DAX Aktie: 25.000 Punkte halten nicht
16.06.2026 - 19:47:30 | boerse-global.de
Der DAX kämpft am Dienstag hartnäckig um die 25.000-Punkte-Marke — und das ist symptomatisch für die aktuelle Lage: Positive Impulse gibt es genug, aber die Überzeugung für eine nachhaltige Rally fehlt noch.
Iran-Deal: Aufbruch ohne Aufbruchsstimmung
Das Rahmenabkommen zwischen den USA und dem Iran hat die Märkte bereits in der Vorwoche beflügelt. Inzwischen ist die erste Euphorie verflogen. LBBW-Experte Rolf Schäffer bringt es auf den Punkt: Das Abkommen sei "ein diplomatischer Erfolg auf Bewährung" — erhebliche Differenzen beim iranischen Atomprogramm bestünden fort, und auch die Lage im Libanon bleibe ein Unsicherheitsfaktor.
Immerhin: Der Ölpreis reagiert spürbar. Ein Fass Brent kostete am Dienstagmittag rund 81 Dollar — ein Rückgang von etwa 2,4 Prozent gegenüber dem Vortag. Sinkende Energiepreise nehmen Druck von inflationsgeplagten Branchen und Verbrauchern.
Das spiegelt sich im ZEW-Index wider. Der Indikator für die deutschen Konjunkturerwartungen kletterte im Juni auf 10,5 Punkte — von zuvor minus 10,2. Das erste positive Ergebnis seit März. Besonders auffällig: Im Automobilsektor stieg der Teilindex um fast 22 Punkte. Chemie, Pharma und Maschinenbau legten ebenfalls deutlich zu. VP-Bank-Chefvolkswirt Thomas Gitzel dämpft jedoch allzu viel Optimismus — das Gesamtbild bleibe gegenüber Jahresbeginn "stark eingetrübt", von Konjunktureuphorie könne keine Rede sein.
Einzelwerte bestimmen das Bild
Im DAX selbst sorgte die Deutsche Bank für Bewegung. Eine Kaufempfehlung mit Kursziel 70 Euro für Gea Group trieb die Aktie an die Indexspitze — zwischenzeitlich mit rund fünf Prozent im Plus. Brenntag lief dagegen in die Gegenrichtung: Die Deutsche Bank strich ihre Kaufempfehlung, da der Chemikalienhändler als Profiteur des Nahostkonflikts durch das Abkommen seinen Sondervorteil verliere. Automobilwerte — Volkswagen, Mercedes-Benz, BMW — gaben ebenfalls nach.
Zwei Termine setzen den Takt
Die zweite Wochenhälfte bringt gleich zwei marktbewegende Ereignisse. Am Mittwoch entscheidet die Fed unter dem neuen Vorsitzenden Kevin Warsh über den Leitzins. Die Helaba-Experten erwarten keine Überraschung — die Notenbanker dürften die Marktkonsenserwartungen erfüllen und stillhalten. Am Freitag folgt dann der große Verfall an den Terminbörsen, der sogenannte Hexensabbat, der erfahrungsgemäß für erhöhte Volatilität sorgt.
Das DAX-Allzeithoch liegt bei 25.508 Punkten, markiert am 13. Januar dieses Jahres. Bis dorthin fehlen aktuell noch rund zwei Prozent. Ob der Index die 25.000 Punkte bis Wochenschluss stabil verteidigen kann, hängt wesentlich davon ab, wie sich Fed und Geopolitik in den nächsten 48 Stunden entwickeln.
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