D-Wave, Quantum

D-Wave Quantum Aktie: 42,4 Millionen Dollar Auftragsbestand

Veröffentlicht am: 20.07.2026 um 04:05 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Quantencomputerspezialist D-Wave wechselt freiwillig an die Nasdaq. Die Aktie notiert nach Kursverlusten nahe der überverkauften Zone.

D-Wave Quantum: Börsenwechsel zur Nasdaq und Kursentwicklung
Abstrakte Darstellung des Quantencomputing-Sektors mit leuchtenden Linien und Knoten vor dunklem, futuristischem Hintergrund. Illustration mit AI erstellt übermittelt durch boerse-global.de

D-Wave Quantum verlässt die New York Stock Exchange. Der Spezialist für Quantencomputer wechselt an die Nasdaq — freiwillig, wie das Unternehmen betont. Der Schritt fällt in eine Phase, in der die Aktie unter erheblichem Druck steht.

Der Börsenwechsel im Detail

Der Handel an der NYSE endet nach Börsenschluss am 24. Juli 2026. Ab dem 27. Juli notiert die Aktie dann an der Nasdaq, weiterhin unter dem Kürzel „QBTS". D-Wave erfüllt nach eigenen Angaben alle Nasdaq-Anforderungen. Das Unternehmen rechnet nicht mit Handelsunterbrechungen.

CEO Alan Baratz begründet den Wechsel mit dem Wunsch, sich in die Nähe anderer wachstumsstarker Technologiefirmen zu rücken, die traditionell an der Nasdaq notieren. Er verweist zudem auf die Fortschritte des Unternehmens bei der Verbreitung von Quantenlösungen in Wirtschaft und öffentlichem Sektor.

Der Kurs spiegelt die Skepsis

Der Nasdaq-Wechsel fällt in eine schwierige Marktphase für D-Wave. Die Aktie schloss am Freitag bei 14,69 Euro, nach einem Rückgang von knapp 31 Prozent binnen 30 Tagen. Vom 52-Wochen-Hoch aus dem Oktober 2025 bei 38,48 Euro trennen das Papier inzwischen fast 62 Prozent.

Der RSI von 30,9 signalisiert eine Aktie nahe der überverkauften Zone. Das deutet darauf hin, dass der Abwärtstrend an Dynamik verlieren könnte — eine Garantie für eine Trendwende ist das allerdings nicht.

Forschung als zweites Standbein

Parallel zum Listing-Wechsel baut D-Wave seine Forschung im Bereich Gate-Modell-Quantencomputing aus. Die Tochtergesellschaft Quantum Circuits erhält von der US-amerikanischen National Science Foundation ein Fördervolumen von rund 1,57 Millionen Dollar.

Das Geld fließt in das „ERASE"-Projekt, eine Kooperation mit der Yale University. Ziel ist die Entwicklung fehlertoleranter Quantenhardware. D-Wave verfolgt damit weiterhin eine Doppelstrategie: Neben dem etablierten Annealing-Verfahren investiert der Konzern zunehmend in skalierbare Gate-Modell-Systeme.

Bestellungen wachsen schneller als der Umsatz

Vor den Quartalszahlen, die Anfang August erwartet werden, richtet sich der Blick der Anleger auf eine auffällige Lücke zwischen Buchungen und ausgewiesenem Umsatz. Im ersten Quartal 2026 verbuchte D-Wave einen Umsatz von rund 2,9 Millionen Dollar. Gleichzeitig meldete das Unternehmen ein Rekordvolumen an neuen Bestellungen von 33,4 Millionen Dollar.

Die noch abzuarbeitenden Auftragsverpflichtungen, im Fachjargon „Remaining Performance Obligations", erreichten 42,4 Millionen Dollar. Das entspricht einem Plus von 563 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Der Auftragsbestand wächst also deutlich schneller als der bislang realisierte Umsatz.

Die Quartalszahlen Anfang August dürften zeigen, wie schnell D-Wave diese Auftragsflut tatsächlich in Umsatz umwandeln kann. Bis dahin bleibt die Aktie an zwei Fronten unter Beobachtung: dem technischen Übergang an die Nasdaq und der Frage, ob das Buchungswachstum sich in den Büchern niederschlägt.

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