Serbien drohen wegen Mladic-BegrÀbnis Konsequenzen der EU
Veröffentlicht am: 08.09.2026 um 13:47 Uhr | dpa, AD HOC NEWSEU-KommissionsprĂ€sidentin Ursula von der Leyen und RatsprĂ€sident AntĂłnio Costa warfen Regierungsvertretern nach der Beerdigung von Mladic vor, sich einem dunklen Kapitel der jĂŒngeren europĂ€ischen Geschichte nicht zu stellen.
Die Zeichen offizieller UnterstĂŒtzung und die Anwesenheit ranghoher serbischer AmtstrĂ€ger bei der Beerdigung seien zutiefst bedauerlich und stĂŒnden im Widerspruch zu den Werten, auf denen Serbiens Weg in die EuropĂ€ische Union beruhe.
Nach Angaben eines Sprechers der EU-Kommission werden derzeit mögliche nĂ€chste Schritte geprĂŒft. Diplomaten zufolge könnten Serbien etwa vorerst Fortschritte im EU-Beitrittsverfahren verwehrt werden. Denkbar seien zudem finanzielle Konsequenzen wie das Einfrieren von derzeit geleisteten UnterstĂŒtzungszahlungen. Serbien ist seit 2012 EU-Beitrittskandidatenland, seit 2014 laufen offiziell Verhandlungen.
SalutschĂŒsse fĂŒr Kriegsverbrecher
Der im GefĂ€ngnis gestorbene bosnisch-serbische Kriegsverbrecher Mladic war am Montag in der serbischen Hauptstadt Belgrad mit allen staatlichen und militĂ€rischen Ehren beigesetzt worden. Der Zeremonie auf dem Belgrader Friedhof Topcider wohnten mehrere tausend Menschen bei, wie serbische Medien berichteten. Eine militĂ€rische Ehrenformation begleitete den Sarg, Soldaten feuerten SalutschĂŒsse ab.
Von der Leyen und Costa erklĂ€rten nun dazu: "Die Bilder von der gestrigen Beerdigung von Ratko Mladic in Belgrad waren schockierend. Ratko Mladic war ein verurteilter Kriegsverbrecher. Er war fĂŒr Völkermord, Kriegsverbrechen und Verbrechen gegen die Menschlichkeit verantwortlich." Man sei in Gedanken bei allen Opfern der Verbrechen, die in den LĂ€ndern des ehemaligen Jugoslawiens begangen worden seien.
