Geplanter Gips-Abbau durch Knauf-Konzern: NaturschĂŒtzer legen EU-Beschwerde ein
22.05.2026 - 12:12:54 | dpa.deDer Grund: Bei dem Projekt habe es keine UmweltvertrĂ€glichkeitsprĂŒfung gegeben. Dabei sei der Abbau im Trinkwasserschutzgebiet der Stadt WĂŒrzburg geplant. Der BN fĂŒrchtet um die Trinkwasserversorgung.
Zum Abbau sollen Bohrungen und Sprengungen erfolgen, erlĂ€uterte Steffen Jodl, BN-Referent fĂŒr Unterfranken, laut Mitteilung. Insbesondere die Sprengungen könnten zu GrundwassereinbrĂŒchen in das GrubengebĂ€ude fĂŒhren. In einem solchen Fall könnte eine ausreichende Trinkwasserversorgung der Stadt WĂŒrzburg und weiterer betroffener Gemeinden mit Trinkwasser nicht mehr sichergestellt werden, fĂŒrchtet der BN.
Bergamt Nordbayern entscheidet
Dennoch habe keine UmweltvertrĂ€glichkeitsprĂŒfung stattgefunden, denn das angewandte Baurecht sehe diese nur vor, wenn der FlĂ€chenbedarf der Anlagen ĂŒber Tage gröĂer als zehn Hektar sei. "UnberĂŒcksichtigt bleibt die untertĂ€gige GröĂe des Bergwerkes mit einer FlĂ€che von rund 700 Hektar", sagte die RechtsanwĂ€ltin Ursula Philipp-Gerlach laut Mitteilung. "Da damit Auswirkungen auf den Wasserhaushalt auĂer Acht gelassen werden", werde gegen die Vorgaben der europĂ€ischen Richtlinie zur UmweltvertrĂ€glichkeitsprĂŒfung verstoĂen, erlĂ€uterte sie weiter.
Ăber den Antrag des Unternehmens Knauf zur Errichtung des Gips-Bergwerks muss das Bergamt Nordbayern entscheiden. Das Unternehmen möchte etwa 2027 mit dem Abbau beginnen. Das Bergwerk soll sich ĂŒber rund 7,1 Quadratkilometer erstrecken. Knauf rechnet mit einem Gipsvorkommen von rund 100 Millionen Tonnen, etwa 48 Millionen Tonnen seien abbaufĂ€hig.
Verfahren lÀuft seit Jahren
Bereits im Dezember 2017 hatte die Firma einen Antrag zur Errichtung des Bergwerks gestellt. Seither gab es umfangreiche Untersuchungen etwa zum Thema Grundwassersicherheit, Naturschutz, Staub und Verkehr. Im November 2024 legte Knauf der Behörde den neu gefassten Antrag zur Zulassung vor.
Das GelĂ€nde liegt in einem Gebiet, aus dem unter anderem WĂŒrzburg sein Trinkwasser bezieht. Knauf beteuert, der Abbau werde die Versorgung nicht gefĂ€hrden.
So schÀtzen die Börsenprofis Aktien ein!
FĂŒr. Immer. Kostenlos.
