DAX, Rekord

DAX: Vom Rekord zur Bewährungsprobe

Veröffentlicht: 09.07.2026 um 15:55 Uhr, Redaktion boerse-global.de

Nach neuem Allzeithoch fällt der DAX zurück. Geopolitische Spannungen und steigende Ölpreise setzen den deutschen Leitindex unter Druck.

DAX-Rekordjagd gestoppt: Eskalation im Nahen Osten belastet
Eine stilisierte, dynamische Grafiklinie, die den DAX-Index darstellt, mit einem Höhepunkt und einem anschließenden Rückgang. Illustration mit AI erstellt übermittelt durch boerse-global.de

Noch am Montag jubelten Anleger über ein neues Allzeithoch. Drei Tage später kämpft der DAX darum, überhaupt die 25.000-Punkte-Marke zu verteidigen. Zwischen diesen beiden Polen liegt eine Eskalation im Nahen Osten, die binnen weniger Handelstage aus Rekordlaune Nervosität gemacht hat.

Vom Allzeithoch in den Rückwärtsgang

Am Wochenbeginn hatte der deutsche Leitindex mit 25.900,10 Punkten ein neues Allzeithoch markiert und war mit 25.817,89 Zählern auf Rekordniveau in den Feierabend gegangen. Es war der dritte Rekordtag in Folge. Seither geht es bergab: Am Mittwoch rutschte der DAX zeitweise bis auf 24.844 Punkte, bevor sich der Index oberhalb der 25.000er-Marke stabilisierte und den Xetra-Handel bei 24.897 Punkten beendete.

Am Donnerstagmorgen startete der Index zunächst mit einem Plus von 0,8 Prozent bei 25.097,48 Punkten, fiel im Verlauf aber wieder unter die psychologisch wichtige Schwelle zurück. Charttechnisch gilt die 25.000er-Marke derzeit als entscheidende Unterstützung — ein nachhaltiger Bruch nach unten würde das kurzfristige Bild eintrüben, während ein Ausbruch über die kurzfristigen gleitenden Durchschnitte den Weg für eine Fortsetzung der Erholung ebnen könnte.

Iran-Konflikt treibt Ölpreise und Risikoaufschläge

Auslöser der Nervosität ist die erneute militärische Eskalation zwischen den USA und dem Iran. Die USA griffen in der zweiten Nacht in Folge rund 90 Ziele entlang der iranischen Küste an, darunter Luftabwehrsysteme und Raketenlager. Irans Revolutionsgarden reagierten mit Angriffen auf US-Stützpunkte in Kuwait und Bahrain, während Präsident Trump dem Iran weitere Vergeltung androhte und gleichzeitig eine schnelle Beruhigung der Lage in Aussicht stellte.

Die Ölpreise haben seit Wochenbeginn um gut zehn Prozent zugelegt und pendeln aktuell um 79 Dollar je Barrel. Die Sorge: Höhere Energiepreise könnten den Inflationsdruck neu befeuern und Notenbanken zu einer restriktiveren Zinspolitik zwingen. Das zuletzt veröffentlichte Protokoll der US-Notenbanksitzung lieferte hier allerdings keine neuen Störfeuer — die Fed-Mitglieder zeigten sich mehrheitlich einig, die Zinsen vorerst zu halten und bei nachlassendem Preisdruck Spielraum für Senkungen zu sehen.

Etwas Rückenwind kam derweil aus der deutschen Handelsbilanz. Die Exporte legten im Mai überraschend um 0,9 Prozent zu, während Analysten einen Rückgang erwartet hatten. Die Importe sanken um 2,5 Prozent, wodurch der Handelsüberschuss auf 19,1 Milliarden Euro stieg, nach 14,7 Milliarden Euro im April.

Der DAX bewegt sich damit an einer Schwelle: Hält die Unterstützung bei 25.000 Punkten, bleibt der Weg zurück zu den Rekordständen vom Wochenbeginn offen. Rutscht der Index darunter, dürfte die Iran-Krise die kurzfristige Markttechnik weiter belasten.

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