Reiche, Front

Reiche macht Front gegen EU-PlÀne zur Methanverordnung

Veröffentlicht am: 21.07.2026 um 18:00 Uhr | dpa.de

Bundeswirtschaftsministerin Katherina Reiche kritisiert PlĂ€ne der EU-Kommission zur Durchsetzung von Klimaschutzvorschriften in der Öl- und Gasindustrie.

Konkret geht es um die Methanverordnung. "Die jetzt vorgeschlagene Lösung ĂŒberzeugt nicht", teilte die CDU-Politikerin in Berlin mit. Die Kommission halte an rechtlichen Verpflichtungen fĂŒr die Unternehmen fest und empfehle den Mitgliedstaaten lediglich, VerstĂ¶ĂŸe in den Jahren 2027 bis 2029 grundsĂ€tzlich nicht zu sanktionieren. "Damit bleiben die Verpflichtungen bestehen - und mit ihnen das rechtliche Risiko fĂŒr die Unternehmen. Das schafft keine Rechtssicherheit."

Reiche sprach sich dafĂŒr aus, Importregelungen der Methanverordnung um drei Jahre zu verschieben. "Die Methanverordnung ist grundsĂ€tzlich ein wichtiges Instrument fĂŒr den Klimaschutz im Energiesektor. Ihre Vorgaben mĂŒssen aber praktisch erfĂŒllbar, rechtssicher und mit unserer Versorgungssicherheit vereinbar sein."

PlĂ€ne aus BrĂŒssel

Die EU-Kommission empfiehlt den Mitgliedstaaten, in den kommenden drei Jahren keine Strafen gegen Unternehmen zu verhĂ€ngen, die gegen bestimmte EU-Klimaschutzvorschriften fĂŒr Methan-Emissionen verstoßen.

Methan ist ein Treibhausgas und fĂŒr KlimaerwĂ€rmung und Luftverschmutzung verantwortlich. Es entsteht etwa in der Landwirtschaft, auf MĂŒlldeponien und in der Öl- und Gasindustrie. Seit 2024 sind in der EU Regeln in Kraft, die fĂŒr weniger Methan-Emissionen aus dem Energiesektor sorgen sollen. Ab 1. Januar 2027 sollen Unternehmen fĂŒr bestimmte LiefervertrĂ€ge nachweisen mĂŒssen, dass der Produzent im Herkunftsland seine Methan-Emissionen mindestens so sorgfĂ€ltig ĂŒberwacht und dokumentiert, wie es die EU von ihren eigenen Unternehmen verlangt.

Reiche warnt vor BeeintrÀchtigung der Versorgungssicherheit

"Die EuropĂ€ische Kommission erkennt selbst an, dass die geltenden Importregelungen der Methanverordnung zu erheblicher Rechtsunsicherheit fĂŒhren und in der gegenwĂ€rtigen Lage auch die Versorgungssicherheit beeintrĂ€chtigen können", so Reiche. Es fehlten weiterhin wesentliche Voraussetzungen, damit Importeure die Einhaltung der Vorgaben verlĂ€sslich nachweisen könnten. "Gerade angesichts der Krise im Nahen Osten und des verschĂ€rften internationalen Wettbewerbs um LNG-Lieferungen brauchen wir eine klare und rechtsverbindliche Lösung."

Streit in Bundesregierung

Vor zwei Wochen hatte Umweltminister Carsten Schneider (SPD) seiner Kabinettskollegin Reiche öffentlich vorgeworfen, Absprachen in der Bundesregierung zur EU-Methanverordnung gebrochen zu haben. "Die GeschĂ€ftsordnung der Bundesregierung gilt und an die wurde sich in dem Fall nicht gehalten", sagte Schneider in der Regierungsbefragung im Bundestag. Reiche hatte Medienberichten zufolge im EU-Ministerrat zugesagt, dass Deutschland eine Aussetzung der Verordnung unterstĂŒtzen werde. Schneider will dies nicht und pocht darauf, dass sein Umweltressort federfĂŒhrend sei. Der Umweltminister betonte die Bedeutung der Verringerung von Methan-Emissionen fĂŒr den Klimaschutz.

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