Coinbase, Tokenisierte

Coinbase: Tokenisierte Aktien im 1:1-Verhältnis

Veröffentlicht am: 21.07.2026 um 16:29 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Coinbase kündigt tokenisierte Wertpapiere an und startet Perpetual Futures. Die Aktie legt nach politischen Fortschritten beim CLARITY Act zu.

Coinbase plant tokenisierte Aktien und startet Futures-Handel
Abstrakte digitale Darstellung von tokenisierten Vermögenswerten in einer modernen Finanzumgebung. Illustration mit AI erstellt übermittelt durch boerse-global.de

Die Krypto-Handelsplattform Coinbase bereitet eine signifikante Erweiterung ihres Produktportfolios vor. Wie Jesse Pollak, der leitende Entwickler der zugehörigen Layer-2-Blockchain Base, am 21. Juli 2026 bestätigte, plant das Unternehmen die Einführung von tokenisierten Aktien im Verhältnis 1:1. Dieses Vorhaben zielt darauf ab, reale Wertpapiere auf die Blockchain zu bringen, um die Kapitaleffizienz zu steigern und institutionelle Akzeptanz zu fördern. Damit reagiert Coinbase auf die Konkurrenz durch Robinhood Chain, die in diesem Segment zuletzt eine Vorreiterrolle eingenommen hatte.

Expansion in den tokenisierten Wertpapierhandel

Die Pläne für die tokenisierten Aktien sehen vor, dass diese für Kunden außerhalb der USA zugänglich gemacht werden. Diese Token sollen nicht nur den Kurswert der zugrunde liegenden Aktien abbilden, sondern auch Dividendenansprüche und Aktionärsrechte beinhalten. Ein konkretes Startdatum oder eine Liste der initial verfügbaren Wertpapiere nannte das Unternehmen bisher nicht. Jesse Pollak räumte ein, dass Base bei der Umsetzung von tokenisierten Aktien auf Basis der Ethereum Virtual Machine (EVM) hinter die Entwicklung von Robinhood zurückgefallen sei, nun aber mit Hochdruck an einer eigenen Lösung arbeite.

Parallel dazu hat Coinbase am 21. Juli 2026 den Handel mit unbefristeten Terminkontrakten (Perpetual Futures) für ausgewählte Aktien wie MicroStrategy, Robinhood und Circle gestartet. Dieses Angebot richtet sich ebenfalls ausschließlich an Nicht-US-Kunden und ermöglicht einen Hebel von bis zu 1:10. Die Abrechnung erfolgt im Stablecoin USDC. Mit diesem Schritt festigt die Plattform ihre Strategie, Handelsinstrumente rund um die Uhr verfügbar zu machen und die Brücke zwischen traditionellen Finanzmärkten und dem Krypto-Sektor zu schlagen.

Politisches Tauziehen um den CLARITY Act

Auf regulatorischer Ebene zeichnet sich für Coinbase eine wichtige Weichenstellung ab. Die Führungsspitze des Unternehmens, darunter CEO Brian Armstrong und Vice Chair Ryan VanGrack, unterstützt nun ausdrücklich den sogenannten CLARITY Act. Dieser Gesetzentwurf zur Regulierung digitaler Vermögenswerte hat im US-Senat an Dynamik gewonnen. In einem Gespräch mit dem Sender CNBC erklärte VanGrack, dass der Entwurf nach Zugeständnissen an die Demokraten im Bereich des Verbraucherschutzes nun eine breitere Basis finde.

Das Gesetz sieht eine klare Aufteilung der Zuständigkeiten zwischen der Börsenaufsicht SEC und der Handelsaufsicht CFTC vor. Zudem enthält es Bestimmungen, die Kundengelder im Falle einer Insolvenz einer Börse als Eigentum der Kunden schützen sollen – eine Reaktion auf die Pleiten von Plattformen wie Celsius oder Voyager. Die Aktie von Coinbase reagierte positiv auf diese Entwicklungen und verzeichnete eine Tagesveränderung von 11,27 %. Mit dem aktuellen Kurs von 156,38 € notiert der Wert damit 33,25 % über seinem 52-Wochen-Tief.

Quartalszahlen und institutionelles Interesse

Am Markt wird der Fokus nun zunehmend auf die Veröffentlichung der Ergebnisse für das zweite Quartal 2026 gelenkt, die für den 30. Juli angesetzt ist. Analysten erwarten ein Handelsvolumen von durchschnittlich 168,5 Milliarden US-Dollar, während einige Markteilnehmer aufgrund des rückläufigen Bitcoin-Kurses im letzten Quartal skeptischer bleiben. Im ersten Quartal 2026 hatte Coinbase noch einen Nettoverlust von 394,1 Millionen US-Dollar und ein Ergebnis je Aktie (EPS) von -1,49 US-Dollar gemeldet, womit die Erwartungen deutlich verfehlt wurden.

Trotz der volatilen Geschäftsentwicklung greifen institutionelle Investoren zu. So erwarb Spartan Wealth Advisory im ersten Quartal 7.059 Aktien des Unternehmens im Wert von rund 1,23 Millionen US-Dollar. Insgesamt befinden sich etwa 68,84 % der Anteile in der Hand institutioneller Anleger. Währenddessen distanzierte sich Brian Armstrong am 20. Juli von Spekulationen um den sogenannten $BRIAN-Memecoin. Der Token war zuvor massiv eingebrochen, nachdem Armstrong klargestellt hatte, dass seine Social-Media-Aktivitäten keine Anlageempfehlungen darstellten.

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