Bundesregierung, Ausbau

Bundesregierung will Ausbau von FernwÀrme erleichtern

Veröffentlicht am: 26.08.2026 um 15:08 Uhr | dpa, AD HOC NEWS

Die Bundesregierung will den Ausbau von FernwÀrme in Deutschland erleichtern.

Dazu beschloss das Kabinett Eckpunkte eines "WĂ€rmenetzpakets". Zudem ist ein neues WĂ€rmenetzgesetz geplant. Ziel sei mehr Planungssicherheit fĂŒr Unternehmen und Preistransparenz fĂŒr Verbraucher, teilte Bundeswirtschaftsministerin Katherina Reiche (CDU) mit.

Bei der FernwĂ€rme wird die WĂ€rme nicht im Haus, also im Heizungskeller, sondern zentral in einer oder mehreren Anlagen erzeugt und ĂŒber ein unterirdisches Rohrleitungsnetz in angeschlossene GebĂ€ude geliefert. DafĂŒr können verschiedene Brennstoffe eingesetzt werden. Um CO2-Emissionen zu verringern, sollen verstĂ€rkt klimafreundlichere WĂ€rmequellen zum Einsatz kommen.

Eckpunkte

Bestehende Hemmnisse fĂŒr den Ausbau und die Nachverdichtung von WĂ€rmenetzen im GebĂ€udebestand sollten abgebaut werden, so das Ministerium. So soll das sogenannte KostenneutralitĂ€tsgebot geĂ€ndert werden: Bei einer erheblichen Investition des Vermieters in die VerĂ€nderung der Heizungsanlage soll eine monatliche Mehrbelastung des Mieters in Höhe von maximal 50 Cent pro Quadratmeter zulĂ€ssig sein.

Der Verband kommunaler Unternehmen (VKU) begrĂŒĂŸte die PlĂ€ne. Die bisherige Regelung habe die Umstellung von MietshĂ€usern auf FernwĂ€rme seit Jahren zum Erliegen gebracht und Investitionen in klimafreundliche WĂ€rmenetze entscheidend ausgebremst. Der Mietenkompromiss bei der WĂ€rmepumpe werde auf die FernwĂ€rme ausgeweitet. "Die 50-Cent-Regel schmiedet einen Kompromiss zwischen Vermieter und Mieter, sodass fĂŒr WĂ€rmepumpen und WĂ€rmenetze endlich die gleichen Spielregeln gelten. Das schafft fairen Wettbewerb, wodurch sich eher die Heizung durchsetzen dĂŒrfte, die jeweils technisch am besten geeignet ist und sich wirtschaftlich rechnet", sagte VKU-HauptgeschĂ€ftsfĂŒhrer Ingbert Liebing.

Der GrĂŒnen-Bundestagsabgeordnete Alaa Alhamwi dagegen kritisierte, die KostenneutralitĂ€t mĂŒsse erhalten bleiben. "Wenn ein GebĂ€ude auf FernwĂ€rme umgestellt wird, dĂŒrfen Mietende dadurch nicht mit höheren Heizkosten belastet werden", sagte er.

Mehr Preistransparenz

Um die Preistransparenz zu stĂ€rken, plant die Bundesregierung eine verpflichtende Preistransparenzplattform bei einer Bundesbehörde. Darauf sollen Preise, Tarifstrukturen sowie Strukturparameter aller WĂ€rmeversorgungsunternehmen veröffentlicht und mindestens einmal jĂ€hrlich aktualisiert werden. Außerdem soll eine Preisaufsicht eingefĂŒhrt werden.

"Viele FernwĂ€rmekundinnen und -kunden zahlen heute hohe Preise und können ihren Anbieter meist nicht wechseln", sagte Felix John, Energieexperte beim Verbraucherzentrale Bundesverband. "Deshalb ist es ein wichtiger Schritt, dass die Bundesregierung mehr Transparenz schaffen und eine behördliche Preisaufsicht einfĂŒhren will. Das sind zentrale Voraussetzungen, um Vertrauen in die FernwĂ€rme zu stĂ€rken." Es brauche aber zudem einen wirksamen Schutz vor ĂŒberhöhten Preisen, etwa durch eine Preisobergrenze.

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