Carbios Aktie: 53 Prozent Minus seit Jahresbeginn
15.06.2026 - 03:13:43 | boerse-global.de
Carbios steht vor einer unruhigen Hauptversammlung. Das französische Biorecycling-Unternehmen kämpft mit Verzögerungen bei seinem Prestigeprojekt in China. Aktionäre fordern nun Antworten zur Partnerschaft mit Wankai New Materials.
Verzögerungen in Fernost
Die geplante Anlage in der Provinz Zhejiang geht deutlich später in Betrieb. Erst im ersten Halbjahr 2028 soll die Produktion starten. Ursprünglich plante das Unternehmen einen früheren Termin.
Parallel dazu verschiebt sich die finanzielle Beteiligung des chinesischen Partners. Wankai wollte eigentlich fünf Millionen Euro investieren. Beide Seiten vertagten diese Kapitalerhöhung nun einvernehmlich auf Ende 2026.
Der Aktienkurs spiegelt die wachsende Skepsis wider. Seit Jahresbeginn verlor das Papier über 53 Prozent an Wert. Mit 5,43 Euro notiert die Aktie nur knapp über ihrem Jahrestief.
Finanzielle Polster und neue Führung
Dennoch verfügt Carbios über liquide Mittel von 59 Millionen Euro. Das Management betont, dass diese Reserven die laufenden Kosten für mehr als zwölf Monate decken.
Seit dem 1. Juni führt Benoît Grenot das Unternehmen als neuer CEO. Er muss nun das Vertrauen der Investoren zurückgewinnen. Neben dem Asien-Geschäft steht die Wiederaufnahme des industriellen Projekts in Longlaville ganz oben auf seiner Agenda. Die Strategie sieht vor, die Technologie über Lizenzvereinbarungen schneller zu vermarkten.
Die Hauptversammlung im Juni bietet die nächste Gelegenheit für eine Klärung. Dort müssen Grenot und der Vorstand darlegen, wie sie den Zeitplan in China stabilisieren wollen.
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