Circle Aktie: Wood contra Mizuho
Veröffentlicht: 15.07.2026 um 15:06 Uhr, Redaktion boerse-global.de
Während die japanische Investmentbank Mizuho vor sinkenden Margen bei Circle warnt, kauft Cathie Wood mit Ark Invest genau jetzt zu. Am Dienstag erwarb ihre Investmentgesellschaft 220.012 Circle-Aktien für knapp 14 Millionen Dollar. Die Wette gegen den Trend wirft die Frage auf, wer hier die Lage richtig einschätzt.
Mizuho sieht Margendruck durch Open USD
Mizuho-Analyst Dan Dolev stufte Circle von "Neutral" auf "Underperform" herab und kappte das Kursziel von 85 auf 50 Dollar — ein Abschlag von über 41 Prozent. Auslöser ist Open USD, ein neuer Stablecoin, den mehr als 140 Finanz- und Techkonzerne tragen, darunter Visa, Mastercard, Stripe, BlackRock und Coinbase. Während Circle rund 38 Prozent seiner Reserveerträge behält, reicht Open USD nahezu die gesamten Zinserträge an Vertriebspartner weiter und verlangt selbst nur eine kleine Verwaltungsgebühr. Dolev befürchtet, dass Circle unter diesem Druck künftig einen größeren Anteil abgeben muss, um Partner zu halten.
JPMorgan zog nach und senkte die Gewinnschätzungen für Circle und Coinbase. Die Bank verweist auf die überarbeitete USDC-Vereinbarung mit der Handelsplattform Hyperliquid: Coinbase kassiert dort zunächst die komplette Reserverendite, gibt aber rund 90 Prozent davon an Hyperliquid zurück. Die Börse hält aktuell etwa 6 Milliarden Dollar in USDC, was rund 8 Prozent der im Umlauf befindlichen Menge entspricht. JPMorgan spricht von einem Gefangenendilemma, das Circle und Coinbase dazu zwingt, sich gegenseitig mit immer besseren Konditionen zu unterbieten.
Bernstein und William Blair halten dagegen
Nicht alle sehen die Bedrohung so groß. Bernstein bestätigte seine Kaufempfehlung mit einem Kursziel von 190 Dollar und wertet Open USD eher als Bestätigung des Stablecoin-Marktes denn als echte Konkurrenz. Die Liquidität, der regulatorische Vorsprung und die Netzwerkeffekte von Circle ließen sich kaum kopieren, so die Einschätzung. William Blair bekräftigte ebenfalls seine positive Einstufung und bezeichnete Open USD als eine Lösung auf der Suche nach einem Problem.
Für die kommenden Wochen rückt ein konkreter Termin in den Blick: Die bestehende Umsatzbeteiligung zwischen Circle und Coinbase, seinem größten USDC-Vertriebspartner, steht im kommenden Monat zur Verlängerung an. Da Coinbase gleichzeitig Gründungsmitglied von Open USD ist, dürfte das den Verhandlungen zusätzliches Gewicht auf Seiten der Börse verleihen.
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