Cerebras: 20,7 Millionen Dollar Insider-Abverkauf
Veröffentlicht: 03.07.2026 um 20:50 Uhr, Redaktion boerse-global.de
Cerebras Systems navigiert kurz nach seinem Börsendebüt durch turbulentes Fahrwasser. Der Spezialist für KI-Hardware glänzt zwar mit operativem Wachstum, kämpft aber mit rechtlichem Gegenwind und skeptischen Insidern.
Ermittlungen gegen das Management
Mehrere US-Anwaltskanzleien prüfen derzeit Verstöße gegen das Wertpapierrecht. Im Mittelpunkt stehen Aussagen zur Gewinnmarge aus dem ersten Quartal 2026. Das Management hatte Ende Juni gewarnt, dass die Cloud-Margen im Folgequartal spürbar sinken dürften.
Geplant ist ein Rückgang um 10 bis 15 Prozentpunkte. Der Grund: Ein „Rent-back“-Verfahren der eigenen Systeme. Die Börse reagierte prompt. Das Papier verlor am Folgetag knapp 20 Prozent an Wert.
Insider ziehen Kapital ab
Parallel dazu werfen Insider-Verkäufe Fragen auf. Dokumente belegen, dass Spitzenmanager unmittelbar nach der Bekanntgabe der Margenprobleme Anteile abgestoßen haben. Operativ-Chef Dhiraj Mallick verkaufte Ende Juni 10.000 Aktien.
Hinzu kommen Verkäufe von Technik-Vorstand Sean Lie. Insgesamt trennten sich Insider im letzten Quartal von Anteilen im Wert von rund 20,7 Millionen Dollar. Solche Transaktionen belasten in der aktuellen Phase das Vertrauen am Markt.
Operatives Wachstum und volle Auftragsbücher
Das operative Geschäft liefert derweil starke Zahlen. Im ersten Quartal stieg der Umsatz um 94 Prozent auf 193,4 Millionen Dollar. Der Verlust je Aktie fiel mit 0,04 Dollar geringer aus als von Experten befürchtet.
Die Abhängigkeit von Großkunden bleibt jedoch ein Risiko. Allein der Partner MBZUAI trägt 62 Prozent zum Gesamtumsatz bei. Dem steht ein massiver Auftragsbestand von rund 24,6 Milliarden Dollar gegenüber.
Analysten halten Kurs
Trotz der Rechtsstreitigkeiten bleibt die Mehrheit der Analysten optimistisch. Die Brokerhäuser Rosenblatt, Citigroup und Needham bestätigten ihre Kaufempfehlungen. Die Kursziele liegen zwischen 300 und 340 Dollar.
Das durchschnittliche Preisziel impliziert ein Aufwärtspotenzial von über 45 Prozent. Für die kurzfristige Richtung im Halbleitersektor blickt der Markt nun auf die FOMC-Protokolle Anfang Juli. Auch die Daten zum US-Dienstleistungssektor dürften neue Impulse liefern.
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