DAX: Rekordserie reißt ab
Veröffentlicht: 08.07.2026 um 18:05 Uhr, Redaktion boerse-global.de
Noch am Montag kratzte der DAX an der Marke von 25.900 Punkten, so nah am Allzeithoch wie nie zuvor. Am Mittwoch ist von dieser Euphorie nichts mehr übrig. Der Index rutscht um mehr als zwei Prozent ab und fällt unter die psychologisch wichtige Schwelle von 25.000 Punkten zurück auf rund 24.900 Zähler.
Auslöser ist eine überraschende Kehrtwende in der Geopolitik. US-Präsident Donald Trump erklärte den Waffenstillstand mit dem Iran für beendet, nachdem es zu gegenseitigen Angriffen gekommen war — darunter ein Abschuss iranischer Raketen auf Bahrain und iranische Attacken auf Handelsschiffe. Die USA reaktivierten daraufhin auch Sanktionen gegen iranische Ölverkäufe. Zwar vermied Trump die Ansage, die USA würden den Krieg direkt wieder aufnehmen, doch die Botschaft reichte, um die Risikobereitschaft der Anleger einzukassieren.
Öl treibt Zinssorgen an
Die Folge an den Rohstoffmärkten war unmittelbar spürbar: Der Ölpreis der Sorte Brent schoss um rund sechs Prozent auf etwa 78 Dollar je Barrel nach oben. Sorgen um die Straße von Hormus als kritischen Transportweg befeuern diese Bewegung. Marktbeobachter warnen, dass jeder erneute Angriff auf die Handelsschifffahrt das Vertrauen in eine Wiedereröffnung weiter untergräbt und künftige Erholungen fragiler macht.
Steigende Ölpreise nähren wiederum Inflationsängste — und damit Spekulationen über weitere Zinserhöhungen. Die Rendite zehnjähriger Bundesanleihen zog um rund neun Basispunkte auf 3,07 Prozent an. Genau in diese Gemengelage platzt am Abend die Veröffentlichung des Fed-Protokolls, das eigentlich im Zentrum der Woche stehen sollte, nun aber neben der Iran-Eskalation fast unterzugehen droht.
Sektorrotation trifft Banken und Airlines
Im DAX zeigt sich das Bild eindeutig: Von 40 Werten notierten zeitweise 36 im Minus. Unter Verkaufsdruck standen vor allem Banken, Immobilienwerte und Autotitel, deren Branchenindizes jeweils rund drei Prozent verloren. Die Lufthansa-Aktie büßte rund fünf Prozent ein, verschärft durch eine Abstufung der Citigroup auf "Sell" — die Bank verwies auf sinkende Margen und ausgeblendete Streikrisiken. Auch Barclays bestätigte seine zurückhaltende "Underweight"-Einschätzung für die Fluggesellschaft.
Auf der Gewinnerseite standen ausgerechnet jene Titel, die von steigenden Energiepreisen profitieren: Eon, RWE, Brenntag und BASF konnten sich dem Abwärtssog entziehen. Bei Eon kommt hinzu, dass Analysten das geplante Reformpaket der Bundesregierung für Energienetze positiv werten — ein Bereich, aus dem der Versorger einen erheblichen Teil seiner Gewinne zieht. Auch Chemiewerte gelten als möglicher Profiteur, da sie dank hoher Preismacht Kostendruck durch teureres Öl besser abfedern können als asiatische Wettbewerber.
Am Abend rückt nun das Fed-Protokoll in den Blick — insbesondere die Frage, wie der neue Notenbankchef Kevin Warsh die Gratwanderung zwischen Inflationsbekämpfung und Zinssignalen künftig kommunizieren will. Bis dahin dürfte die Iran-Eskalation das bestimmende Thema für die Marktrichtung bleiben.
DAX-Aktie: Kaufen oder verkaufen?! Neue DAX-Analyse vom 8. Juli liefert die Antwort:
Die neusten DAX-Zahlen sprechen eine klare Sprache: Dringender Handlungsbedarf für DAX-Aktionäre. Lohnt sich ein Einstieg oder sollten Sie lieber verkaufen? In der aktuellen Gratis-Analyse vom 8. Juli erfahren Sie was jetzt zu tun ist.
DAX: Kaufen oder verkaufen? Hier weiterlesen...
Disclaimer zu unseren Artikeln: Keine Anlageberatung, keine Kauf oder Verkaufsempfehlung. Angaben zu Kursen, Unternehmen und Märkten ohne Gewähr; Änderungen jederzeit möglich. Börsengeschäfte können zu hohen Verlusten führen. Unsere Beiträge werden ganz oder teilweise automatisiert mit Unterstützung von AI erstellt und geprüft.
