEN).
Die Wirtschaft der erneuerbaren Energien ist dem Verein zufolge fĂŒr Bremen, Hamburg, Mecklenburg-Vorpommern, Niedersachsen und Schleswig-Holstein von herausragender Bedeutung. Da jeder zweite Job der bundesweit 436.000 BeschĂ€ftigten in der Branche unmittelbar an die Höhe der Investitionen gekoppelt sei, hĂ€tten die aktuellen Novellen das Potenzial, den Windenergieausbau bundesweit auszubremsen.
Der Verein sieht unter anderem kritisch, dass EntschĂ€digungszahlungen fĂŒr Betreiber von Windkraftanlagen in bestimmten Gebieten entfallen sollen, die sie bislang erhalten, wenn ihre Anlagen abgeregelt werden. Diese Eingriffe werden Redispatch genannt und sollen NetzengpĂ€sse verhindern, wenn der Strom nicht mehr aufgenommen werden kann. Die EntschĂ€digungen kosten jedes Jahr Milliarden.
WEN: Netzausbau, statt Wegfall von EntschÀdigungen
WEN fordert zumindest einen weniger strengen Richtwert, um weniger Anlagen von diesen EntschĂ€digungszahlungen auszuschlieĂen, sieht den Wegfall solcher EntschĂ€digungen aber grundsĂ€tzlich kritisch und warnt vor Investitionsunsicherheiten. Ein stĂ€rker Netzausbau und die Ermöglichung direkter Abnahme des Stroms sollten aus Branchensicht zu einer besseren Energienutzung fĂŒhren.
Zudem drĂ€ngt das WEN auf einen zĂŒgigen Ausbau der Verteilnetze. Die norddeutschen LĂ€nder sollten sich bis spĂ€testens Ende des Jahres fĂŒr ein Verteilnetzpaket aussprechen, wie es der Koalitionsausschuss im Juli beschlossen habe. "Die Modernisierung und Digitalisierung der Verteilnetze muss Hand in Hand mit einem beschleunigten Verteilnetzausbau gehen, um den Wirtschaftsstandort Deutschland nicht zu gefĂ€hrden", teilte der Verein aus Mecklenburg-Vorpommern mit, zu dem nach eigenen Angaben mehr als 90 Mitgliedsunternehmen gehören.
Die Regierungschefs der fĂŒnf norddeutschen BundeslĂ€nder Bremen, Hamburg, Niedersachsen, Schleswig-Holstein und Mecklenburg-Vorpommern kommen am Donnerstag unter dem Vorsitz von Mecklenburg-Vorpommerns MinisterprĂ€sidentin Manuel Schwesig (SPD) zusammen. Bei der turnusmĂ€Ăigen Jahreskonferenz stehen die Themen Wirtschaft, HĂ€fen und Energie auf der Tagesordnung.
