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D-Wave Quantum: Baratz verkauft 52.320 Aktien

Veröffentlicht am: 21.07.2026 um 15:16 Uhr | Redaktion boerse-global.de

D-Wave-Chef veräußert Aktien zur Steuerbegleichung, während der Quantencomputer-Spezialist den Börsenplatz wechselt.

D-Wave Quantum: CEO-Aktienverkauf vor Nasdaq-Umzug
Abstrakte Darstellung des Quantencomputing-Sektors mit ätherischen Lichtmustern und technologischen Motiven, die komplexe Datenflüsse andeuten. Illustration mit AI erstellt übermittelt durch boerse-global.de

D-Wave Quantum steht vor einer Woche mit doppelter Bedeutung. Eine SEC-Meldung zeigt frische Aktienverkäufe des CEOs. Fast zeitgleich wechselt das Unternehmen die Börse.

Die Aktie legte am Dienstag um 2,62 Prozent auf 15,07 Euro zu. Der Kurs bleibt aber tief im roten Bereich: Seit Jahresbeginn steht ein Minus von 33,5 Prozent zu Buche, zum 52-Wochen-Hoch von 38,48 Euro aus dem Oktober 2025 klafft eine Lücke von fast 61 Prozent.

CEO-Verkauf mit Pflichtcharakter

Alan Baratz, Chef von D-Wave Quantum, verkaufte am 14. Juli 52.320 Aktien. Der Verkauf war laut der Meldung nicht diskretionär. Er diente dazu, Steuerpflichten aus ausgelaufenen Restricted Stock Units zu begleichen.

Nach der Transaktion hält Baratz weiterhin rund 3,2 Millionen Aktien direkt, darunter mehr als 1,1 Millionen noch nicht ausgeübte Aktienrechte. Insider halten insgesamt nur 0,88 Prozent der D-Wave-Anteile – ein schmales Polster gegenüber der breiten Aktionärsbasis.

Die Meldung offenbart zugleich die finanzielle Schieflage des Unternehmens. Auf Zwölfmonatsbasis stehen 12,4 Millionen Dollar Umsatz einem Nettoverlust von 368 Millionen Dollar gegenüber. Die Marktkapitalisierung liegt bei umgerechnet 5,43 Milliarden Euro.

Buchungen explodieren, Verluste auch

Die Zahlen aus dem ersten Quartal erklären einen Teil dieser Lücke. D-Wave meldete Rekordbuchungen von 33,4 Millionen Dollar – ein Plus von fast 2.000 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Der operative Verlust wuchs im gleichen Zeitraum aber auf 54,7 Millionen Dollar, nach 11,3 Millionen Dollar ein Jahr zuvor.

Ein Teil der höheren Kosten stammt aus der Übernahme von Quantum Circuits im Januar. Das Unternehmen bringt D-Wave in den Bereich Gate-Model-Quantencomputing. Damit erschließt sich der Konzern Märkte jenseits seiner bisherigen Kerntechnologie, der Quantum-Annealing-Architektur.

Nasdaq-Wechsel steht bevor

Die Insider-Meldung fällt in eine sensible Woche. D-Wave wechselt seine Notierung freiwillig von der New York Stock Exchange zur Nasdaq. Der Wechsel wird nach Handelsschluss am 24. Juli wirksam, ab dem 27. Juli soll die Aktie unter dem bekannten Kürzel „QBTS" an der Nasdaq handelbar sein.

Charttechnisch bleibt das Bild angespannt. Der RSI von 33,5 signalisiert überverkaufte Bedingungen, die 30-Tage-Volatilität liegt bei hohen 76,3 Prozent annualisiert. Der Kurs notiert damit 25,4 Prozent unter seinem 50-Tage-Durchschnitt von 20,19 Euro.

Für D-Wave bleibt die Kernfrage offen: Können Rekordbuchungen und der Nasdaq-Wechsel die Wachstumsgeschichte tragen, während die Verluste schneller wachsen als der Umsatz? Der nächste Quartalsbericht dürfte zeigen, ob sich das Verhältnis zwischen Buchungswachstum und Kostenbasis verbessert.

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