DAX: 2,23 Prozent Minus nach Trump-Ansage
Veröffentlicht: 09.07.2026 um 04:54 Uhr, Redaktion boerse-global.de
Der deutsche Leitindex ist am Mittwoch massiv unter Druck geraten. Die AnkĂŒndigung von US-PrĂ€sident Trump, die Waffenruhe mit dem Iran zu beenden, löste Schockwellen aus. Der DAX schloss bei 24.897 Punkten â ein Minus von 2,23 Prozent. Die psychologisch wichtige Marke von 25.000 Punkten wurde damit klar unterschritten.
Panik in der Mittagsstunde
Der Handelstag begann bereits schwach. Doch die Lage eskalierte gegen 12:30 Uhr. US-Luftangriffe auf ĂŒber 80 Ziele im Iran erreichten die Handelsbildschirme. Der DAX fiel zeitweise auf 2,3 Prozent Minus. Die Marktbreite war extrem negativ: Nur vier der 40 DAX-Werte notierten zwischenzeitlich im Plus.
Die Flucht aus Risikoassets war deutlich spĂŒrbar. Der Ălpreis der Sorte Brent sprang um rund 8 Prozent auf ĂŒber 80 Dollar pro Barrel. Das trieb die Inflationssorgen zurĂŒck. Auch die Anleiherenditen stiegen â die Rendite zehnjĂ€hriger Bundesanleihen kletterte auf 2,97 Prozent.
Energieversorger und Reederei als Gewinner
Einige Werte trotzten dem Ausverkauf. E.ON legte um 1,7 Prozent zu. Goldman Sachs hatte den Versorger positiv eingestuft. RWE gewann 1,3 Prozent als defensiver Wert in Krisenzeiten. BASF hielt sich mit plus 0,8 Prozent. Hapag-Lloyd profitierte von steigenden Frachtraten wegen der Spannungen in der StraĂe von Hormus (plus 1,0 Prozent).
Die Verliererliste war lang. Vonovia brach um 8,0 Prozent ein â Immobilienwerte leiden unter steigenden Renditen. Lufthansa verlor 6,6 Prozent. Die Treibstoffkosten explodieren, Citigroup hatte zudem eine Verkaufsempfehlung ausgesprochen. Die Deutsche Bank fiel um 5,0 Prozent, Heidelberg Materials um 4,8 Prozent. Infineon verlor 4,0 Prozent und baute die Korrektur nach enttĂ€uschenden Sektor-News von Samsung weiter aus.
Technik: NĂ€chste UnterstĂŒtzung in Sicht
Technisch hat sich das Bild drastisch verschlechtert. Der Fall unter 25.000 Punkte generierte ein kurzfristiges Verkaufssignal. Das Tagestief bei 24.830 Punkten hielt zwar. Doch ein Bruch dieses Niveaus könnte den Weg in Richtung 24.500 bis 24.000 Punkte ebnen. Der RSI liegt bei 48,3 â ĂŒberverkauft ist der Markt noch nicht.
Aus den Kursdaten wird das AusmaĂ deutlich: Der DAX notiert 3,87 Prozent unter seinem 52-Wochen-Hoch von 25.900 Punkten vom 6. Juli. Der 50-Tage-Durchschnitt bei 24.768 Punkten ist nur noch 0,5 Prozent entfernt.
Der globale Kontext bleibt angespannt. Die Wall Street startete ebenfalls mit Verlusten ĂŒber einem Prozent. Hinzu kommt der âSamsung-Schock" vom Vortag, der den Technologiesektor belastet. Anleger warten nun auf das kommende Fed-Protokoll. Es könnte Hinweise zur Zinspolitik unter diesen neuen geopolitischen Vorzeichen liefern.
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