DAX, Nervöser

DAX: Nervöser Wochenschluss

Veröffentlicht am: 24.07.2026 um 12:58 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Vier Belastungsfaktoren treiben den DAX am Freitag in die Defensive. Steigender Ölpreis, Eskalation im Nahen Osten und ein schwacher VW-Bericht belasten die Stimmung der Anleger.

DAX vor nervösem Wochenschluss: Öl, Zölle und VW belasten
Digitale Anzeigetafel mit schwankenden Aktienkursen und verschwommenen FinanzmarkthĂ€ndlern im Hintergrund. Illustration mit AI erstellt ĂŒbermittelt durch boerse-global.de

Vier Belastungsfaktoren gleichzeitig, eine wichtige UnterstĂŒtzungslinie in Gefahr — der DAX steuert am Freitag auf einen angespannten Wochenschluss zu. WĂ€hrend die US-Berichtssaison erste Risse zeigt, treiben steigender Ölpreis, ein eskalierender Nahost-Konflikt und anziehende Anleiherenditen die NervositĂ€t der Anleger nach oben. Auf Unternehmensebene sorgt zusĂ€tzlich ein enttĂ€uschender Volkswagen-Bericht fĂŒr Gegenwind, wĂ€hrend SAP und Atoss Software positive Akzente setzen.

Der X-DAX signalisierte eine Stunde vor Handelsbeginn ein Minus von 0,1 Prozent auf 24.733 Punkte. Bereits am Donnerstag war der Index unter seine kurz- und mittelfristigen Durchschnittslinien gerutscht und hatte damit den tiefsten Stand seit Ende Juni erreicht.

Der Angst-Indikator VDAX-New kletterte auf 17,50 Prozent, der Fear-&-Greed-Index steht bei 39 Punkten und signalisiert damit "Angst" statt Gier.

Ölpreis und Nahost-Konflikt schĂŒren die Sorgen

US-PrĂ€sident Donald Trump setzt die Angriffe auf den Iran fort — bereits in der 13. Nacht in Folge. Die Huthi-Miliz griff zusĂ€tzlich saudische Schiffe im Roten Meer an, was die Lage an der Straße von Hormus weiter verschĂ€rft. Die Nordsee-Sorte Brent notiert deshalb wieder ĂŒber 100 Dollar je Barrel.

Hinzu kommt politischer Gegenwind aus Washington: Die USA verhĂ€ngen neue Zölle gegen 60 Handelspartner, darunter auch Waren aus der EuropĂ€ischen Union. BegrĂŒndet wird dies mit angeblich unzureichenden Maßnahmen gegen Zwangsarbeit. Da die neuen Abgaben lediglich auslaufende Zölle ersetzen, dĂŒrften grĂ¶ĂŸere KursausschlĂ€ge an den Börsen aber ausbleiben.

VW belastet, SAP und Atoss stĂŒtzen

Auf Unternehmensebene liefert Volkswagen den grĂ¶ĂŸten DĂ€mpfer. Der Gewinn brach im zweiten Quartal um rund ein Drittel auf 1,54 Milliarden Euro ein, das operative Ergebnis sackte um etwa ein Zehntel auf 3,47 Milliarden Euro ab.

Konzernchef Oliver Blume kappte zugleich die Umsatzprognose fĂŒr 2026 — statt eines Umsatzplus von bis zu drei Prozent erwartet er nun bestenfalls eine stabile Entwicklung, im schlechtesten Fall einen RĂŒckgang. Die VW-Vorzugsaktie gab vorbörslich rund drei Prozent nach.

Belastet wird der Autobauer vor allem durch den chinesischen Markt, wo die Auslieferungen um mehr als ein Drittel einbrachen. Konzernweit sanken die VerkÀufe um knapp neun Prozent auf 2,08 Millionen Fahrzeuge.

Im Softwaresektor sieht es freundlicher aus. SAP gewann im vorbörslichen Handel rund drei Prozent, gestĂŒtzt durch ein robustes Cloud-AbogeschĂ€ft trotz schwierigem globalen Umfeld. Auch Atoss Software legte nach ĂŒberraschend starken Quartalszahlen um knapp drei Prozent zu.

Ob der DAX seine UnterstĂŒtzung bei 24.700 Punkten am Nachmittag hĂ€lt, entscheidet sich mit dem US-Handelsstart. Rutscht der Index darunter, rĂŒckt die Marke von 24.479 Punkten in den Fokus. Auf der Oberseite bleibt ein nachhaltiger Sprung ĂŒber 25.200 Punkte Voraussetzung fĂŒr ein neues Kaufsignal.

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