DAX: Chips runter, Autos rauf
Veröffentlicht: 15.07.2026 um 22:29 Uhr, Redaktion boerse-global.de
Ein guter Quartalsbericht, ein fallender Kurs â und mittendrin ein Index, der seine 25.000-Punkte-Marke schon wieder verliert. Am Mittwoch zeigte sich, wie unterschiedlich der Markt auf Zahlen reagieren kann: WĂ€hrend BASF trotz solider Ergebnisse abgestraft wurde, sortierten Anleger im Technologiesektor krachend um.
Der DAX schloss bei 24.999,53 Punkten, ein Minus von 0,59 Prozent. Damit riss die Serie von vier Handelstagen in Folge ĂŒber der psychologischen 25.000er-Schwelle. Zur Einordnung: Erst Anfang Juli hatte der Index mit einem Schlussstand von 25.817,89 ZĂ€hlern sein bisheriges Allzeithoch markiert.
BASF bremst trotz starker Kennzahlen
Der Chemiekonzern legte ein bereinigtes EBITDA von 2,4 Milliarden Euro vor â mehr als der Markt erwartet hatte. Die Aktie fiel trotzdem um 3 Prozent. Der Grund: ein schwĂ€cherer freier Cashflow und ein Gewinnausblick, der lediglich die bereits bestehenden Erwartungen bestĂ€tigt, statt sie zu ĂŒbertreffen. Neben BASF gehörten auch Bayer und Infineon zu den gröĂten Verlierern im Index.
Chip-Werte unter Druck, Autos gefragt
Infineon bĂŒĂte 6,3 Prozent ein â Teil einer breiteren Gewinnmitnahme im Technologiesektor. Selbst ASML konnte trotz angehobener Umsatzprognose kaum zulegen, in den USA brachen Dell und Sandisk zweistellig ein, nachdem IBM tags zuvor von knapperen KI-Budgets bei Kunden berichtet hatte.
Auf der Gewinnerseite standen klassische Industriewerte. Volkswagen kletterte um 3,5 Prozent, befeuert auch von starken Absatzzahlen der Stellantis-Tochter Opel, deren Pkw-GeschÀft weltweit rund 313.000 Fahrzeuge verkaufte. Traton legte nach einer Kurszielanhebung durch Goldman Sachs um 2,7 Prozent zu, Daimler Truck schloss ebenfalls leicht im Plus. An der Index-Spitze standen Heidelberg Materials, Volkswagen und Mercedes-Benz.
Makrobild bleibt zwiegespalten
Die US-Erzeugerpreise stiegen im Juni schwĂ€cher als erwartet und bestĂ€tigten damit den Trend der Verbraucherpreise vom Vortag â ein Signal, das der US-Notenbank Spielraum verschafft. FĂŒr echten RĂŒckenwind reichte das jedoch nicht. Die Lage im Nahen Osten blieb angespannt, nachdem US-PrĂ€sident Donald Trump mit Angriffen auf die zivile Infrastruktur des Iran gedroht hatte. Der Ălpreis gab dennoch nach, Brent kostete zuletzt 83,77 Dollar je Fass.
Marktbeobachter werten die relative StabilitÀt der Kurse trotz der Drohkulisse als Zeichen, dass kaum ein Anleger von einer unkontrollierten Eskalation ausgeht. MDAX und SDAX bewegten sich derweil kaum vom Fleck, der TecDAX gab wegen der Chip-SchwÀche um 1,0 Prozent nach.
Mit dem Start der Berichtssaison rĂŒckt nun die Frage in den Vordergrund, ob weitere Schwergewichte dem BASF-Muster folgen â gute Zahlen, aber verhaltene Ausblicke. Die 25.000-Punkte-Marke bleibt vorerst das Terrain, um das sich die nĂ€chsten Handelstage drehen dĂŒrften.
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