Circus, Kitchen

Circus: Kitchen Robotics komplett übernommen

Veröffentlicht: 30.04.2026 um 22:06 Uhr, Redaktion boerse-global.de

Circus SE übernimmt Kitchen Robotics und erhält wichtige US-Zertifizierungen. Der Markteintritt in den USA rückt dadurch auf 2026 vor.

Circus: Kitchen Robotics komplett übernommen Illustration mit AI erstellt übermittelt durch boerse-global.de
Circus: Kitchen Robotics komplett übernommen Illustration mit AI erstellt übermittelt durch boerse-global.de

Nicht nur ein Patentdeal: Circus SE hat die Übernahme des US-israelischen Unternehmens Kitchen Robotics vollständig abgeschlossen — und holt sich damit etwas, das sich nicht einfach entwickeln lässt: regulatorische Zertifizierungen für den US-Markt.

Vom IP-Deal zur vollständigen Unternehmensübernahme

Ursprünglich im vierten Quartal 2025 als Transaktion über mehr als 30 internationale Robotikpatente angekündigt, hat Circus nun das gesamte Unternehmen übernommen. Der Kaufpreis liegt im niedrigen sechsstelligen Bereich. Finanzielle Verbindlichkeiten, Verträge und Mitarbeiter sind ausgenommen.

Der eigentliche Wert liegt woanders: K-Robotics verfügt über NSF-zertifizierte Komponenten und Systeme für die Lebensmittelverarbeitung — regulatorische Voraussetzungen, die in den USA für militärische und kommerzielle Kunden zwingend erforderlich sind. Circus kann diese Technologie nach eigenen Angaben sofort einsetzen. Das zieht den geplanten US-Markteintritt von 2027 auf die zweite Jahreshälfte 2026 vor.

Verteidigung als Wachstumsmotor

Die Übernahme fügt sich in einen breiteren Strategieschwenk ein, den Circus im ersten Quartal 2026 vollzogen hat. Der Verteidigungssektor wächst schneller als das ursprüngliche Kerngeschäft mit KI-Kochrobotern. Im April erhielt das Unternehmen einen Beschaffungsauftrag der litauischen Streitkräfte für einen autonomen Versorgungsroboter in Vilnius. Aktive Verhandlungen laufen mit mehr als zehn NATO-Mitgliedstaaten.

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Auf der Fertigungsseite hat Circus in Partnerschaft mit Celestica die Produktionszeit des CA-1 von acht auf rund vier Wochen halbiert. Die Kapazität soll bis zum vierten Quartal auf 64 Einheiten pro Monat steigen — das übersteigt den modellierten Jahresbedarf von 205 Einheiten deutlich.

Ambitionierte Prognose, tiefrotes Ergebnis

Für 2026 stellt das Management Erlöse zwischen 44 und 55 Millionen Euro in Aussicht — nach lediglich 0,25 Millionen Euro im Vorjahr. Das EBITDA soll sich auf minus 6 bis 8 Millionen Euro verbessern, bleibt aber klar im negativen Bereich.

Die Aktie notiert bei 8,10 Euro und hat seit Jahresbeginn rund ein Drittel ihres Wertes verloren. Der RSI von 21 signalisiert eine technisch überverkaufte Situation — was zeigt, wie skeptisch der Markt die ambitionierten Ziele bislang bewertet.

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Am 16. Juli 2026 folgt das nächste Quarterly Operational Update. Dann wird sich zeigen, ob die Produktionsskalierung tatsächlich greift und ob die NSF-zertifizierten K-Robotics-Technologien erste zahlungswirksame US-Aufträge generieren konnten.

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