Dax steigt auf 25.370 Punkte – Risiken bleiben bestehen
Veröffentlicht am: 13.10.2026 um 12:37 Uhr | dts-nachrichtenagentur, AD HOC NEWSDefensive Aktien führen die Kursliste an
- Der Dax lag gegen 12:30 Uhr bei 25.370 Punkten und damit 0,4 Prozent ĂĽber dem Schluss des Vortags.
- Symrise, Bayer und Brenntag führten die Kursliste an, während Infineon, Siemens Energy und Hochtief am Ende lagen.
- Andreas Lipkow von CMC Markets beobachtete eine steigende Nachfrage nach zuletzt stark gefallenen Aktien.
Der Dax hat sich am Dienstag nach einem freundlichen Handelsstart weiter im Plus gehalten. Gegen 12:30 Uhr wurde der deutsche Leitindex mit 25.370 Punkten berechnet, was einem Anstieg von 0,4 Prozent gegenĂĽber dem Schlussniveau des vorherigen Handelstags entspricht.
Symrise, Bayer und Brenntag vorn
An der Spitze der Kursliste standen Symrise, Bayer und Brenntag. Infineon, Siemens Energy und Hochtief rangierten am unteren Ende.
Andreas Lipkow, Chef-Marktanalyst von CMC Markets, erklärte, der Dax könne sich weiter von der Marke von 25.000 Punkten nach oben absetzen. Auffällig sei die zunehmende Nachfrage nach Aktien, die zuletzt deutlich abgestraft worden seien.
Anleger setzen auf defensive Werte
Nach Lipkows Einschätzung standen mit Symrise, der Deutschen Telekom und Vonovia vorwiegend defensive Titel auf den Einkaufslisten der Anleger. Nach den Kursverlusten der vergangenen Wochen erscheine das Chance-Risiko-Verhältnis wieder attraktiver.
Belastungsfaktoren bleiben bestehen
An den grundlegenden Risiken für die Aktienmärkte habe sich dagegen wenig geändert. Hohe Energiepreise und Anleiherenditen blieben ein Belastungsfaktor.
Die aktuelle Erholung sei daher weniger Ausdruck neuer Zuversicht als eine gezielte Suche nach gĂĽnstiger bewerteten Aktien, so Lipkow. Die Anleger kauften nicht den breiten Markt, sondern vor allem die Verlierer der vergangenen Wochen.
Der Dax bewegt sich damit weiterhin in einer Phase, in der steigende Rohstoffpreise und die Entwicklung an den Anleihemärkten die Aktienbewertung maßgeblich beeinflussen. Bereits am Vortag hatte der Leitindex trotz höherer Ölpreise zugelegt und bei 25.278 Punkten geschlossen. Brent lag dabei zeitweise oberhalb von 100 Dollar je Barrel.
Hohe Energiepreise können über höhere Produktions- und Transportkosten den Inflationsdruck verstärken. Das erhöht den Blick der Anleger auf die Renditen von Staatsanleihen, weil steigende Zinsen Aktien gegenüber festverzinslichen Anlagen weniger attraktiv machen und die Finanzierungskosten der Unternehmen erhöhen.
Erholung mit selektivem Charakter
Die Kursentwicklung spricht zugleich für eine differenzierte Nachfrage. Anleger greifen nicht uneingeschränkt bei allen Dax-Werten zu, sondern bevorzugen zuletzt gefallene oder defensivere Aktien. Das kann kurzfristig für Stabilisierung sorgen, sagt aber wenig über eine breit angelegte Verbesserung der Marktstimmung aus.
Für Anleger bleibt deshalb entscheidend, ob sich Energiepreise und Anleiherenditen beruhigen und ob die anstehende Berichtssaison die Bewertungen rechtfertigt. Eine Fortsetzung der Erholung dürfte besonders davon abhängen, ob Unternehmen ihre Gewinnprognosen trotz des Kostendrucks bestätigen können.
