DAX, Beschuss

DAX: 24.000 unter Beschuss

15.04.2026 - 04:28:56 | boerse-global.de

Der deutsche Leitindex gewinnt durch diplomatische Signale aus dem Nahen Osten, kämpft aber hartnäckig um die 24.000-Punkte-Schwelle. Ölpreise reagieren auf mögliche Entspannung.

DAX: 24.000 unter Beschuss - Foto: über boerse-global.de

Die Straße von Hormus ist wieder in aller Munde — und mit ihr kehrt zaghafte Zuversicht an die deutschen Aktienmärkte zurück. Der DAX startete heute mit deutlichen Gewinnen in den Handel und überwand dabei zeitweise die viel beachtete 24.000-Punkte-Marke. Die runde Schwelle erweist sich aber als zäh: Jedes Mal, wenn der Index darüber klettert, folgt prompt der Rückfall.

Naher Osten gibt den Takt vor

Was die Märkte heute antreibt, kommt nicht aus den Unternehmensbilanzen, sondern aus der Geopolitik. Nachdem ein erstes Gesprächstreffen zwischen den USA und dem Iran am Sonntag ohne konkretes Ergebnis zu Ende gegangen war, mehren sich Berichte, dass Trump zu einer weiteren Verhandlungsrunde bereit ist. Gleichzeitig wollen die libanesische Regierung und Israel erstmals seit Jahrzehnten wieder direkte Gespräche auf politischer Ebene aufnehmen.

Das klingt nach kleinen Schritten — ist für die Börsen aber erheblich. Eine dauerhafte Einigung würde die Straße von Hormus wieder vollständig öffnen, einen der wichtigsten Schifffahrtswege der Welt. Erst gestern war zusätzlich zur iranischen auch eine US-amerikanische Blockade der Meerenge in Kraft getreten. Entsprechend deutlich reagierten die Ölpreise: Sie fielen wieder unter die 100-Dollar-Marke.

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Asiatische Börsen zogen am Morgen ebenfalls an, und auch der Euro Stoxx 50 notiert zum Handelsbeginn im Plus. Das Bild ist freundlich — aber nicht ungetrübt. Die Commerzbank gibt zu bedenken, dass die Differenzen zwischen Washington und Teheran noch erheblich sein dürften, bevor die laufende Waffenruhe in einer Woche ausläuft. Die Märkte scheinen die Chance auf eine Einigung also bereits einzupreisen, ohne dass diese greifbar wäre.

Auf Einzelwertebene sorgten heute Heidelberger Druckmaschinen mit einem Kurssprung von rund 12 Prozent für Aufsehen — ausgelöst durch politische Aufmerksamkeit für ihr neu gegründetes Drohnenabwehr-Joint-Venture. Salzgitter und Thyssenkrupp profitierten von verschärften EU-Importregeln für Stahl. Continental legte nach einer Hochstufung durch Barclays rund 2,4 Prozent zu.

Vom Allzeithoch bei 25.507 Punkten, das der DAX am 13. Januar markiert hatte, trennen den Index noch gut 1.500 Punkte. Ob die diplomatische Fantasie reicht, um diese Lücke in absehbarer Zeit zu schließen, steht auf einem anderen Blatt.

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