Deere & Co.-Aktie (US24419L1061): Bewertung rĂŒckt in den Fokus
14.06.2026 - 12:54:25 | ad-hoc-news.deVerantwortlich: ad hoc news Fachredaktion MĂ€rkte & Bewertung. Vor der Veröffentlichung am 14.06.2026, 12:53:04 Uhr geprĂŒft. Details im Impressum.
Die Deere & Co.-Aktie steht zum Bewertungs-Freitag vor allem wegen ihrer hohen Marktbewertung im Fokus vieler Anleger. Nachdem der US-Landtechnikhersteller zuletzt nahe historischer HöchststĂ€nde gehandelt wurde, richtet sich der Blick verstĂ€rkt auf Kennzahlen wie Kurs-Gewinn-VerhĂ€ltnis, ProfitabilitĂ€t und Cashflow-Entwicklung. Laut Daten diverser US-BörsenplĂ€tze notiert Deere aktuell deutlich ĂŒber den Niveaus von vor einem Jahr, was die Frage nach der Nachhaltigkeit des Bewertungsniveaus verschĂ€rft.
Wie Deere & Co. aktuell an der Börse bewertet wird
Deere zĂ€hlt zu den groĂen Industrie- und Agrartechnikkonzernen der Welt und wird an der New York Stock Exchange in US-Dollar gehandelt. In Europa ist die Aktie unter anderem ĂŒber verschiedene Plattformen und Zertifikate zugĂ€nglich, wĂ€hrend sie in Deutschland meist im Freiverkehr oder ĂŒber auĂerbörsliche Handelspartner quotiert wird. Die Marktkapitalisierung bewegt sich im deutlich zweistelligen Milliardenbereich und spiegelt die starke Stellung in der globalen Landtechnik wider. Auf Basis der zuletzt berichteten Gewinne ergibt sich ein Kurs-Gewinn-VerhĂ€ltnis, das ĂŒber vielen klassischen Industrie- und Zyklikerwerten liegt, aber etwas unter prominenten QualitĂ€tswerten aus anderen Branchen.
Die ProfitabilitĂ€t von Deere wird von Analysten regelmĂ€Ăig positiv hervorgehoben, insbesondere die operativen Margen im Segment fĂŒr Landmaschinen und im Bau- und Forstbereich. In den vergangenen Jahren konnte das Unternehmen seine Bruttomarge steigern, nicht zuletzt durch Preiserhöhungen, ein verbessertes Produktmix und Effizienzprogramme in der Fertigung. Gleichzeitig profitiert der Konzern von einer breiten Plattform an Service- und Finanzierungslösungen, die zusĂ€tzliche ErtrĂ€ge beisteuern. Diese Kombination aus zyklischem KerngeschĂ€ft und wiederkehrenden Serviceerlösen ist ein wesentlicher Treiber dafĂŒr, dass Investoren bereit sind, einen Bewertungsaufschlag gegenĂŒber einigen Wettbewerbern zu zahlen.
Beim Blick auf den freien Cashflow zeigt sich, dass Deere in den letzten Jahren deutliche MittelzuflĂŒsse erwirtschaftet hat, die fĂŒr Dividenden, AktienrĂŒckkĂ€ufe und Investitionen in Forschung und Entwicklung genutzt werden. Die AusschĂŒttungsquote bleibt im internationalen Vergleich moderat, sodass ein signifikanter Teil der Mittel im Unternehmen verbleibt. Das gibt Deere Spielraum, seine technologische Position zu sichern, etwa durch Investitionen in PrĂ€zisionslandwirtschaft, Autonomie und digitale Plattformen. Anleger, die auf die Nachhaltigkeit des GeschĂ€ftsmodells achten, bewerten diesen konservativen Umgang mit dem Cashflow in der Regel positiv.
Die Verschuldungsstruktur von Deere ist zweigeteilt: Neben der industriellen Nettoschuld spielt die Finanzsparte eine eigene Rolle, da sie Kundenfinanzierungen bĂŒndelt. Ratingagenturen unterscheiden entsprechend zwischen der operativen Bilanz und der Finanzdienstleistungstochter. Insgesamt wird der Verschuldungsgrad im Markt als handhabbar angesehen, zumal Deere ĂŒber eine lange Historie am Kapitalmarkt und ein Investment-Grade-Rating verfĂŒgt. Steigende Zinsen wirken zwar dĂ€mpfend auf die Finanzierungsnachfrage, dennoch konnten die Refinanzierungskosten bislang in einem kontrollierbaren Rahmen gehalten werden.
In der relativen Bewertung zu anderen Industrie- und Agrartechnikkonzernen fĂ€llt auf, dass Deere mit einem Aufschlag gegenĂŒber vielen kleineren Wettbewerbern gehandelt wird. Dieser Bewertungsaufschlag speist sich aus der starken Marke, der globalen Ersatzteil- und Serviceorganisation sowie der TechnologiefĂŒhrerschaft in Bereichen wie PrĂ€zisionslandwirtschaft. Gleichzeitig liegt das Bewertungsniveau unter einigen hoch bewerteten Industrie-Software- oder Automatisierungswerten, die stĂ€rker als strukturelle Wachstumsstories wahrgenommen werden. Damit bewegt sich Deere in einem Spannungsfeld zwischen klassischem Zykliker und QualitĂ€tswachstumswert.
FĂŒr die aktuelle Bewertung spielt auch die Dividendenpolitik eine Rolle. Deere zahlt seit vielen Jahren regelmĂ€Ăig Dividenden und hat diese im Zeitverlauf mehrfach angehoben. Die Dividendenrendite liegt aufgrund des gestiegenen Aktienkurses eher im mittleren Bereich und ist weniger der Hauptgrund fĂŒr Engagements als vielmehr ein StabilitĂ€tsanker. FĂŒr einkommensorientierte Anleger ist die Kombination aus Dividende und gelegentlichen AktienrĂŒckkĂ€ufen dennoch ein Argument, die Aktie lĂ€ngerfristig zu halten.
Fundamentale Basis: GeschÀftsentwicklung und Segmentstruktur
FĂŒr die Bewertung von Deere ist die Segmentstruktur entscheidend. Das Unternehmen gliedert sein GeschĂ€ft im Wesentlichen in landwirtschaftliche GroĂmaschinen, kleinere Landtechnik, Bau- und Forstmaschinen sowie die Finanzdienstleistungssparte. Der gröĂte Umsatzanteil stammt traditionell aus groĂen Landmaschinen wie Traktoren, MĂ€hdreschern und Spritztechnik, wobei Nordamerika als Kernmarkt dominiert. Dort ist die AbhĂ€ngigkeit von den Einkommen der Farmer, von Agrarpreisen und von staatlichen Förderprogrammen besonders ausgeprĂ€gt.
In den vergangenen Jahren hat Deere sein Angebot im Bereich der PrĂ€zisionslandwirtschaft stark ausgebaut und digitale Plattformen eingefĂŒhrt, ĂŒber die Landwirte ihre Maschinen, FlĂ€chen und Inputfaktoren vernetzt steuern können. Diese Lösungen sollen Kunden helfen, Effizienz und ErtrĂ€ge zu steigern und gleichzeitig den Ressourceneinsatz zu reduzieren. FĂŒr Deere ergeben sich daraus zusĂ€tzliche Erlösquellen, etwa durch Softwarelizenzen, Datenservices oder Upgrades. Aus Bewertungssicht sind diese wiederkehrenden Erlöse besonders interessant, weil sie tendenziell weniger zyklisch sind als der Maschinenverkauf.
Das Bau- und Forstsegment profitiert von Infrastrukturprogrammen, Wohnungsbau und industriellen Investitionen. Hier ist Deere im Wettbewerb mit anderen globalen Baumaschinenherstellern aktiv und setzt auf eine Kombination aus robusten Maschinen, Telematiklösungen und einem dichten Servicenetz. KonjunkturschwÀchen im Bausektor können sich unmittelbar in den AuftragseingÀngen niederschlagen, weshalb dieses Segment in Abschwungphasen kritisch beobachtet wird. Gleichzeitig ermöglicht ein breiter Produktmix, schwÀchere Regionen teilweise durch StÀrke in anderen MÀrkten auszugleichen.
Die Finanzdienstleistungssparte unterstĂŒtzt Kunden beim Erwerb von Maschinen und stellt Leasing- und Finanzierungslösungen bereit. Dieses GeschĂ€ft generiert Zins- und ProvisionsertrĂ€ge, ist aber gleichzeitig zinssensitiv. Bei steigenden Zinsen kann die Nachfrage nach Finanzierungen nachlassen, wĂ€hrend das Ausfallrisiko in konjunkturell schwĂ€cheren Phasen zunimmt. Dennoch wird die Sparte an der Börse oft positiv bewertet, weil sie den Absatz der Maschinen stĂŒtzt und eine engere Kundenbindung ermöglicht.
Regional strebt Deere nach einem ausgewogenen Profil, auch wenn Nordamerika weiterhin der wichtigste Markt ist. Europa, SĂŒdamerika und ausgewĂ€hlte asiatische MĂ€rkte wie Indien und Teile SĂŒdostasiens wurden in den letzten Jahren stĂ€rker adressiert. In SĂŒdamerika spielt insbesondere der Sojabohnen- und Maisanbau eine zentrale Rolle fĂŒr die Nachfrage nach gröĂerer Landtechnik. WĂ€hrungsschwankungen und politische Rahmenbedingungen können in diesen Regionen jedoch zu volatileren ErtrĂ€gen fĂŒhren, was Investoren bei der Bewertung im Blick behalten.
Auf Konzernebene setzt Deere auf Effizienzprogramme, um die Kostenstruktur dauerhaft zu optimieren. MaĂnahmen reichen von der Automatisierung in der Produktion ĂŒber die Neuordnung von Lieferketten bis hin zu strukturellen Anpassungen in Werken und Verwaltungsstandorten. Die erzielten Fortschritte spiegeln sich in der Entwicklung der operativen Marge wider, die trotz konjunktureller Schwankungen auf einem soliden Niveau gehalten werden konnte. Solche Programme tragen aus Sicht vieler Marktteilnehmer dazu bei, BewertungsaufschlĂ€ge zu rechtfertigen.
Kennzahlen im Bewertungs-Fokus: KGV, Margen, Cashflow
Beim Kurs-Gewinn-VerhĂ€ltnis (KGV) bewegt sich Deere im Bereich vieler qualitativ hochwertiger Industrieunternehmen. Anleger berĂŒcksichtigen dabei die ZyklizitĂ€t des GeschĂ€fts und gleichen stĂ€rkere Gewinnjahre mit schwĂ€cheren Phasen aus. Entsprechend wird nicht nur auf das aktuelle oder das nĂ€chste GeschĂ€ftsjahr geschaut, sondern oft auf einen durchschnittlichen Ertragszyklus ĂŒber mehrere Jahre. In Zeiten hoher Agrarpreise und robuster Nachfrage kann das KGV optisch sinken, wĂ€hrend es in schwĂ€cheren Phasen ansteigt.
Die Bruttomarge und die operative Marge sind fĂŒr die EinschĂ€tzung der Wettbewerbsposition relevant. Deere hat in den vergangenen Jahren bewiesen, dass es in der Lage ist, Preiserhöhungen durchzusetzen und gleichzeitig die Kosten im Griff zu behalten. Die aktive Steuerung des Produktmixes hin zu höherwertigen Maschinen und digitalen Zusatzdiensten unterstĂŒtzt diese Entwicklung. Verglichen mit einigen kleineren Wettbewerbern verfĂŒgt Deere ĂŒber Skalenvorteile in Einkauf, Produktion und Entwicklung, was sich in tendenziell höheren Margen niederschlĂ€gt.
Beim freien Cashflow achten Investoren darauf, wie viel Mittel nach Investitionen in Sachanlagen und Entwicklung tatsĂ€chlich zur VerfĂŒgung stehen. Deere hat in den vergangenen Berichtsperioden substanziellen freien Cashflow erwirtschaftet, der zur StĂ€rkung der Bilanz, fĂŒr Dividenden und fĂŒr AktienrĂŒckkĂ€ufe eingesetzt wurde. Ein stabiler oder wachsender freier Cashflow wird an der Börse hĂ€ufig mit höheren Bewertungsniveaus honoriert, da er die finanzielle FlexibilitĂ€t des Unternehmens unterstreicht.
Die Kapitalrenditen, gemessen etwa an der Rendite auf das eingesetzte Kapital (ROCE) oder auf das Eigenkapital (ROE), gelten als weitere zentrale Kennzahlen. Deere weist in diesen Bereichen ĂŒblicherweise Werte aus, die im oberen Bereich der Industrie liegen. Diese Kennzahlen sind Ausdruck der FĂ€higkeit, Kapital effizient einzusetzen und profitable Investitionsprojekte zu realisieren. FĂŒr langfristig orientierte Anleger sind hohe Kapitalrenditen ein wichtiges Argument, BewertungsprĂ€mien mitzutragen.
Bei der Verschuldung betrachten Marktteilnehmer die Nettoverbindlichkeiten in Relation zum EBITDA der IndustrieaktivitÀten. Diese Kennziffer hat sich in den vergangenen Jahren im Rahmen gehalten, auch weil Deere den starken Cashflow genutzt hat, um die Bilanz zu stÀrken. Ratingagenturen honorieren dies mit soliden Ratings, die den Zugang zu den KapitalmÀrkten erleichtern. Gleichzeitig achten Investoren auf mögliche Belastungen aus der Finanzdienstleistungssparte, auch wenn diese durch die Struktur des GeschÀftsmodells abgefedert werden.
Ein weiterer Punkt ist die Dividendenhistorie. Deere hat eine lange Serie regelmĂ€Ăiger AusschĂŒttungen und mehrfacher Erhöhungen aufgebaut. Eine verlĂ€ssliche Dividendenpolitik wird von vielen institutionellen Investoren positiv bewertet, da sie StabilitĂ€t signalisiert. Die absolute Dividendenrendite fĂ€llt angesichts des hohen Kursniveaus zwar nicht ĂŒberdurchschnittlich aus, ist aber im Umfeld eines QualitĂ€tswerts ein zusĂ€tzlicher Baustein der GesamtattraktivitĂ€t.
Makrofaktoren: Zinsen, Agrarpreise und Konjunktur
Die Bewertung von Deere ist eng mit makroökonomischen Faktoren verknĂŒpft. ZunĂ€chst spielen die globalen Agrarpreise eine zentrale Rolle: Hohe Preise fĂŒr Mais, Soja, Weizen und andere FeldfrĂŒchte verbessern die Ertragslage der Landwirte und erhöhen die Bereitschaft, in neue Maschinen zu investieren. In Phasen sinkender Agrarpreise können Investitionen dagegen verschoben oder gestreckt werden, was die Nachfrage nach Landtechnik dĂ€mpft. Entsprechend reagieren Analysten bei Ănderungen der Terminmarkterwartungen fĂŒr Agrarrohstoffe hĂ€ufig auch mit Anpassungen ihrer EinschĂ€tzung zu Deere.
Die globale Konjunktur beeinflusst vor allem das Bau- und Forstsegment. Investitionen in Infrastruktur, Wohnungsbau und gewerbliche Projekte hĂ€ngen eng mit Zinspolitik, Fiskalprogrammen und der allgemeinen wirtschaftlichen Lage zusammen. In Phasen expansiver Fiskalpolitik und staatlicher Infrastrukturpakete kann die Nachfrage nach Baumaschinen deutlich anziehen. Umgekehrt fĂŒhren RezessionsĂ€ngste und steigende Finanzierungskosten dazu, dass Projekte verzögert oder gestrichen werden, was sich in rĂŒcklĂ€ufigen Bestellungen niederschlagen kann.
Der Zinszyklus wirkt sich zudem direkt auf die Finanzdienstleistungssparte aus. Steigende Zinsen verteuern Finanzierungen und können dazu fĂŒhren, dass Kunden stĂ€rker auf Konditionen achten oder Anschaffungen aufschieben. Gleichzeitig verbessern höhere Zinsen tendenziell die Zinsspannen, sofern die Refinanzierungskosten weniger stark steigen als die KundenzinssĂ€tze. Wie sich dieses Spannungsfeld konkret auf die Ergebnisse von Deere auswirkt, hĂ€ngt von der jeweiligen Zinsstruktur und den Refinanzierungsstrategien des Konzerns ab.
WĂ€hrungsschwankungen sind ein weiterer Bewertungsfaktor. Deere erwirtschaftet einen erheblichen Teil seiner UmsĂ€tze auĂerhalb der USA, berichtet aber in US-Dollar. Eine starke US-WĂ€hrung kann AuslandsumsĂ€tze in der Berichterstattung drĂŒcken und die WettbewerbsfĂ€higkeit gegenĂŒber lokalen Rivalen beeintrĂ€chtigen. Umgekehrt wirken schwĂ€chere Dollarphasen stĂŒtzend auf die Ergebnisentwicklung im Ausland. Investoren, die die Aktie von Europa aus betrachten, mĂŒssen zusĂ€tzlich Wechselkursrisiken zwischen Euro und US-Dollar berĂŒcksichtigen.
Politische Rahmenbedingungen und Handelsabkommen sind fĂŒr einen globalen Anbieter wie Deere ebenfalls relevant. Zölle auf Landmaschinen, ImportbeschrĂ€nkungen oder Subventionsprogramme fĂŒr lokale Hersteller können den Marktzugang beeinflussen. Handelskonflikte, etwa zwischen groĂen Volkswirtschaften, haben in der Vergangenheit gelegentlich zu Unsicherheit bei Investitionsentscheidungen gefĂŒhrt. Im Bewertungsniveau spiegeln sich solche geopolitischen Risiken in Form von RisikoabschlĂ€gen oder einem erhöhten Bewertungsabschlag wider, wenn die Lage als besonders angespannt gilt.
Technologie und Innovation als Bewertungsargument
Ein wesentlicher Grund fĂŒr den Bewertungsaufschlag von Deere gegenĂŒber manchen klassischen Zyklikern ist die starke Technologieposition. Das Unternehmen investiert seit Jahren signifikant in Forschung und Entwicklung, insbesondere in digitale Technologien, Sensorik, Automatisierung und Elektrifizierung. Viele Maschinen sind heute mit umfangreicher Sensorik und KonnektivitĂ€t ausgestattet, die eine prĂ€zisere Bewirtschaftung der Felder ermöglichen. Diese technologischen FĂ€higkeiten werden am Markt zunehmend als Differenzierungsmerkmal wahrgenommen.
Im Bereich der PrĂ€zisionslandwirtschaft arbeitet Deere an autonomen Traktoren, intelligenten AnbaugerĂ€ten und datenbasierten EntscheidungsunterstĂŒtzungssystemen. Ziel ist es, Arbeitsprozesse zu automatisieren, die Effizienz zu steigern und den Einsatz von DĂŒnger, Pflanzenschutzmitteln und Wasser zu optimieren. FĂŒr Landwirte ergeben sich daraus potenzielle Kosteneinsparungen und Ertragssteigerungen, was die Investitionsbereitschaft in höherpreisige, technologisch anspruchsvolle Maschinen stĂŒtzen kann. Aus Investorensicht erhöht sich damit der Anteil strukturellen Wachstums im GeschĂ€ftsmodell.
Die zunehmende Bedeutung von Software und Daten fĂŒhrt dazu, dass Deere teilweise mit Unternehmen aus dem Technologie- und Softwareumfeld verglichen wird. Zwar ist der Anteil reiner Softwareerlöse am Gesamtumsatz noch deutlich geringer als der Maschinenverkauf, doch der Markt honoriert das Potenzial weiterer Skalierung. Wiederkehrende Softwareerlöse gelten als besonders attraktiv, weil sie langfristige Kundenbindungen schaffen und weniger stark von kurzfristigen Investitionszyklen abhĂ€ngen.
Auch Nachhaltigkeitsaspekte gewinnen in der Bewertung an Bedeutung. Deere entwickelt Lösungen, die helfen sollen, Emissionen zu reduzieren, den Ressourceneinsatz zu senken und Transparenz in der Lieferkette zu erhöhen. Investoren, die ESG-Kriterien (Environmental, Social, Governance) in ihren Anlageprozess einbeziehen, analysieren neben klassischen Finanzkennzahlen verstÀrkt auch Klimastrategien, Governance-Strukturen und den Umgang mit Mitarbeitern und Lieferanten. Positive ESG-Ratings können die Nachfrage institutioneller Anleger erhöhen und die Finanzierungskosten beeinflussen.
Im Wettbewerb mit anderen Landtechnik- und Baumaschinenherstellern versucht Deere, sich durch ein integriertes Ăkosystem aus Maschinen, Software, Service und Finanzierung zu differenzieren. Diese Plattformstrategie Ă€hnelt AnsĂ€tzen aus der Tech-Industrie und zielt darauf ab, Kunden langfristig an die Marke zu binden. Je erfolgreicher dieses Ăkosystem skaliert, desto eher kann der Markt dem Unternehmen BewertungsprĂ€mien zugestehen, die ĂŒber klassische Industrie-Multiples hinausgehen.
Chancen und Risiken fĂŒr das Bewertungsniveau
Zu den zentralen Chancen fĂŒr das Bewertungsniveau gehören strukturelle Trends wie wachsende Weltbevölkerung, steigender Nahrungsmittelbedarf und der Wunsch nach höherer Effizienz in der Landwirtschaft. Diese Faktoren sprechen langfristig fĂŒr einen anhaltenden Bedarf an moderner Landtechnik und digitalen Lösungen. In entwickelten MĂ€rkten steht hĂ€ufig die Erneuerung alter Maschinenflotten im Vordergrund, wĂ€hrend in SchwellenlĂ€ndern die Mechanisierung vieler Regionen noch voranschreitet. Beide Entwicklungen stĂŒtzen die grundlegende Investmentstory von Deere.
Auf der Risikoseite stehen die ausgeprĂ€gte ZyklizitĂ€t des GeschĂ€fts, die AbhĂ€ngigkeit von Agrarpreisen und die SensitivitĂ€t gegenĂŒber Zinsschritten. In schwĂ€cheren Zyklen können UmsĂ€tze und Gewinne deutlich zurĂŒckgehen, was bei unverĂ€nderten Kursen zu optisch hohen Bewertungskennzahlen fĂŒhrt. AuĂerdem besteht das Risiko, dass politische MaĂnahmen wie SubventionskĂŒrzungen oder HandelsbeschrĂ€nkungen die Nachfrage belasten. Investoren beziehen diese Risiken bei der EinschĂ€tzung des Kurs-Gewinn-VerhĂ€ltnisses und anderer Multiples ein.
Technologisch kann der Wettbewerb durch neue Anbieter oder durch Kooperationen zwischen Landtechnikherstellern und Tech-Unternehmen zunehmen. Sollte es Konkurrenten gelingen, vergleichbare oder bessere digitale Lösungen anzubieten, könnte der technologische Vorsprung von Deere in Frage gestellt werden. Zudem bringt die zunehmende Vernetzung von Maschinen und Daten neue Herausforderungen im Bereich Cybersecurity mit sich, die konsequent adressiert werden mĂŒssen.
FĂŒr das aktuelle Bewertungsniveau spielt auch die Kapitalmarktstimmung gegenĂŒber zyklischen QualitĂ€tswerten eine Rolle. In Phasen, in denen Anleger stark auf wachstumsorientierte Technologie- oder Konsumwerte setzen, können klassische Industrieaktien trotz guter Zahlen in den Hintergrund treten. Umgekehrt gewinnen werthaltige, cashflow-starke Titel wie Deere an AttraktivitĂ€t, wenn Risikoaversion zunimmt oder Zinsen steigen. Die relative Bewertung im Vergleich zu anderen Sektoren verschiebt sich entsprechend.
Unterm Strich hÀngt die Bewertung von Deere & Co. davon ab, wie der Markt das Zusammenspiel aus zyklischem KerngeschÀft, technologischer Transformation und solider Bilanzpolitik einschÀtzt. Wer den Wert beobachtet, sollte neben klassischen Kennzahlen wie KGV und Dividendenrendite vor allem die Entwicklung der Margen, des freien Cashflows und der technologischen Wettbewerbsposition im Blick behalten.
Kurzprofil zur Deere & Co.-Aktie
- Name: Deere & Co.
- Branche: Landtechnik, Bau- und Forstmaschinen, Finanzdienstleistungen
- Hauptsitz: Moline, Illinois, USA
- KernmĂ€rkte: Nordamerika, Europa, SĂŒdamerika, ausgewĂ€hlte asiatische MĂ€rkte
- Umsatztreiber: Landmaschinen, Bau- und Forstmaschinen, PrÀzisionslandwirtschaft, Service und Finanzierung
- Heimatbörse / Notierung: New York Stock Exchange (NYSE), deutsche Handelbarkeit ĂŒber verschiedene Plattformen; WKN 850866
- HandelswÀhrung: US-Dollar
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