DAX: Rekordjagd gerÀt ins Stocken
Veröffentlicht: 10.07.2026 um 13:47 Uhr, Redaktion boerse-global.de
Nach drei Rekordtagen in Folge tritt der DAX zum Wochenschluss auf der Bremse. Der Leitindex eröffnete am Freitag nahezu unverĂ€ndert bei rund 25.080 Punkten â ein deutlicher Kontrast zur Woche, die mit einem neuen Allzeithoch begann und nun mit einem Minus von rund zweieinhalb Prozent zu Ende geht.
Iran-Konflikt diktiert die Richtung
Der Grund fĂŒr den abrupten Stimmungswechsel liegt nicht in Frankfurt, sondern im Nahen Osten. Die militĂ€rische Eskalation zwischen den USA und dem Iran hatte den Index von seinem Rekordhoch bei 25.900 Punkten am Montag bis auf 24.830 Punkte gedrĂŒckt, bevor sich der DAX wieder ĂŒber die 21-Tage-Linie retten konnte. Trotz anhaltender Spannungen betonen US-Regierungsvertreter, dass technische GesprĂ€che mit Teheran weiterlaufen â ein Umstand, der die Anleger bislang vor einer echten Verkaufspanik bewahrt hat.
Parallel dazu bleibt der Ălpreis der entscheidende Belastungsfaktor. Solange die Notierungen auf erhöhtem Niveau verharren, drĂŒckt das auf die Konjunkturaussichten und nĂ€hrt neue Inflationssorgen â genau jenes Risiko, das die Erholung fragil macht.
Etwas Entlastung kam dagegen von der Preisfront in Deutschland. Der harmonisierte Verbraucherpreisindex sank im Juni gegenĂŒber dem Vormonat um 0,2 Prozent, die Jahresrate fiel von 2,7 auf 2,4 Prozent. Die Kerninflation blieb bei 2,5 Prozent stabil â ein Signal, das der EuropĂ€ischen Zentralbank Spielraum lĂ€sst, ohne die Konjunktursorgen zu verschĂ€rfen.
Charttechnik zeigt Spannungsfeld
Auf der Chartseite hat sich der DAX nach dem Ausflug ĂŒber das obere Bollinger-Band zuletzt in Richtung des 20-Tage-Durchschnitts zurĂŒckgearbeitet. Die gleitenden Durchschnitte der letzten 20, 50 und 200 Handelstage senden derzeit Kaufsignale, wĂ€hrend die Slow Stochastik noch ein Verkaufssignal ausweist. Damit steht der Index an einer Weggabelung: Eine RĂŒckkehr ĂŒber 25.465 Punkte wĂŒrde eine offene KurslĂŒcke schlieĂen und den Weg zum Allzeithoch bei 25.907 Punkten freimachen. FĂ€llt der Index dagegen unter 24.038 Punkte, wĂ€re das AufwĂ€rtsszenario hinfĂ€llig.
FĂŒr die kommenden Handelstage dĂŒrfte weniger die Charttechnik als die Entwicklung im Nahen Osten den Ton angeben. Bleibt die diplomatische KanĂ€le zwischen Washington und Teheran offen, spricht die aktuelle technische Konstellation fĂŒr eine Fortsetzung der Erholung in Richtung der Rekordmarken vom Wochenanfang.
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