DĂ€nemark, Zentren

DĂ€nemark will 2027 in Zentren außerhalb der EU abschieben

Veröffentlicht am: 04.09.2026 um 15:45 Uhr | dpa, AD HOC NEWS

DĂ€nemark will bereits im kommenden Jahr erste Migranten in Abschiebezentren außerhalb der EuropĂ€ischen Union unterbringen.

Aus dĂ€nischer Sicht gehe man davon aus, "dass wir im Laufe des Jahres 2027 bereit sein werden, die ersten irregulĂ€ren Migranten in ein Partnerland außerhalb der EuropĂ€ischen Union zu ĂŒberfĂŒhren", sagte der dĂ€nische Minister fĂŒr Migration und Integration, Morten BĂždskov, nach einem Treffen der Arbeitsgruppe um Deutschland und andere EU-LĂ€nder. Bundesinnenminister Alexander Dobrindt (CSU) hofft indes weiter auf eine Vereinbarung mit Drittstaaten noch in diesem Jahr.

Worum es bei "Return Hubs" geht

In die geplanten Abschiebezentren - auch "Return Hubs" genannt - sollen vollziehbar ausreisepflichtige Personen kommen, die nicht in ihre HerkunftslĂ€nder zurĂŒckgebracht werden können - etwa, weil das Heimatland sich weigert, sie zurĂŒckzunehmen. Deutschland treibt das Vorhaben bereits seit lĂ€ngerem gemeinsam mit Österreich, DĂ€nemark, Griechenland und den Niederlanden voran.

Dobrindt sprach von einem "enorm wichtigen Treffen" der Arbeitsgruppe in der dĂ€nischen Hauptstadt und kĂŒndigte ein nĂ€chstes Treffen fĂŒr Ende September in MĂŒnchen an. "Wir wollen in diesem Jahr noch eine Vereinbarung mit DrittlĂ€ndern erreichen, die dann den Aufbau von Return Hubs ermöglichen." Dieses Zieldatum ist allerdings nicht neu.

Unklar, welche LĂ€nder mit im Boot sein sollen

Die Staaten hĂ€tten sich nun auf GrundsĂ€tze "fĂŒr das weitere Vorgehen" und die Umsetzung der Return Hubs geeinigt, sagte BĂždskov. Die Abschiebezentren mĂŒssten ein "gemeinsames europĂ€isches Projekt" in Einklang mit dem EU-Recht und internationalen Verpflichtungen sein. Zudem mĂŒsse ein Return-Hub-Modell die Zahl der Menschen, die illegal in die EU einwandern, spĂŒrbar reduzieren, sagte er. Mit welchen Drittstaaten man ĂŒber die Zentren verhandle, blieb unklar.

Über mögliche "Return Hubs" wird seit Jahren diskutiert, sie sind höchst umstritten. Die Menschenrechtsorganisation Amnesty International befĂŒrchtet etwa mögliche Menschenrechtsverletzungen in den Abschiebezentren und warnt vor Vereinbarungen mit konfliktreichen und politisch instabilen LĂ€ndern. Marcel Emmerich, innenpolitischer Sprecher der GrĂŒnen-Bundestagsfraktion, sprach nach dem Treffen in DĂ€nemark von einem "Verschiebespiel, das kein Problem löst". "Dobrindt verwechselt HĂ€rte mit Wirksamkeit und lenkt mit dem heutigen Treffen von seiner Verantwortung ab", erklĂ€rte er.

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