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Deutschland will Minenjagdboote und LuftaufklÀrung anbieten

16.04.2026 - 16:46:52 | dpa.de

Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) will bei den Beratungen ĂŒber eine mögliche MilitĂ€rmission zur Sicherung der Straße von Hormus am Freitag in Paris ein konkretes Angebot fĂŒr eine deutsche Beteiligung machen.

So soll die Bundeswehr fĂŒr eine solche Mission nach einem Ende der Kampfhandlungen Minenjagdboote, ein Begleitschiff und LuftaufklĂ€rung bereitstellen, wenn bestimmte Bedingungen erfĂŒllt sind, wie die Deutsche Presse-Agentur aus Regierungskreisen erfuhr.

Bundeswehr verfĂŒgt ĂŒber acht Minenjagdboote

Die Bundeswehr verfĂŒgt derzeit ĂŒber acht Minenjagdboote und zwei Minentauchereinsatzboote. Wie viele davon zum Einsatz kommen könnten, ist noch unklar. Zahlen will Merz den Angaben zufolge am Freitag noch nicht nennen. Die mehr als 50 Meter langen Minenjagdboote der Bundeswehr sind mit einer Stammcrew von 42 Soldaten besetzt, die durch Minentaucher erweitert werden kann.

FĂŒr die LuftaufklĂ€rung hat die Marine zwei SeefernaufklĂ€rer vom Typ P-8 Poseidon zur VerfĂŒgung, die mit Radar, akustischen Systemen und hochauflösende Optiken ausgestattet sind und in der Regel elf Soldaten an Bord haben. Wie bei solchen EinsĂ€tzen ĂŒblich, wĂŒrde ein Versorgungsschiff die MinenrĂ€umer begleiten.

Mehrere Bedingungen fĂŒr den Einsatz

FĂŒr einen solchen Einsatz mĂŒssen aus Sicht der Bundesregierung aber zunĂ€chst mehrere Bedingungen erfĂŒllt werden.

* Die wichtigste Bedingung ist eine Waffenruhe im Iran-Krieg. Ein Einsatz wĂ€hrend laufender Kampfhandlungen ist fĂŒr die Bundesregierung ausgeschlossen

* Zudem muss der Einsatz völkerrechtlich abgesichert werden, "idealerweise" durch ein Mandat des UN-Sicherheitsrats, wie es aus Regierungskreisen heißt.

* Die dritte Bedingung ist ein "belastbares militĂ€risches Konzept" zu dessen Erarbeitung die Konferenz in Paris dient. Aus deutscher Sicht gehört auch eine "signifikante" UnterstĂŒtzung der Mission durch US-StreitkrĂ€fte dazu. Macron stellt sich dagegen einen Einsatz ohne die Kriegsparteien vor, zu denen neben den USA und Iran auch Israel gehört.

* Sicher ist auch, dass der Bundestag dem Einsatz zustimmen muss - wie jeder bewaffneten Auslandsmission der Bundeswehr. Die Koalitionsfraktionen wurden heute bereits ĂŒber die PlĂ€ne der Regierung informiert.

Deutsche Fregatten sind im Nordatlantik gebunden

Nicht zum Einsatz kommen sollen die Fregatten der Bundeswehr, weil die deutschen Kriegsschiffe stark in einem Nato-Verband im Nordatlantik gebunden sind. Verteidigungsminister Boris Pistorius (SPD) hatte erst Ende MĂ€rz entschieden, zur Entlastung der britischen StreitkrĂ€fte die deutsche Fregatte "Sachsen" als FĂŒhrungsschiff sowie die "Brandenburg" dorthin zu schicken. Die verstĂ€rkte PrĂ€senz im Nordatlantik gilt als Reaktion auf militĂ€rische AktivitĂ€ten Russlands dort.

Merz hatte in den vergangenen Wochen bereits mehrfach Bereitschaft erklĂ€rt, einen Hormus-Einsatz nach einem Waffenstillstand zu unterstĂŒtzen. Jetzt wird er anlĂ€sslich der Konferenz in Paris erstmals konkret.

Macron und Starmer initiierten Konferenz

Initiiert wurde sie von Frankreichs PrĂ€sident Emmanuel Macron und dem britischen Premierminister Keir Starmer. Neben Merz wird nach Angaben aus deutschen Regierungskreisen auch die italienische MinisterprĂ€sidentin Giorgia Meloni anreisen. Damit sind alle vier europĂ€ischen Staaten aus der G7-Gruppe fĂŒhrender demokratischer Industrienationen vertreten. Im Umfeld des Kanzlers wird das als "politisches Signal der europĂ€ischen Geschlossenheit" gesehen. Per Video sollen sich mehrere weitere Staaten zuschalten.

Merz will bei dem Treffen weiter auf eine Vereinbarung ĂŒber ein Ende des Krieges dringen. Deutschland fĂŒhrt dazu GesprĂ€che mit dem Iran. Die Forderungen an die FĂŒhrung in Teheran sind ein Ende des Nuklearprogramms und der Angriffe auf Israel und die Golfstaaten sowie eine die Öffnung der Straße von Hormus, ohne dass Zölle fĂŒr die Durchfahrt von Handelsschiffen erhoben werden.

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