CrowdStrike, Aktie

CrowdStrike Aktie: Kurs-Umsatz-VerhÀltnis 38,7 bleibt Kernproblem

Veröffentlicht: 05.07.2026 um 11:54 Uhr, Redaktion boerse-global.de

Trotz operativer StĂ€rke und Gewinnwende bleibt die Aktie mit KUV von 38,7 deutlich ĂŒber dem fairen Wert bewertet.

CrowdStrike Aktie: Split verdeckt hohe Bewertungsrisiken
Abstrakte Darstellung des Cybersicherheitssektors, die Überbewertung und Risiko durch gestreckte digitale Datenströme symbolisiert. Illustration mit AI erstellt ĂŒbermittelt durch boerse-global.de

171,98 Euro schloss die CrowdStrike-Aktie am Freitag, ein Plus von 1,49 Prozent. Auf den ersten Blick wirkt das beruhigend. Auf den zweiten zeigt sich ein Unternehmen, das operativ liefert, aber an der Börse unter einem Bewertungsproblem leidet, das durch einen frischen Aktiensplit nur zusÀtzlich verschleiert wird.

Der Split verzerrt die Zahlen

Am 2. Juli trat der erste Aktiensplit in der Firmengeschichte in Kraft. AktionĂ€re, die am 25. Juni im Bestand waren, erhielten drei zusĂ€tzliche Aktien pro gehaltenem Papier. Die AusschĂŒttung erfolgte nach Börsenschluss am 1. Juli.

Der Split senkt den Preis pro Aktie rein rechnerisch. An der eigentlichen Unternehmensbewertung Àndert er nichts. Genau das betonen Analysten seit Tagen unmissverstÀndlich.

Die Kursstatistik der vergangenen Woche macht die Verzerrung sichtbar: Auf 7-Tage-Sicht steht ein Minus von 71,65 Prozent, auf 30-Tage-Sicht von 73,34 Prozent. Diese Werte spiegeln die mechanische Neubepreisung durch den Split wider. Sie sind kein Indiz fĂŒr einen fundamentalen Einbruch.

Die Bewertungsmathematik geht nicht auf

UnabhĂ€ngig vom Split bleibt CrowdStrike teuer. Das Kurs-Umsatz-VerhĂ€ltnis liegt bei rund 38,7 – der Softwaresektor kommt im Schnitt auf 3,5, die direkte Konkurrenz auf 14,2. Investoren zahlen also einen erheblichen Aufschlag fĂŒr jeden Dollar Umsatz.

Selbst wer das ĂŒberdurchschnittliche Wachstum von CrowdStrike einrechnet, kommt zu keinem beruhigenderen Bild. Simply Wall St berechnet anhand von Wachstum, ProfitabilitĂ€t, GrĂ¶ĂŸe und Risiko ein faires Kurs-Umsatz-VerhĂ€ltnis von etwa 15,4. Der aktuelle Marktwert liegt mehr als doppelt so hoch. Von sechs Bewertungskriterien der Analyseplattform erfĂŒllt die Aktie keines.

Andere Marktbeobachter kommen zu Ă€hnlichen SchlĂŒssen. Nach dem Split notiert CrowdStrike demnach mit dem 150-Fachen des Mittelwerts der Non-GAAP-Gewinnprognose fĂŒr das GeschĂ€ftsjahr 2027. Beim erwarteten Jahresumsatz liegt das Vielfache bei etwa 33. Ein vielzitierter Kommentar formulierte es so: Man solle warten, bis die Bewertung sinkt – entweder ĂŒber einen niedrigeren Aktienkurs oder ĂŒber weitere Jahre mit dem Gewinnwachstum, das CrowdStrike derzeit liefert.

Operativ liefert das Unternehmen

Die GeschĂ€ftszahlen selbst geben wenig Anlass zur Sorge. CrowdStrike drehte im jĂŒngsten Quartal in die Gewinnzone: 27,8 Millionen Dollar Nettogewinn nach GAAP, verglichen mit einem Verlust von 104,3 Millionen Dollar im Vorjahresquartal. Der freie Cashflow erreichte mit 468 Millionen Dollar einen Rekordwert, das entspricht 34 Prozent vom Umsatz.

Das Management hob zudem die Jahresprognose an. FĂŒr das laufende GeschĂ€ftsjahr rechnet CrowdStrike nun mit rund 5,9 Milliarden Dollar Umsatz – ein Wachstum von etwa 23 Prozent. Parallel dazu trat der Konzern der OpenID Foundation bei und positioniert seine Falcon-Plattform als Kontrollschicht fĂŒr die sogenannte agentische Unternehmens-IT, in der KI-Systeme eigenstĂ€ndig Aufgaben ĂŒbernehmen.

Technisches Bild zeigt NervositÀt

Der 14-Tage-RSI steht bei 20,0 – ein deutlich ĂŒberverkauftes Niveau. Gleichzeitig liegt die annualisierte 30-Tage-VolatilitĂ€t bei 224,56 Prozent, ein außergewöhnlich hoher Wert fĂŒr eine Aktie dieser GrĂ¶ĂŸenordnung. Beide Kennzahlen zeigen, wie stark der Handel rund um das Papier gerade schwankt.

Am Kernkonflikt Ă€ndern weder der Split noch die neue Identity-Security-Initiative etwas: starke operative AusfĂŒhrung trifft auf eine Bewertung, die kaum Raum fĂŒr EnttĂ€uschungen lĂ€sst. Ob CrowdStrike seine KI- und IdentitĂ€tsstrategie ohne weitere Produktpannen umsetzen kann, entscheidet mit darĂŒber, ob sich der Bewertungsaufschlag rechtfertigen lĂ€sst. Die ĂŒberverkaufte Lage und die hohe VolatilitĂ€t dĂŒrften in der kommenden Woche zeigen, ob KĂ€ufer auf dem aktuellen Niveau wieder zugreifen oder die Bewertungsdebatte die Stimmung weiter belastet.

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