Ceres Power Aktie: 7,53 Prozent Minus nach Kapitalerhöhung
Veröffentlicht: 08.07.2026 um 10:55 Uhr, Redaktion boerse-global.de
Die jüngste Rally bei Ceres Power kommt ins Stocken. Nach einer starken Erholungsphase von über 370 Prozent in zwölf Monaten steht die Aktie des Brennstoffzellen-Spezialisten nun unter Druck.
Am Mittwoch fiel der Kurs um 7,53 Prozent auf 5,46 Euro. Der Abstand zum 52-Wochen-Hoch von 10,48 Euro aus dem Mai beträgt inzwischen rund 48 Prozent. Dabei liegt die Aktie seit Jahresanfang immer noch 121 Prozent im Plus.
Kapitalspritze mit Nebenwirkungen
Der Auslöser für die jüngsten Kursverluste: eine Kapitalerhöhung. Ceres Power nahm im Juni 103 Millionen Pfund ein. Das Unternehmen emittierte 18 Millionen neue Aktien zu 570 Pence pro Stück – rund 9,2 Prozent des Bestands. Die Platzierung war zwar überzeichnet, aber der Rabatt auf den damaligen Marktpreis drückte auf die Stimmung.
Mit dem Geld will Ceres Power die Bilanz stärken. Konkret geht es um den Ausbau der Fertigung und die Unterstützung von Partnern bei der Skalierung. Ein zentrales Ziel: Rechenzentren für Künstliche Intelligenz. Die Brennstoffzellen des Unternehmens sollen dort Strom direkt vor Ort liefern – ein Markt, der nach Einschätzung von Ceres bis 2030 jährlich 22 Gigawatt Nachfrage erreichen könnte.
Partnerschaften als Schlüssel
Das Geschäftsmodell setzt auf Lizenzierung. Ceres Power verkauft seine Festoxid-Technologie nicht selbst, sondern vergibt sie an Partner zur Produktion. Doosan Fuel Cell aus Südkorea startete 2025 mit der Fertigung und zahlte erstmals Lizenzgebühren. Weichai Power aus China unterzeichnete im November einen Produktionsvertrag für den chinesischen Datenmarkt – erste Einnahmen werden in der ersten Jahreshälfte 2026 erwartet.
Im April gab es zudem eine Kooperation zwischen Centrica und Delta Electronics. Delta ist ein lizenzierter Produktionspartner von Ceres. Zusammen wollen die Unternehmen Rechenzentren in Europa und Großbritannien mit Festoxid-Stromlösungen versorgen.
Bilanz mit Licht und Schatten
2025 erzielte Ceres Power einen Umsatz von 32,6 Millionen Pfund – ein deutlicher Rückgang gegenüber 51,9 Millionen im Vorjahr. Das operative Ergebnis lag bei minus 47,6 Millionen Pfund. Die liquiden Mittel sanken von 102,5 auf 83,3 Millionen Pfund.
Analysten sehen die Aktie skeptischer als noch vor Wochen. Der jüngste Kursanstieg habe die Realität des kommerziellen Hochlaufs überholt, heißt es. Einige Häuser senkten daraufhin ihre Einstufungen und Kursziele.
Die technische Verfassung untermauert die Skepsis: Der RSI liegt mit 36,8 Punkten im negativen Bereich. Die Aktie notiert zudem rund 28 Prozent unter ihrem 50-Tage-Durchschnitt von 7,60 Euro.
Für Ceres Power geht es nun darum, die Zuversicht der Anleger zurückzugewinnen. Die nächsten Quartalszahlen werden zeigen, ob die Kapitalerhöhung tatsächlich die versprochene Skalierung beschleunigt – oder ob die hohen Erwartungen weiter korrigiert werden müssen.
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