Das Cockpit of the Future von Forvia - Innenraumplattform für E-Mobilität
Veröffentlicht: 12.07.2026 um 13:28 Uhr, Redaktion AD HOC NEWS, Redaktionelle Verantwortung: Rafael Müller (Chefredaktion)Das Cockpit of the Future von Forvia wirkt im Showroom wie eine kleine Lounge: Stoff auf dem Armlehnen-Modul, kühl schimmernde Displays, der Fahrer streicht mit der Hand über die nahtlos integrierte Mittelkonsole. Produktchef Christophe Schmitt erklärt dabei, wie das modulare Innenraumkonzept ganze Fahrzeugplattformen verändert.
Modulare Architektur für den Fahrzeuginnenraum
Forvia beschreibt das Cockpit of the Future als skalierbare Architektur, die OEMs vom Kleinwagen bis zum Premium-SUV nutzen können, um Innenräume schneller zu adaptieren und mehrere Fahrzeuggenerationen auf einer Plattform zu bedienen. Die Gruppe bündelt dabei Kompetenzen aus Sitzsystemen, Cockpitmodulen und Elektronik in einem Baukasten, der sich an unterschiedliche Fahrzeuggrößen und -segmente anpassen lässt.
Ein Kernpunkt ist die Integration von Displays, Bedienelementen und Licht in ein durchgängiges Instrumententafel-Layout, das je nach Marke anders aussehen kann, aber auf denselben strukturellen Bauteilen basiert. Für Hersteller reduziert das laut Forvia Entwicklungszeiten und Werkzeugkosten, weil tragende Kunststoffstrukturen, Kabelbäume und Airbagbereiche standardisiert sind, während Dekor, Oberflächen und User-Interface variieren.
Rolle von Nachhaltigkeit und Materialien
Ein Schwerpunkt im Cockpit of the Future liegt auf nachhaltigen Innenraumteilen aus recycelten oder biobasierten Materialien wie Kunststoffen mit Rezyklatanteil und Textilien aus Recyclingfasern. Forvia verweist darauf, den CO?-Fußabdruck seiner Cockpit- und Innenraumteile deutlich senken zu wollen, indem sowohl Rohstoffe als auch Prozesse optimiert werden. Die Entwicklungsteams arbeiten an Kunststoffen mit höherem Rezyklatanteil, ohne dass Haptik und Sicherheit leiden.
Im Konzeptaufbau nutzt Forvia etwa Oberflächen mit sichtbarer Textur, die recyceltes Material zeigen, aber sich unter der Fingerspitze gleichmäßig anfühlen und keine scharfen Kanten oder Grate aufweisen. Gleichzeitig wird an Leichtbaulösungen gearbeitet, bei denen tragende Strukturen im Armaturenbrett weniger Masse haben, um das Gesamtgewicht des Fahrzeugs zu senken und damit Reichweite oder Effizienz zu erhöhen.
Cockpit of the Future und Forvia im Anlegerblick
Wie wichtig Innenraumteile für Umsatz und Strategie von Forvia (Faurecia) sind, zeigen Produktportfolio und Finanzberichte.
Elektrifizierung und neue Fahrzeugplattformen
Im Kontext der Elektrifizierung positioniert Forvia das Cockpit of the Future explizit für Elektro- und Hybridfahrzeuge, bei denen der Innenraum stärker als Alleinstellungsmerkmal genutzt wird. Weil E-Fahrzeuge keine klassischen Mitteltunnel für Antriebsstränge brauchen, werden neue Ablagen, Schiebekonsolen und flexible Sitzanordnungen möglich, die Forvia mit seinen Modulen unterstützt. Im Konzept zeigt die Gruppe beispielsweise verschiebbare Mittelarmlehnen und modulare Stauraumlösungen.
Die Architektur lässt sich laut Forvia mit erweiterten Funktionen kombinieren, etwa großen zentralen Displays und integrierten HMI-Bedieneinheiten (Human Machine Interface), die Update-fähig sind. Dadurch sollen OEMs digitale Dienste über den Innenraum leichter ausspielen können, ohne mechanische Elemente ständig neu zu konstruieren. Die Bauteile rund um die Displays sind auf Standardgrößen ausgelegt, damit Panels unterschiedlicher Lieferanten eingebaut werden können.
Integration von Elektronik und Sicherheit
Ein zentrales Thema ist die Integration von Airbag-Systemen und Sicherheitskomponenten in die modulare Cockpitstruktur. Forvia betont, dass Airbagzonen, Crashstrukturen und Befestigungspunkte so ausgelegt sind, dass sie die unterschiedlichen Hardwarevarianten im Cockpit ohne Abstriche bei der Sicherheit aufnehmen. Die Bauteile werden mit Blick auf internationale Crashnormen und Zulassungsanforderungen entwickelt.
Hinzu kommt die Integration von Ambientebeleuchtung und Bedienelementen, die bei Dunkelheit eine klare Orientierung im Fahrzeug bieten. Diese Lichtlösungen sind in die Cockpitmodule integriert und können per Software verschiedene Szenarien abbilden, vom dezenten Nachtmodus bis zur hellen Tagesbeleuchtung. Für Fahrer bleibt damit trotz reduzierter Zahl physischer Tasten eine klare Rückmeldung erhalten, etwa durch beleuchtete Touchflächen oder haptische Rückmeldung.
Produktentwicklung und Zusammenarbeit mit OEMs
Im Entwicklungsprozess arbeitet Forvia eng mit Automobilherstellern zusammen, um Innenraumteile früh in Fahrzeugprojekten zu definieren. Projektteams kombinieren Design, Ingenieurwesen und Elektronikentwicklung, um sicherzustellen, dass das Cockpit of the Future in verschiedene Fahrzeuglinien adaptierbar bleibt. Die Entwicklungsphasen reichen vom Konzept über Prototypen bis zu Vorserien und Serienstart.
CEO Patrick Koller verweist in Interviews darauf, dass die Innenraumsparte für Forvia strategisch wichtig ist, weil sie hohe Wertschöpfung und Differenzierung ermöglicht. Der Ansatz, Innenraumteile als Plattformbaukasten anzubieten, soll die Rolle des Unternehmens als Systemlieferant stärken und langfristige Partnerschaften mit OEMs unterstützen. Mit dem Cockpit of the Future will Forvia zeigen, wie sich Elektronik und Mechanik im Innenraum verbinden lassen.
Technische Komponenten des Cockpit of the Future
Technisch umfasst das Cockpit of the Future Instrumententafelstrukturen, Mittelkonsolen, Türverkleidungen und Sitzanbindungspunkte, die als modulare Baugruppen ausgelegt sind. Dazu kommen Befestigungsschnittstellen für Displays, Steuergeräte und Kabelbäume, die standardisiert sind, um unterschiedliche elektronische Konfigurationen anzubinden. Die Module berücksichtigen dabei die Anforderungen an Stabilität, Geräuschverhalten und Crashsicherheit.
Auf der Elektronikseite arbeitet Forvia mit Komponenten wie HMI-Einheiten, Ambientelicht-Steuerungen und Verbindungslösungen, die in die Cockpitmodule integriert werden. Die Architektur ist so ausgelegt, dass Hardware über Fahrzeuglebenszyklen hinweg aktualisiert werden kann, etwa durch den Austausch von Displays oder Bedienpanels. Für OEMs bedeutet das, dass sie innenraumbezogene Technologiesprünge mit vergleichsweise geringem Aufwand integrieren können.
Marktrelevanz für Innenraumteile
Innenraumteile wie die Module des Cockpit of the Future spielen für Automobilhersteller eine wachsende Rolle, weil Kunden den Fahrzeuginnenraum zunehmend als wichtigen Faktor bei der Kaufentscheidung sehen. Haptik, Materialqualität, Geräuschverhalten und Bedienlogik prägen den Eindruck im Alltag und damit die Wahrnehmung der Marke. Als Zulieferer kann Forvia durch das Cockpit of the Future an diesen Anforderungen direkt anknüpfen.
Die Plattform eignet sich auch für verschiedene Preissegmente, weil mit identischer Struktur sowohl einfache als auch aufwendigere Oberflächen realisiert werden können. Dadurch kann ein OEM etwa eine Basisversion mit robusten Kunststoffen anbieten und eine höherwertige Variante mit Soft-Touch-Materialien oder ambienter Beleuchtung, ohne die tragenden Cockpitteile neu zu entwickeln. Das reduziert Komplexität und Lagerhaltung.
Regionale Verfügbarkeit und Produktionsstandorte
Forvia produziert Innenraumteile in verschiedenen Regionen, darunter Europa, Asien und Amerika, um nahe an OEM-Werken zu sein. Das Cockpit of the Future wird als global einsetzbares Konzept entwickelt, das unterschiedliche gesetzliche Vorgaben und Kundenpräferenzen berücksichtigt. Je nach Markt variieren etwa Materialauswahl, Deko und Farbwelten, während die strukturelle Plattform gleich bleibt.
Für bestimmte Fahrzeugmodelle wird das Cockpit of the Future in gemeinsamen Programmen mit Herstellern lokal angepasst, damit kulturelle und klimatische Unterschiede berücksichtigt werden können. In warmen Märkten etwa können Oberflächen gewählt werden, die sich in der Sonne weniger stark aufheizen, während in anderen Regionen weichere Materialien bevorzugt werden. Forvia nutzt hier sein globales Lieferantennetzwerk für Rohmaterialien.
Digitalisierung des Innenraums
Das Cockpit of the Future ist auch eine Antwort auf zunehmende Digitalisierung im Fahrzeug, bei der Software-Updates, Online-Dienste und personalisierte Einstellungen zunehmend über den Innenraum zugänglich werden. Forvia legt darum Wert darauf, dass seine Cockpitmodule HMI-Interfaces und Displays so integrieren, dass sie technisch updatefähig bleiben. Dazu gehören vorbereitete Schnittstellen für spätere Hardware-Generationen.
Die Architektur berücksichtigt, dass Softwarefunktionen während des Fahrzeuglebens erweitert werden können, etwa neue Menüs oder zusätzliche Anzeigen für Fahrerassistenzsysteme. Durch standardisierte Einbaupositionen für Displays und Bedieneinheiten muss die mechanische Struktur des Cockpits dabei nicht immer verändert werden, was OEMs Entwicklungskapazitäten spart.
Strategische Bedeutung für Forvia und die Aktie
Für Forvia ist das Cockpit of the Future ein strategischer Baustein, um die eigene Position als Systemlieferant für Innenräume zu stärken und Aufträge für neue Elektro- und Hybridplattformen zu sichern. Innenraumteile bieten wiederkehrende Umsätze über verschiedene Modellgenerationen und ermöglichen dem Unternehmen, seine Kompetenzen in Materialien, Elektronik und Sicherheit zu kombinieren. Für Kunden im B2B-Bereich bleibt das Produkt damit ein relevanter Bestandteil der Gesamtfahrzeugentwicklung.
Die Forvia (Faurecia) Aktie (ISIN FR0000121147) wird an der Euronext Paris gehandelt; das Segment Innenraumteile wie das Cockpit of the Future trägt merklich zur Wahrnehmung des Unternehmens als integrierter Automobilzulieferer bei.
Cockpit of the Future – Eckdaten
- Produkt: Cockpit of the Future
- Hersteller: Forvia SE (ehemals Faurecia SE)
- Kategorie: Fahrzeuginnenraum / Innenraumteile
- Markteinführung: Konzeptvorstellung und kontinuierliche Weiterentwicklung seit Mitte der 2010er Jahre
- UVP / Preis: nicht öffentlich; B2B-Preisgestaltung je nach OEM-Projekt
- Verfügbarkeit: im Rahmen von Plattformprojekten mit Automobilherstellern weltweit
- Zielgruppe: Automobilhersteller mit Fokus auf Elektro-, Hybrid- und Verbrennerplattformen mit modularen Innenräumen
- Besonderheit / USP: modulare, skalierbare Cockpitplattform, die nachhaltige Materialien, Elektronik und Sicherheitsfunktionen in einer Innenraumarchitektur vereint
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