Chevron, Aktie

Chevron Aktie: Analysten werden bullish

09.04.2026 - 21:17:07 | boerse-global.de

Chevrons Quartalsergebnis wird durch Derivateeffekte belastet, doch das Upstream-GeschÀft profitiert von hohen Rohstoffpreisen. Analysten reagieren mit positiven Rating-Upgrades.

Chevron Aktie: Analysten werden bullish - Foto: ĂŒber boerse-global.de

Chevron hat heute vorlĂ€ufige Zahlen zum ersten Quartal 2026 veröffentlicht — und die Botschaft ist gemischt. WĂ€hrend Derivate-Bewertungseffekte das Ergebnis belasten, profitiert das Upstream-GeschĂ€ft von gestiegenen Öl- und Gaspreisen. Gleichzeitig rĂŒcken zwei strategische Projekte in den Fokus: ein neues Gasfeld vor Äquatorialguinea und ein milliardenschweres Kraftwerk fĂŒr Microsoft in Texas.

Belastungen im Quartal, Erholung erwartet

FĂŒr Q1 2026 rechnet Chevron mit negativen Timing-Effekten von 2,7 bis 3,7 Milliarden US-Dollar nach Steuern. Diese entstehen durch Mark-to-Market-Bewertungen auf AbsicherungsgeschĂ€fte und treffen vor allem das Downstream-Segment. Hinzu kommt ein Abfluss aus dem Working Capital von 2,0 bis 4,0 Milliarden Dollar. Das Unternehmen erwartet, dass sich diese Effekte in den Folgeperioden umkehren.

Auf der Gegenseite steht das Upstream-GeschĂ€ft: Hier soll das Ergebnis gegenĂŒber dem vierten Quartal 2025 um 1,6 bis 2,2 Milliarden Dollar zulegen, gestĂŒtzt durch höhere Rohstoffpreise. Die Förderung wird auf 3,8 bis 3,9 Millionen Barrel ÖlĂ€quivalent pro Tag geschĂ€tzt — leicht beeintrĂ€chtigt durch Ausfallzeiten bei Tengizchevroil sowie reduzierte Produktion in Israel und der Partitioned Zone.

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Neue Projekte, neues GeschÀftsfeld

Am 8. April nahm Chevron den Betrieb am Leviathan-Gasfeld nach einer 33-tÀgigen Pause wieder auf. WÀhrend der Unterbrechung wurde eine dritte Pipeline fertiggestellt, die die KapazitÀt des Feldes auf rund 14 Milliarden Kubikmeter pro Jahr erhöht.

Ebenfalls im April fiel die finale Investitionsentscheidung fĂŒr das Aseng-Gasmonetarisierungsprojekt vor Äquatorialguinea. Das Vorhaben mit einem Anfangsinvestment von rund 690 Millionen Dollar soll LNG-Lieferungen bis in die Mitte der 2030er Jahre sichern.

FĂŒr Aufsehen sorgt zudem eine ExklusivitĂ€tsvereinbarung mit Microsoft und dem Investmentfonds Engine No. 1: Die drei Partner verhandeln ĂŒber ein Gaskraftwerk in West Texas, das einen großen Microsoft-Datencampus mit Strom versorgen soll. Das Vorhaben könnte rund 7 Milliarden Dollar kosten und eine AnfangskapazitĂ€t von 2.500 Megawatt erreichen. EndgĂŒltige Vertragskonditionen stehen noch aus.

Analysten ziehen nach

Trotz der kurzfristigen Ergebnisbelastungen reagiert die Analystengemeinschaft positiv. Tudor Pickering stufte die Aktie heute von „Hold" auf „Buy" hoch und setzte ein Kursziel von 225 Dollar. Wells Fargo erhöhte sein Ziel von 204 auf 222 Dollar und bestĂ€tigt das „Overweight"-Rating. Die Aktie notiert aktuell bei rund 166 Euro — deutlich unterhalb des 52-Wochen-Hochs von 183,90 Euro, das Ende MĂ€rz erreicht wurde. FĂŒr die Analysten scheint der Abstand ein Argument fĂŒr Nachholpotenzial zu sein.

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