Dax startet im Minus - Zollangst belastet
23.02.2026 - 09:31:09 | dts-nachrichtenagentur.de"Neue Zollangst und ein drohender Angriff der USA auf den Iran belasten den Dax zu Wochenbeginn gleich doppelt", sagte Jochen Stanzl, Chefmarktanalyst der Consorsbank. Die neue Zollangst habe bislang jedoch keinen allgemeinen RĂŒckzug aus Aktien ausgelöst. "Das zeigt, dass sich die Anleger bereits auf die Suche nach möglichen Gewinnern gemacht haben, die aus dem Urteil des Obersten Gerichts hervorgehen könnten."
"Internationale Aktien - darunter auch europĂ€ische - könnten zu den Gewinnern des Zollurteils zĂ€hlen, da sich Anleger in ihrer bereits seit Monaten laufenden Abkehr von US-Aktien bestĂ€rkt sehen könnten", fĂŒgte der Marktexperte hinzu. SchlieĂlich mĂŒsse der US-PrĂ€sident nun erst beweisen, dass er seine politischen Vorhaben noch finanzieren könne, wenn ihm Einnahmen aus reziproken Zöllen fehlen und Zölle auf Basis alternativer Rechtsgrundlagen erst noch im Kongress durchgesetzt werden mĂŒssen. "Der festere Euro gegenĂŒber dem US-Dollar zu Wochenbeginn ist ein Hinweis darauf. Die US-Regierung könnte gezwungen sein, gut 130 Milliarden US-Dollar an bereits gezahlten reziproken Zöllen klagenden Unternehmen wieder zurĂŒckzuerstatten."
"US-PrĂ€sident Trump kann nun keine permanenten Zölle mehr per Unterschrift aktivieren oder deaktivieren - damit verliert er die Rechtsgrundlage fĂŒr ein zentrales Element seiner politischen Agenda", so Stanzl. FĂŒr permanente Zölle benötige er die Zustimmung des Kongresses, und hier könne er sich angesichts der Abweichler in den eigenen Reihen keiner Mehrheit mehr sicher sein. "In der Handelspolitik könnte sich die US-Regierung nun also LĂ€ndern gegenĂŒbersehen, die selbstbewusster in Verhandlungen gehen. Viele bereits verhandelte Zollabkommen stehen potenziell wieder zur Disposition - darunter auch das noch nicht ratifizierte Abkommen der EU mit den USA."
Die europĂ€ische GemeinschaftswĂ€hrung war am Montagmorgen etwas stĂ€rker: Ein Euro kostete 1,1817 US-Dollar, ein Dollar war dementsprechend fĂŒr 0,8462 Euro zu haben.
Der Ălpreis sank unterdessen: Ein Fass der Nordsee-Sorte Brent kostete gegen 9 Uhr deutscher Zeit 71,09 US-Dollar; das waren 67 Cent oder 0,9 Prozent weniger als am Schluss des vorherigen Handelstags.
