Broadcom Aktie: 143 Prozent KI-Wachstum reicht nicht
08.06.2026 - 00:32:36 | boerse-global.de
Freitag war kein guter Tag fĂŒr Halbleiteraktien. Der gesamte Sektor verlor ĂŒber eine Billion Dollar Marktwert â ausgelöst durch eine Welle der ErnĂŒchterung, die sich an Broadcoms jĂŒngstem Quartalsbericht entzĂŒndete. Die Aktie selbst fiel um 6,61 Prozent auf 336,75 Euro und liegt damit 21,6 Prozent unter dem Rekordhoch von Anfang Juni.
Die Mischung aus StÀrke und EnttÀuschung
Die Lage ist paradox. Broadcoms Zahlen fĂŒr das zweite Quartal waren beeindruckend: Der Umsatz stieg um 48 Prozent auf 22,2 Milliarden Dollar, die KI-Sparte allein legte um 143 Prozent auf 10,8 Milliarden Dollar zu. FĂŒr das laufende Quartal stellt das Management ein Umsatzwachstum von 84 Prozent in Aussicht.
Doch die Botschaft der MĂ€rkte ist klar: Das reicht nicht. HĂ€ndler hatten sich offenbar auf noch höhere Zahlen eingestellt, insbesondere im Bereich der kundenspezifischen KI-Chips. Der Abverkauf traf die gesamte Branche â Nvidia, AMD und Marvell verloren zweistellig. Der PHLX-Chipindex fiel an zwei Tagen um mehr als zehn Prozent.
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Analysten bleiben zuversichtlich
Die Reaktion der Analysten fĂ€llt gemischt aus. KeyBanc hob das Kursziel von 500 auf 575 Dollar und blieb bei "Overweight". Das Haus lobte den Ausblick fĂŒr das dritte Quartal, angetrieben durch Infrastruktursoftware. Das KI-Umsatzziel von 56 Milliarden Dollar fĂŒr das laufende Fiskaljahr und die Marke von ĂŒber 100 Milliarden Dollar fĂŒr 2027 bleiben bestehen.
Allerdings gibt es einen Haken: Der mit zehn Gigawatt geplante Ausbau soll erst in der zweiten JahreshÀlfte 2027 anlaufen. Hinzu kommen EngpÀsse in den Lieferketten und bei der Stromversorgung. Das dÀmpft die kurzfristigen Erwartungen.
Was nÀchste Woche zÀhlt
Die kommenden Tage stehen ganz im Zeichen der Makrodaten. Am Mittwoch veröffentlicht das US-Arbeitsministerium die Mai-Verbraucherpreise, am Donnerstag folgen die Erzeugerpreise. Entscheidend ist, ob die Inflationszahlen die Zinssenkungserwartungen stĂŒtzen oder dĂ€mpfen. Die nĂ€chste Fed-Sitzung ist bereits fĂŒr den 16./17. Juni angesetzt.
Technisch notiert die Aktie knapp unter ihrem 50-Tage-Durchschnitt von 340,86 Euro, aber deutlich ĂŒber den lĂ€ngerfristigen UnterstĂŒtzungen bei 311 und 306 Euro. Der RSI von 41 signalisiert eine abgekĂŒhlte, aber nicht ĂŒberverkaufte Lage. Sollten die Inflationsdaten nĂ€chste Woche entlastend wirken, dĂŒrften sich Investoren wieder auf Broadcoms starken KI-Ausblick konzentrieren. Bleiben die Preisdaten hoch, wird die 50-Tage-Linie zum entscheidenden PrĂŒfstein.
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