Cyberkriminalität, KI-Hilfe

Cyberkriminalität erreicht mit KI-Hilfe neue Rekorde

13.04.2026 - 22:10:59 | boerse-global.de

Die Schäden durch Internetbetrug stiegen 2025 um 26 Prozent auf über 20,8 Milliarden US-Dollar. Künstliche Intelligenz und gezielte Angriffe auf Smartphones treiben die professionellen Betrugsmaschen an.

Cyberkriminalität erreicht mit KI-Hilfe neue Rekorde - Foto: über boerse-global.de

Das FBI meldet einen Anstieg von 26 Prozent – angetrieben von professionellen Betrugsmaschen, die zunehmend auf Künstliche Intelligenz setzen. Besonders Smartphone-Nutzer geraten ins Visier.

FBI zerschlägt globale Betrugsnetzwerke

Mehr als die Hälfte der gemeldeten Schäden, rund 11,3 Milliarden Dollar, entfällt auf Betrug mit Kryptowährungen. Internationale Ermittler gehen dagegen vor: In Indien nahm die „Operation CyHawk 4.0“ 660 Personen fest. Parallel froren Behörden aus Großbritannien, den USA und Kanada in der „Operation Atlantic“ über 12 Millionen Dollar aus Krypto-Betrugssystemen ein.

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Ein weiterer Schlag traf das Phishing-Netzwerk „W3LL“, das für einen Schaden von 20 Millionen Dollar bei 17.000 Opfern verantwortlich sein soll. Trotz dieser Erfolge bleibt die Lage angespannt. Das FBI warnte Anfang April explizit vor Sicherheitsrisiken durch bestimmte, im Ausland entwickelte Smartphone-Apps.

Apple und Android unter Beschuss

Die Angreifer professionalisieren ihre Methoden. Apple warnte Anfang April weltweit 1,8 Milliarden Nutzer vor einer koordinierten Welle von „Callback-Phishing“. Kriminelle nutzen dabei gefälschte Sicherheitswarnungen per SMS oder E-Mail, die auf reale Exploit-Kits wie „DarkSword“ verweisen. Diese zielen auf Schwachstellen in iOS 18.4 bis 18.6.2 – Experten schätzen, dass bis zu 270 Millionen iPhones mit veralteter Software gefährdet sind. Die Angriffe auf iOS-Geräte stiegen in der zweiten Jahreshälfte 2025 um 1.151 Prozent.

Auch Android ist betroffen: Schätzungen zufolge weist jedes vierte Gerät eine kritische Lücke in MediaTek-Chipsätzen auf. Google plant als Reaktion eine Verschärfung der Sicherheitsrichtlinien. Ab August soll das Sideloading, also die Installation von Apps aus Drittquellen, erschwert werden. Ab September muss jede App von einem registrierten Entwickler stammen. Kritiker wie die Electronic Frontier Foundation befürchten eine Einschränkung der Nutzerfreiheit.

KI wird zur Waffe der BetrĂĽger

Künstliche Intelligenz treibt den Erfolg moderner Betrugsmaschen voran. Eine Untersuchung von BSI und Polizeilicher Kriminalprävention zeigt eine gefährliche Lücke: Fast die Hälfte der Nutzer fühlt sich sicher, KI-Inhalte zu erkennen, aber nur 19 Prozent überprüfen tatsächlich die Quelle einer Information. Gewarnt wird vor „Cybertrading-Fraud“, bei dem KI-generierte Videos von Prominenten zu dubiosen Investitionen verleiten.

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Parallel nimmt „Vishing“ – Phishing per Telefon – zu. Das Schweizer NCSC berichtete Mitte April über mehr Vorfälle, bei sich Täter als Bankmitarbeiter ausgeben und unter Zeitdruck Zugangsdaten abfragen. Ähnliche Taktiken nutzten Kampagnen im Namen des Zahlungsdienstleisters Klarna. Die Methoden sind wirksam, wie ein Fall im Saalekreis zeigt: Eine Frau verlor mehrere Tausend Euro an einen vermeintlichen Sänger.

Teure Hardware bremst Sicherheit aus

Der Smartphone-Markt steht unter wirtschaftlichem Druck, was die Sicherheitslage verschärft. IDC prognostiziert für 2026 einen Rückgang der weltweiten Auslieferungen um 13 Prozent auf 1,1 Milliarden Geräte. Grund ist der „Memory Crunch“: Die Preise für Mobile-DRAM und NAND-Speicher stiegen im ersten Quartal um 90 Prozent.

Die Folge? Nutzer behalten ihre Geräte länger und verzichten auf neue Hardware mit modernen Sicherheitsfunktionen. Experten warnen vor einer wachsenden Zahl ungepatchter Geräte. Während Apple mit faltbaren Smartphones in einen neuen Markt drängt, bleibt das Hauptproblem die Absicherung der Milliarden Bestandsgeräte gegen Bedrohungen wie den Trojaner „CrystalX“.

Wie geht der Kampf weiter?

Unternehmen und Behörden setzen auf neue technologische Hürden. Apple reagiert mit iOS 26, das Diebstahlschutz-Funktionen standardmäßig aktiviert. Aufseiten der Prävention wurde der KI-gestützte „Fakeshop-Finder“ der Verbraucherzentralen, der über 100.000 betrügerische Shops identifizierte, mit dem Deutschen Präventionspreis 2026 ausgezeichnet.

Für das kommende Jahr wird die EUDI-Wallet erwartet, eine digitale Identitätslösung für die EU. Allerdings zeigt eine Umfrage: Mehr als die Hälfte der Deutschen kennt das Konzept nicht. Experten betonen, dass Technik allein nicht reicht. Cyber-Resilienz braucht einen mehrstufigen Ansatz – von Backups in Unternehmen bis zur konsequenten Nutzung von Multi-Faktor-Authentifizierung durch Privatnutzer. Angesichts von 10 Milliarden prognostizierten IoT-Verbindungen allein in China 2026 bleibt die Absicherung digitaler Identitäten die zentrale Aufgabe.

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