Infineon sieht Wachstumsimpulse durch KI-Rechenzentren
12.11.2025 - 10:17:56 | dpa.deDas Marktumfeld werde weiter uneinheitlich bleiben, schĂ€tzt Konzernchef Jochen Hanebeck. "In Automobil-, Industrie- und verbrauchernahen MĂ€rkten sind die Wachstumsimpulse noch verhalten. Viele Kunden fahren auf Sicht und bestellen kurzfristig", erklĂ€rte er bei der Veröffentlichung der Jahreszahlen am Mittwoch in Neubiberg. Zudem befĂŒrchtet er, dass viele Kunden hier zum Jahresende ihre BestĂ€nde noch einmal zurĂŒckfahren werden - auf dann nicht mehr "nachhaltige Niveaus".
Gerade angesichts der jĂŒngsten Verwerfungen um den Chiphersteller Nexperia sieht er dies kritisch. Es habe sich wieder einmal gezeigt, dass Halbleiter keine Just-in-time-Produkte seien, sagte er. Stattdessen wĂ€re es sinnvoll, wenn alle Beteiligten bei den BestĂ€nden Puffer hĂ€tten. Infineon habe beispielsweise BestĂ€nde, die fĂŒr rund 30 Tage mehr reichten, als eigentlich das eigene Bestandsziel sei, auch wenn dies rund eine Milliarde Euro an Kapital binde.
Wachstumsimpulse verspricht sich der Manager im neuen GeschĂ€ftsjahr von hohen Investitionen in KI-Rechenzentren. Die Nachfrage nach den Stromversorgungslösungen Infineons dĂŒrfte daher deutlich anziehen. Hanebeck erwartet im neuen GeschĂ€ftsjahr 1,5 Milliarden Euro Umsatz in dem Bereich und damit mehr als zunĂ€chst vorgesehen. Zuletzt war Infineon von 1 Milliarde Euro ausgegangen. Bis zum Ende des Jahrzehnts soll der fĂŒr Infineon adressierbare Markt eine GröĂe von 8 bis 12 Milliarden Euro erreichen.
Im vergangenen Jahr sank der Umsatz im Vergleich zum Vorjahr um zwei Prozent auf rund 14,7 Milliarden Euro. Vor allem im GeschĂ€ft mit Halbleitern fĂŒr erneuerbaren Energien lief es schlecht, aber auch der gröĂte und lange Zeit starke Bereich Automotive schwĂ€chelte - hier bekommt Infineon die Krise der Automobilindustrie zu spĂŒren. Zudem drĂŒckte der schwache Dollar auf die GeschĂ€fte.
Die Segmentergebnismarge, die die operative ProfitabilitÀt von Infineon misst, sank auf 17,5 Prozent (Vorjahr 20,8 Prozent). Im neuen GeschÀftsjahr (per Ende September) soll sie im hohen Zehn-Prozent-Bereich liegen.
Unter dem Strich verdiente der Halbleiterhersteller gut 1 Milliarde Euro, rund 22 Prozent weniger als im Vorjahr. "Das Jahr war geprÀgt von einer anhaltenden SchwÀche in der Mehrzahl unserer ZielmÀrkte", sagt Hanebeck. Angesichts der Herausforderungen sei das Ergebnis aber "durchaus respektabel". AktionÀre sollen eine unverÀnderte Dividende von 0,35 Euro erhalten.
Die Aktie stieg am Vormittag leicht um ein Prozent. Den Ausblick bezeichnete Analyst Sandeep Deshpande von JPMorgan in seiner ersten Reaktion als "vage". Das könne aber dem Ansinnen geschuldet sein, mit Blick auf die SchÀtzungen am Markt etwas den Druck vom Kessel zu nehmen.
So schÀtzen die Börsenprofis Aktien ein!
FĂŒr. Immer. Kostenlos.
