DAX: Bilanzsaison trifft Geopolitik
Veröffentlicht: 05.05.2026 um 20:26 Uhr, Redaktion boerse-global.de
Nach dem schwachen Wochenauftakt hat der DAX am Dienstagmorgen wieder Boden gutgemacht. Der deutsche Leitindex startete mit moderaten AufschlĂ€gen und schob sich zwischenzeitlich deutlich ĂŒber die 24.000-Punkte-Marke. Das Allzeithoch vom 13. Januar bei 25.507 Punkten bleibt jedoch in weiter Ferne.
Rheinmetall enttÀuscht, Anleger reagieren kritisch
RĂŒstungskonzern Rheinmetall lieferte Quartalszahlen unterhalb der Markterwartungen. Das Unternehmen begrĂŒndete die LĂŒcke mit zeitlichen Verschiebungen und bekrĂ€ftigte gleichzeitig seine Jahresziele. JPMorgan-Analyst David Perry hob allerdings hervor, dass die Investoren inzwischen deutlich skeptischer auf solche ErklĂ€rungen reagieren als noch in den Jahren zwischen 2022 und 2025. Der Vertrauensvorschuss, den Rheinmetall lange genoss, scheint aufgebraucht.
Auch Fresenius Medical Care trĂŒbte die Stimmung. Der Dialysespezialist meldete fĂŒr das erste Quartal einen spĂŒrbaren GewinnrĂŒckgang â steigende Kosten und negative WĂ€hrungseffekte drĂŒckten das Ergebnis, obwohl der Umsatz weitgehend stabil blieb. Die Aktie gab im frĂŒhen Handel moderat nach.
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Naher Osten hÀlt die MÀrkte in Atem
Im Hintergrund schwelt weiter die geopolitische Lage rund um die StraĂe von Hormus. Das von den USA initiierte Vorhaben zur Freigabe der Meerenge trifft auf scharfe Ablehnung des Iran. Die Ălpreise gaben zuletzt leicht nach, verbleiben aber auf erhöhtem Niveau â ein Faktor, der Inflationserwartungen und Konjunkturaussichten gleichermaĂen belastet.
Die Helaba warnte in ihrem Tagesausblick vor möglichen Zweitrundeneffekten bei der Inflation, sollten die Energiepreise lĂ€nger erhöht bleiben. Das könnte Notenbanken unter Druck setzen, die Geldpolitik zu straffen â kein angenehmes Szenario fĂŒr Aktienanleger.
ZusĂ€tzlich richtet sich der Blick heute auf US-Konjunkturdaten: Der ISM-Index fĂŒr den Dienstleistungssektor sowie Zahlen zum Immobilienmarkt gelten als Gradmesser dafĂŒr, wie widerstandsfĂ€hig die amerikanische Wirtschaft in diesem unsicheren Umfeld noch ist. Positive Ăberraschungen aus Washington könnten dem DAX weiteren RĂŒckenwind geben â oder ihn bremsen, falls die Daten die Zinssorgen neu entfachen.
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