DAX: Rekordserie gerät ins Stocken
Veröffentlicht: 14.07.2026 um 13:55 Uhr, Redaktion boerse-global.de
Drei Rekordtage in Folge, dann der Bruch: Der DAX verliert am Dienstag den Schwung, den er noch am Wochenbeginn zeigte. Verantwortlich ist ausgerechnet der Ölpreis — und der nimmt seinen Antrieb aus einer Eskalation am Persischen Golf, die die Anleger zunehmend nervös macht.
Hormus-Drohung treibt Ă–lpreis
US-Präsident Donald Trump hat die Wiederaufnahme einer Seeblockade gegen iranische Häfen angekündigt und will künftig für die sichere Durchfahrt der Straße von Hormus eine Gebühr in Höhe von 20 Prozent des Frachtwertes erheben. Die Reaktion an den Rohstoffmärkten ließ nicht lange auf sich warten: Der Brent-Ölpreis kletterte auf rund 85 US-Dollar je Barrel, den höchsten Stand seit einem Monat. Marktbeobachter sprechen von einer geopolitischen Risikoprämie, die sich zunehmend in den Notierungen niederschlägt — die Einschätzung der Lage sei von "fragilen Arbeitsbeziehungen" zwischen den USA und dem Iran zu einer "heiklen Konfrontation mit wenig Aussichten auf einen Kompromiss" umgeschwenkt.
Der DAX reagierte prompt und rutschte in den ersten Handelsminuten um 0,42 Prozent auf 25.008 Punkte ab. Damit verteidigt der Index die psychologisch wichtige 25.000er-Marke zwar noch, der Puffer schmilzt aber sichtlich. Erst am 6. Juli hatte der DAX mit 25.900,10 Punkten ein Allzeithoch markiert und war mit 25.817,89 Zählern auf Rekordniveau aus dem Handel gegangen.
Charttechnik zeigt beide Szenarien
Nach dem Rekordhoch folgte eine mehrtägige Konsolidierung um den gleitenden Durchschnitt der letzten 20 Handelstage. Hält sich der Index über der Unterstützung bei 24.038 Punkten, bleibt aus charttechnischer Sicht der Weg zurück Richtung 25.465 und darüber hinaus zum Allzeithoch offen. Rutscht der DAX jedoch nachhaltig darunter, könnten laut technischen Indikatoren weitere Verkaufssignale folgen.
Ein Rutsch unter die 25.000-Punkte-Marke könnte die Korrektur nach Einschätzung von Marktanalysten noch beschleunigen — bislang verläuft die Bewegung aber eher geordnet, da Anleger die Wechselhaftigkeit des Iran-Konflikts aus früheren Phasen kennen.
Am Nachmittag rücken die US-Inflationsdaten für Juni in den Fokus. Nach jüngsten Signalen der US-Notenbank, wonach eine Zinsanhebung zur Eindämmung der Inflationsrisiken nötig werden könnte, dürften die Zahlen zusätzliches Gewicht für die weitere Richtung des Index bekommen.
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