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Circle Aktie: Banklizenz treibt Kurs

Veröffentlicht: 10.07.2026 um 14:38 Uhr, Redaktion boerse-global.de

Circle erhĂ€lt nationale Treuhandbank-Lizenz von der US-Bankenaufsicht OCC und kann USDC-Reserven kĂŒnftig selbst verwalten.

Circle Aktie: Banklizenz der OCC sorgt fĂŒr Kurssprung
Abstrakte Darstellung des Fintech-Sektors mit einem warmen Licht, das ein digitales Netzwerk beleuchtet, was Innovation und Wachstum andeutet. Illustration mit AI erstellt ĂŒbermittelt durch boerse-global.de

Circle bekommt seine eigene Bank. Die US-Bankenaufsicht OCC hat dem Stablecoin-Emittenten am Freitag grĂŒnes Licht fĂŒr eine nationale Treuhandbank-Lizenz erteilt — und die Aktie reagiert prompt mit einem Kurssprung von mehr als 14 Prozent im vorbörslichen Handel.

Die neue Einheit firmiert unter dem Namen Circle National Trust, intern zunĂ€chst als First National Digital Currency Bank registriert. Damit kann Circle kĂŒnftig die Reserven fĂŒr seinen Stablecoin USDC direkt selbst verwalten, statt wie bisher auf externe Banken und Verwahrstellen angewiesen zu sein. USDC bringt es aktuell auf ein Volumen von mehr als 73 Milliarden Dollar im Umlauf.

Was die Lizenz konkret bringt

Wichtig fĂŒr die Einordnung: Die Charter macht Circle nicht zur GeschĂ€ftsbank. Einlagen entgegennehmen oder Kredite vergeben darf das Unternehmen weiterhin nicht. Erlaubt sind fiduziarische Verwahrdienste fĂŒr digitale Vermögenswerte — zunĂ€chst fĂŒr Circle selbst und verbundene Unternehmen, perspektivisch auch fĂŒr ausgewĂ€hlte institutionelle Kunden wie Banken oder regulierte Derivate-HĂ€user.

Der eigentliche Wert liegt an anderer Stelle: Circle unterliegt nun direkt der Bundesaufsicht durch die OCC statt einem Flickenteppich aus bis zu 50 unterschiedlichen bundesstaatlichen Regelwerken. FĂŒr ein Unternehmen, das auf Wachstum und Skalierung setzt, reduziert das Kosten und regulatorische Reibung erheblich. Die Genehmigung geht auf einen Antrag vom 30. Juni 2025 zurĂŒck, eine bedingte Zusage der OCC lag bereits seit Dezember 2025 vor.

Wettbewerbsdruck im Stablecoin-Markt

Die Entscheidung fĂ€llt in eine Phase verschĂ€rften Wettbewerbs. Seit der GENIUS Act vor rund einem Jahr einen bundesweiten Rechtsrahmen fĂŒr Payment-Stablecoins geschaffen hat, drĂ€ngen zunehmend traditionelle Finanzinstitute mit eigenen Stablecoin-Angeboten in den Markt — eine direkte Konkurrenz fĂŒr USDC. Auch andere Krypto-Unternehmen wie Coinbase, BitGo, Fidelity Digital Assets, Ripple und Paxos haben bei der OCC Genehmigungen beantragt oder bereits erhalten, was den Wettlauf um regulierte Finanzinfrastruktur unterstreicht.

FĂŒr Circle könnte die Lizenz genau hier den Unterschied machen. Als frĂŒher First-Mover mit BitLicense-Status seit 2015 und MiCA-KonformitĂ€t seit 2024 positioniert sich das Unternehmen als besonders vertrauenswĂŒrdiger Partner fĂŒr institutionelle Kunden — ein Argument, das in einem zunehmend fragmentierten Stablecoin-Markt an Gewicht gewinnt. Die Reserveverwaltung von USDC unter direkter Bundesaufsicht ist als nĂ€chster Ausbauschritt der neuen Bank bereits vorgesehen, ein konkretes Datum dafĂŒr nannte das Unternehmen bislang nicht.

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