ProSiebenSat.1 verdient trotz weiter rückläufigen Umsatz operativ mehr Geld
Veröffentlicht am: 06.08.2026 um 13:20 Uhr | dpa.deDer Gewinn vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen habe im zweiten Quartal bei 80 Millionen Euro gelegen, teilte der TV-Konzern am Donnerstag in Unterföhrung mit. Im Vorjahresquartal hatte das Unternehmen noch in den roten Zahlen gesteckt und zum Jahresauftakt betrug der operative Gewinn lediglich 44 Millionen Euro.
Der Umsatz ist wegen des schwierigen Werbeumfelds weiter rückläufig. Er sank in den drei Monaten bis Ende Juni im Jahresvergleich um fast neun Prozent auf 768 Millionen Euro. Im Vergleich zum Vorquartal konnte ProSiebenSat.1 den Umsatz allerdings fast stabil halten. Der Konzern bestätigte zudem die Prognose für das laufende Jahr. An der Börse kam das gut an. Das Papier legte am Donnerstagmittag um rund fünf Prozent auf 3,80 Euro zu.
Damit reduzierte die Aktie das Jahresminus auf 22 Prozent. In den vergangenen zwölf Monaten sackte der Börsenwert des Unternehmens sogar auf nur noch 885 Millionen Euro ab. Ende 2015 hatte die Marktkapitalisierung bei bis zu rund elf Milliarden Euro gelegen. Deshalb war Prosieben von März 2016 an zwei Jahre auch im Dax gelistet. Inzwischen ist das Papier auch aus dem SDax DE0009653386 geflogen.
Gründe dafür waren zum einen der stark gefallene Kurs und zum anderen der deutlich gesunkene Streubesitz durch die Übernahme. Für die Indexzugehörigkeit ist die Marktkapitalisierung des Streubesitzes relevant.
ProSiebenSat.1 war im September vergangenen Jahres vom italienischen Berlusconi-Konzern Media for Europe (MFE) übernommen worden. Im Oktober hatte der neue Mehrheitseigentümer das Spitzenmanagement der Senderkette ausgetauscht. Marco Giordani, zuvor MFE-Finanzvorstand, übernahm den Chefposten von Bert Habets. MFE besitzt auch Fernsehketten in Italien und in Spanien. Geplant ist der Ausbau zu einem europäischen Verbund.
