DAX Aktie: Gewinner und Verlierer des Quartals
01.07.2026 - 00:32:46 | boerse-global.de
Ein freundlicher Abschluss für den Juni — und ein gemischtes Bild für das zweite Quartal. Der DAX legte heute 1,5 Prozent auf knapp 24.996 Punkte zu, scheiterte aber erneut an der runden Marke von 25.000 Punkten. Die Schwelle bleibt ein hartnäckiger Widerstand.
Tagessieger und Schlusslichter
Den stärksten Tagesimpuls lieferte Siemens Energy mit einem Plus von 5,6 Prozent. Ausgelöst wurde dies durch positive Aussagen zum Geschäftsverlauf kurz vor der Quartalsbilanz Anfang August. Citigroup-Analyst Vivek Midha sprach von Erleichterung — Nachfragesorgen, die zuletzt den Kurs belasteten, scheinen sich vorerst zerstreut zu haben. Infineon profitierte vom wieder aufgelebten Interesse an KI-Werten und gewann 4,4 Prozent.
Am anderen Ende stand Deutsche Telekom mit einem Minus von 3,9 Prozent, dem schwächsten Wert im Index. UBS-Analyst Polo Tang benannte zwei Faktoren: wachsende Sorgen vor Satellitenwettbewerb im US-Markt sowie Skepsis gegenüber einem möglichen Zusammenschluss mit T-Mobile US. Adidas verlor 0,8 Prozent — das frühe WM-Aus der deutschen Nationalmannschaft dürfte die zuletzt trikotgetriebene Kursrally ausbremsen.
Q2-Bilanz: Die Schere öffnet sich
Der Blick auf das gesamte zweite Quartal offenbart eine bemerkenswerte Streuung. Infineon war mit Abstand der stärkste DAX-Wert — ein Plus von fast 119 Prozent innerhalb von drei Monaten. Siemens, Merck KGaA und HOCHTIEF folgten mit Zuwächsen zwischen 37 und 38 Prozent. Auf der anderen Seite verloren Rheinmetall knapp 30 Prozent, BMW rund 27 Prozent und Deutsche Telekom etwa 26 Prozent.
Das ergibt für den DAX insgesamt ein durchwachsenes Quartalsbild: Technologie und Bau profitierten, Rüstung und Automobil standen unter Druck.
Geopolitik und Ausblick
Ein Unsicherheitsfaktor bleibt die Lage im Nahen Osten. Nach militärischen Eskalationen in der Straße von Hormus stocken die Gespräche mit dem Iran — mit möglichen Auswirkungen auf Energiepreise und Risikobereitschaft. Der Juni brachte dem DAX per saldo ein kleines Minus von 0,4 Prozent. Statistisch zählt der Juli historisch zu den stärkeren Börsenmonaten — ob das Q2-Momentum für einen nachhaltigen Sprung über 25.000 Punkte reicht, werden die anstehenden US-Arbeitsmarktdaten und Inflationszahlen in den nächsten Wochen mitentscheiden.
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