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British American Tobacco Aktie: Charlotte’s Web stimmt mit 94% zu

01.06.2026 - 16:51:44 | boerse-global.de

British American Tobacco wandelt Anleihe bei Charlotte's Web in Aktien um und baut CBD-Anteil aus. Morgen folgt der Handelsbericht zum ersten Halbjahr.

British American Tobacco Aktie: Charlotte’s Web stimmt mit 94% zu - Bild: über boerse-global.de
British American Tobacco Aktie: Charlotte’s Web stimmt mit 94% zu - Bild: über boerse-global.de

British American Tobacco geht mit zwei offenen Baustellen in den Juni. Der Konzern baut seinen Zugriff auf den CBD-Anbieter Charlotte’s Web deutlich aus, während morgen der Pre-Close-Bericht zum ersten Halbjahr ansteht. Genau dort dürfte sich zeigen, wie belastbar die Wachstumsziele trotz Druck bei Tabakvolumen und Duty-free-Geschäft noch sind.

Die Aktie notiert aktuell bei 53,20 Euro und liegt heute 1,03 Prozent im Plus. Über sieben Tage steht allerdings ein Minus von 5,67 Prozent zu Buche — nach der starken Erholung ist die Erwartungshürde gestiegen.

BAT greift bei Charlotte’s Web zu

BAT hat über seine Tochter BT DE Investments eine Wandelanleihe bei Charlotte’s Web in Aktien gewandelt. Die Transaktion wurde am 28. Mai 2026 abgeschlossen; der Nennbetrag lag bei 75,3 Millionen kanadischen Dollar, der Wandlungspreis bei 0,94 kanadischen Dollar je Aktie.

Eingeschlossen waren auch aufgelaufene Zinsen. Aus der Wandlung entstand ein Gesamtbetrag von 89,6 Millionen kanadischen Dollar, wofür Charlotte’s Web 95.281.277 neue Stammaktien ausgab. BAT hält nach der Transaktion rund 40,6 Prozent des Unternehmens.

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Parallel dazu zeichnete BAT eine nicht vermittelte Privatplatzierung. Charlotte’s Web erhielt daraus brutto 10 Millionen US-Dollar, wofür 14.662.765 weitere Aktien ausgegeben wurden. Der Preis entsprach dem Wandlungspreis.

Die Aktionäre von Charlotte’s Web stützten den Deal klar. Auf der Hauptversammlung wurden die Anpassung der Wandelanleihe, die Wandlung und die zusätzliche Kapitalbeteiligung mit 94 Prozent der abgegebenen Stimmen genehmigt. Die finale Zustimmung der Börse in Toronto steht noch aus.

Für Charlotte’s Web bringt der Schritt kurzfristig Liquidität. Das Unternehmen will damit den medizinischen Vertrieb ausbauen und am CMMI-Programm teilnehmen, sofern die nötigen regulatorischen Freigaben kommen. Für BAT ist es ein weiterer Baustein im Geschäft jenseits klassischer Zigaretten.

Morgen zählt die Prognose

Am Dienstag veröffentlicht BAT seinen Trading Update vor Abschluss des ersten Halbjahres. Die Mitteilung ist für 7:00 Uhr britischer Zeit geplant, die Telefonkonferenz mit CEO Tadeu Marroco, Interims-CFO Javed Iqbal und Investor-Relations-Chefin Victoria Buxton folgt um 8:30 Uhr.

Der Konzern war mit vorsichtigen Erwartungen ins Jahr gegangen. Beim Umsatz peilt BAT das untere Ende der mittelfristigen Spanne von 3 bis 5 Prozent an. Beim bereinigten operativen Gewinn liegt der Zielkorridor bei 4 bis 6 Prozent.

Der Knackpunkt ist die operative Dynamik. Das Duty-free-Geschäft und die Tabakvolumen stehen unter Druck, während die Stabilisierung in Asien-Pazifik, Nahost und Afrika Zeit kostet. Hinzu kommen Ausgaben für neue Premiumprodukte, die kurzfristig auf die Marge drücken können.

Der Aktienkurs spiegelt bereits viel Vertrauen wider. Seit Jahresbeginn liegt BAT 10,49 Prozent im Plus, auf Sicht von zwölf Monaten beträgt der Zuwachs 34,34 Prozent. Vom jüngsten 52-Wochen-Hoch bei 57,18 Euro ist der Kurs nur rund sieben Prozent entfernt.

Regulierung bleibt der Gegenwind

In Großbritannien hat das Parlament am 22. April ein verschärftes Tobacco and Vapes Bill verabschiedet. Für Menschen, die am oder nach dem 1. Januar 2009 geboren wurden, soll das gesetzliche Kaufalter für Tabak jedes Jahr um ein Jahr steigen.

Das Paket betrifft auch Vapes, Nikotinprodukte, Werbung, Warenpräsentation, Gratisverteilung und Rabatte. Die königliche Zustimmung steht noch aus, der politische Kurs ist aber klar: Der Markt für klassische Tabakprodukte soll strukturell kleiner werden.

BAT kann dem mit Preiserhöhungen, Aktienrückkäufen und Nikotinbeuteln begegnen. Der Druck verschwindet dadurch nicht. Einschränkungen beim Vape-Marketing könnten den Übergang in neue Kategorien bremsen, obwohl genau dort die künftige Ertragsbasis entstehen soll.

Analysten sind gespalten

Das Analystenbild bleibt konstruktiv, aber nicht einheitlich. Der Konsens liegt bei „Moderate Buy“, getragen von 8 Kaufempfehlungen, 2 Halteurteilen und 1 Verkaufsvotum.

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Morgan Stanley wurde Ende April deutlich optimistischer. Die Bank stufte BAT gleich doppelt von „Underweight“ auf „Overweight“ hoch und erhöhte das Kursziel von 3.050 auf 4.900 Pence. Als Argumente nannte sie defensive Qualitäten, starke Cashflows und bessere unternehmensspezifische Fundamentaldaten.

Goldman Sachs sieht weniger Spielraum. Analyst Richard Felton blieb bei „Neutral“ und senkte das Zwölfmonatsziel von 5.200 auf 4.550 Pence. Das passt zu einer vorsichtigeren Sicht nach der Erholung der Aktie.

Rauchfrei wird zur Messlatte

Der langfristige PrĂĽfstein bleibt der Wandel zu rauchfreien Produkten. BAT will bis 2030 rund 50 Millionen erwachsene Konsumenten mit Marken wie Vuse, glo und Velo erreichen. Ende 2025 waren es bereits mehr als 31 Millionen.

Bis 2035 sollen rauchfreie Produkte die Hälfte des Konzernumsatzes liefern. Das ist ambitioniert, denn der alte Gewinnpool aus klassischen Tabakprodukten schrumpft regulatorisch und strukturell weiter.

Im ersten Quartal 2026 wuchs der Umsatz mit nicht brennbaren Produkten um 17 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Der morgige Pre-Close-Bericht liefert nun den nächsten konkreten Gradmesser: Hält dieses Wachstum an und bestätigt BAT die Ziele am unteren Ende, bleibt die Transformationsstory intakt. Wackelt die Prognose, dürfte der Markt die jüngste Kursstärke deutlich kritischer bewerten.

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