Broadcom, Aktie

Broadcom Aktie: KI-Chip-Umsatz springt 200 Prozent

Veröffentlicht: 10.07.2026 um 19:35 Uhr, Redaktion boerse-global.de

Trotz VerlÀngerung des Chip-Vertrags mit Apple bis 2031 stuft die Erste Group Broadcom herab. Die Wall Street bleibt mehrheitlich optimistisch.

Broadcom Aktie: Analystenstreit nach milliardenschwerem Apple-Deal
Abstrakte Darstellung der Halbleiterindustrie mit leuchtenden Schaltkreismustern in Blau und Lila, die Wachstum und Innovation symbolisieren. Illustration mit AI erstellt ĂŒbermittelt durch boerse-global.de

Ein Analyst sorgt fĂŒr Kontrapunkt, wĂ€hrend der Rest der Wall Street feiert: Kurz nachdem Broadcom einen milliardenschweren Chip-Deal mit Apple bis 2031 verlĂ€ngert hat, stuft die Erste Group das Papier von Kaufen auf Halten zurĂŒck. Analyst Hans Engel begrĂŒndet den Schritt damit, dass die jĂŒngste Rallye das AufwĂ€rtspotenzial bereits eingepreist habe. Andere HĂ€user sehen das deutlich optimistischer.

Im europĂ€ischen Handel notiert die Broadcom-Aktie aktuell bei 349,70 Euro und gibt damit 0,36 Prozent nach, nach einem Schlusskurs von 350,95 Euro am Donnerstag. Auf Sicht von sieben Tagen steht dennoch ein Plus von 7,29 Prozent zu Buche, ĂŒber 30 Tage sind es 8,54 Prozent. Seit Jahresbeginn hat die Aktie 17,88 Prozent zugelegt, binnen zwölf Monaten sogar 48,49 Prozent. Vom 52-Wochen-Hoch bei 429,60 Euro, erreicht am 3. Juni 2026, ist das Papier noch 18,60 Prozent entfernt, wĂ€hrend der Abstand zum 52-Wochen-Tief von 234,75 Euro aus dem Juli 2025 knapp 49 Prozent betrĂ€gt. Der Titel bewegt sich mit 350,74 Euro nahezu exakt auf seinem 50-Tage-Durchschnitt, liegt aber fast zwölf Prozent ĂŒber der 200-Tage-Linie von 312,68 Euro. Die annualisierte 30-Tage-VolatilitĂ€t von 63,05 Prozent unterstreicht, wie nervös der Markt das Papier weiterhin handelt.

Apple bindet Broadcom bis 2031

Auslöser der jĂŒngsten Kursbewegung ist die VerlĂ€ngerung der Chip-Partnerschaft zwischen Apple und Broadcom bis 2031, ein Vertrag mit einem Volumen von ĂŒber 30 Milliarden US-Dollar. Broadcom liefert kĂŒnftig weiterhin RF-Chips, Networking-Module und kundenspezifische ASICs fĂŒr Apple-Produkte, zusĂ€tzlich sollen Custom-Chips ab 2027 auch in KI-Servern zum Einsatz kommen. Apple erwartet aus der Partnerschaft mehr als 15 Milliarden in den USA gefertigte Chips, Broadcom investiert im Gegenzug 1,5 Milliarden US-Dollar in den Ausbau seines Werks in Fort Collins, Colorado. Der Deal ist Teil von Apples geplanten 600 Milliarden US-Dollar schweren Investitionen in die USA. Zwar entwickelt Apple mit den Chips C1, C1X und N1 zunehmend eigene Modem- und Funklösungen, bleibt laut den Berichten aber weiterhin auf Broadcom als Lieferanten angewiesen. Die Lieferungen an Apple machen rund 20 Prozent von Broadcoms Jahresumsatz aus. In der US-Handelssession reagierte die Aktie am 8. Juli mit einem Plus von 4,83 Prozent auf 388,69 US-Dollar, andere Berichte nennen einen Anstieg von bis zu 6 Prozent im Umfeld der Nachricht, begleitet von Kursgewinnen bei Chip-Konkurrenten wie AMD und Intel.

Wall Street bleibt mehrheitlich bullish

Trotz der Herabstufung durch die Erste Group ĂŒberwiegen bei anderen HĂ€usern positive EinschĂ€tzungen. Evercore ISI fĂŒhrt die Aktie mit Outperform und einem Kursziel von 582 US-Dollar, JPMorgan stuft sie mit Overweight und 580 US-Dollar ein, Bernstein sieht sie bei Buy mit einem Ziel von 550 US-Dollar. Auch Bank of America und Deutsche Bank zĂ€hlen zu den Optimisten mit Kurszielen von 530 beziehungsweise 515 US-Dollar. Die Bewertung bleibt dabei ambitioniert: Das nachlaufende Kurs-Gewinn-VerhĂ€ltnis liegt je nach Quelle zwischen 60 und knapp 67, wĂ€hrend das fĂŒr die Zukunft geschĂ€tzte Kurs-Gewinn-VerhĂ€ltnis mit rund 19 deutlich niedriger ausfĂ€llt, was auf erwartetes starkes Gewinnwachstum hindeutet. Der nĂ€chste Quartalsbericht wird fĂŒr den 3. September 2026 erwartet.

GeschĂ€ftszahlen stĂŒtzen die Story

Untermauert wird der Optimismus durch die jĂŒngsten GeschĂ€ftszahlen. Im zweiten Quartal des GeschĂ€ftsjahres 2026 erzielte Broadcom einen Rekordumsatz von 22,2 Milliarden US-Dollar, ein Plus von rund 48 Prozent gegenĂŒber dem Vorjahr, bei einem Gewinn je Aktie von 2,44 US-Dollar. Der Umsatz mit KI-Chips summierte sich auf 10,8 Milliarden US-Dollar. FĂŒr das dritte Quartal stellt das Unternehmen einen Umsatz von etwa 29,4 Milliarden US-Dollar in Aussicht, ein erwarteter Sprung von 84 Prozent, getrieben von einem prognostizierten KI-Chip-Umsatz von 16 Milliarden US-Dollar, was einem Plus von rund 200 Prozent entsprĂ€che. Wichtig fĂŒr die Diversifikation: Nicht-KI-Halbleiter und Infrastruktur-Software machten zuletzt mehr als die HĂ€lfte des Konzernumsatzes aus. ZusĂ€tzlich rĂŒckte in dieser Woche der gemeinsam mit OpenAI entwickelte Custom-Intelligence-Prozessor „Jalapeño" in den Fokus, ein weiteres Signal dafĂŒr, dass Broadcom seine Position im Custom-Silicon-GeschĂ€ft fĂŒr KI-Kunden wie OpenAI, Meta, Google und Anthropic ausbaut.

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