Broadcom Inc., US11135F1012

Broadcom Trident 4-X von Broadcom Inc. - Netzwerkswitch-Chip zielt auf energieeffiziente Rechenzentren

Veröffentlicht am: 09.07.2026 um 14:20 Uhr | Redaktionelle Verantwortung: Rafael MĂŒller, Chefredakteur AD HOC NEWS

Broadcom Trident 4-X bietet bis zu 25,6 Tb/s Switching-KapazitÀt und adressiert damit moderne Cloud- und Enterprise-Rechenzentren. Wer Broadcom Inc. Aktien (ISIN US11135F1012) hÀlt, sollte dieses Produkt kennen.

Broadcom Inc., US11135F1012, Illustration mit AI erstellt.
Broadcom Inc., US11135F1012, Illustration mit AI erstellt.

Broadcom Trident 4-X liegt als matt schimmernder Chip auf der HandflĂ€che eines Netzwerkingenieurs, kaum grĂ¶ĂŸer als eine MĂŒnze, aber vollgepackt mit SerDes-Lanes und Tabellen fĂŒr Millionen von Flows. In einem lauten Rack-Raum klickt Sarah Walker, Produktmanagerin bei Broadcom, eine Front-Blade in ein 1U-Switch-Chassis und erklĂ€rt, wie dieser Baustein die Paketströme eines ganzen Rechenzentrums sortiert.

Trident-4-Familie im Überblick

Mit der Trident-4-Serie adressiert Broadcom programmierbare Ethernet-Switches fĂŒr Cloud- und Enterprise-Netze auf Basis der 7-nm-Fertigung. Die Bausteine sind fĂŒr Top-of-Rack- und Leaf-Switches in großen Rechenzentren ausgelegt und bieten laut Datenblatt bis zu 25,6 Tb/s Switching-KapazitĂ€t bei Trident 4-X.

WĂ€hrend der ursprĂŒngliche Trident 4 den Fokus auf Hyperscaler legt, positioniert Broadcom Trident 4-X als Variante fĂŒr Enterprise- und Carrier-Netze, die flexible QoS-Modelle und tiefgehende Telemetrie benötigen. Die Chips unterstĂŒtzen bis zu 400G-Ports und bieten erweiterte Segment-Routing- und MPLS-Funktionen, ohne externe Network-Processor ergĂ€nzen zu mĂŒssen.

Architektur und Funktionsumfang

Im Inneren setzt Broadcom Trident 4-X auf eine skalierbare Pipeline mit P4-inspirierter Programmierbarkeit, allerdings in einem fest definierten Architekturraster, das die Integration in klassische Ethernet-Switch-Betriebssysteme erleichtert. Neben Layer-2- und Layer-3-Forwarding beherrscht der Chip umfangreiche VXLAN-, Geneve- und GRE-Tunnel, was insbesondere fĂŒr Multi-Tenant-Cloud-Umgebungen relevant ist.

Die Switching-ASICs unterstĂŒtzen laut Broadcom bis zu mehrere Millionen Routing- und Tunnel-EintrĂ€ge im On-Chip-Speicher, sodass Campus- und Metro-Netzbetreiber ihre Control-Plane-Last reduzieren können. Gleichzeitig richtet sich der Fokus auf deterministische Latenzprofile, damit Echtzeitanwendungen wie Trading-Plattformen oder latenzkritische Datenbankreplikation profitieren.

Energieeffizienz und Segmentierung

Broadcom hebt bei Trident 4-X den reduzierten Energieverbrauch pro Gb/s hervor, der im Vergleich zu frĂŒheren Generationen deutlich niedriger ausfallen soll. In dichten 1U- oder 2U-Switch-Designs kann das den Unterschied zwischen einer zusĂ€tzlichen Linecard oder einem thermisch stillen Slot ausmachen, wie Sarah Walker betont, wĂ€hrend sie auf die Temperaturanzeige eines laufenden Systems zeigt.

FĂŒr Betreiber von Colocation-Rechenzentren spielt das eine direkte Rolle in den Betriebskosten, da Strom- und KĂŒhlbudgets streng limitiert sind. Durch die Kombination aus hoher Portdichte, 400G-UnterstĂŒtzung und erweiterter Telemetrie sehen viele Switch-OEMs hier eine Möglichkeit, sowohl Core- als auch Aggregationslayer zu konsolidieren.

Einsatzszenarien in der Praxis

Typische Einsatzorte von Broadcom Trident 4-X sind Leaf-Switches in Spine-Leaf-Architekturen, Campus-Core-Switches mit 100G- zu 400G-Uplinks und Carrier-Ethernet-Plattformen. OEMs integrieren die ASICs in White-Box- und Markenswitches, die dann mit Netzbetriebssystemen wie SONiC oder proprietÀren OS-Varianten ausgeliefert werden.

FĂŒr Enterprise-Kunden eröffnet das die Möglichkeit, stufenweise von 25G- auf 100G- oder 400G-Anbindungen zu migrieren, ohne die bestehende Fabric neu zu planen. Gleichzeitig erlaubt die hohe Flow-KapazitĂ€t von Trident 4-X die EinfĂŒhrung granularer Mikrosegmentierung, die Sicherheitszonen bis auf Workload-Ebene durchsetzt.

Marktumfeld und Wettbewerber

Im Markt trifft Broadcom Trident 4-X auf Konkurrenzprodukte wie die Tomahawk-Serie aus dem eigenen Haus, die stĂ€rker auf Hyperscaler fokussiert ist, sowie alternative ASICs von Herstellern wie Marvell oder Intel. WĂ€hrend Tomahawk vor allem rohe Durchsatzwerte adressiert, liegt bei Trident der Schwerpunkt auf programmierbarer Pipeline und Service-Funktionen, die fĂŒr Carrier und Enterprises entscheidend sind.

Analysten sehen die Trident-4-Familie daher als Baustein fĂŒr Broadcoms breiten Ansatz im Switching-GeschĂ€ft, der mehrere Marktsegmente abdeckt. Das Unternehmen berichtet regelmĂ€ĂŸig ĂŒber Design-Wins bei Switch-Herstellern und Systemintegratoren, die auf diese ASICs setzen, um ihre Roadmaps fĂŒr 400G- und 800G-Netze zu unterlegen.

Kontext und Broadcom Aktie

FĂŒr Broadcom spielt das Netzwerkswitch-GeschĂ€ft eine zentrale Rolle im Segment Semiconductor Solutions, dessen UmsĂ€tze wiederum stark von Cloud-, Telco- und Enterprise-Investitionen in Rechenzentrumsinfrastruktur abhĂ€ngen. Die Broadcom Aktie (ISIN US11135F1012) wird an der Nasdaq in US-Dollar gehandelt.

Kerndaten zu Broadcom Trident 4-X

  • Produkt: Broadcom Trident 4-X
  • Hersteller: Broadcom Inc.
  • Kategorie: Software/Service/Abo
  • MarkteinfĂŒhrung: nicht veröffentlicht
  • UVP / Preis: nicht veröffentlicht
  • VerfĂŒgbarkeit: ĂŒber Switch-OEMs und Systemintegratoren
  • Zielgruppe: Cloud-, Enterprise- und Carrier-Netzbetreiber
  • Besonderheit / USP: hohe Switching-KapazitĂ€t bis 25,6 Tb/s und energieoptimiertes Design fĂŒr dichte Rechenzentrums-Switches

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