Zölle und Standortprobleme: Maschinenbau schrumpft weiter
09.12.2025 - 10:22:29 | dpa.deMan rechne unverĂ€ndert mit einem ProduktionsrĂŒckgang von 5 Prozent, erklĂ€rte der PrĂ€sident des Branchenverbands VDMA, Bertram Kawlath. Die Produktion gehe seit Anfang 2023 und nun bereits das zwölfte Quartal in Folge zurĂŒck. "Damit ist die Situation jetzt vergleichbar mit der schweren Rezession Anfang der 90er-Jahre, als es 13 Minusquartale in Folge gab." Die Fabriken seien nur noch zu 78,3 Prozent ausgelastet und damit deutlich unter dem mittleren Wert von gut 85 Prozent. Erst fĂŒr das kommende Jahr rechne man wieder mit einem leichten Produktionsanstieg um 1 Prozent.
Weniger Jobs, mehr Kurzarbeit
Die schlechte Lage hinterlĂ€sst dem Verband zufolge immer deutlichere Spuren auf dem Arbeitsmarkt. Im Vergleich zum Vorjahr sei die BeschĂ€ftigung um 2,4 Prozent auf gut eine Million Menschen zurĂŒckgegangen. In den Betrieben werde hĂ€ufiger Kurzarbeit angewandt. "Unsere Betriebe wollen ihre Stammbelegschaften weiter halten und wir suchen auch weiterhin FachkrĂ€fte, um dem demografischen Wandel zu begegnen", betonte Kawlath.
Der VDMA-Chef sprach sich zudem fĂŒr flexiblere Arbeitszeiten und eine lĂ€ngere Lebensarbeitszeit aus. Das Rentenalter mĂŒsse schrittweise erhöht und die vorzeitige abschlagsfreie Rente abgeschafft werden. Zudem mĂŒsse das Arbeitslosengeld I auf maximal zwölf Monate begrenzt werden. Er kritisierte eine "wieder aufgeflammte Klassenkampfrhetorik von Teilen der SPD". "Angesichts der Herausforderungen, vor denen wir alle stehen, ist die verbale AufrĂŒstung von Arbeitsministerin BĂ€rbel Bas völlig unangemessen", sagte Kawlath.
US-Zölle auch bĂŒrokratische Herausforderung
Die Unternehmen leiden nach seinen Worten unter hohen Steuern, unnötiger BĂŒrokratie und zunehmenden Belastungen etwa durch das geplante Tariftreuegesetz. Im AuĂenhandel rechneten zwei Drittel der Firmen mit UmsatzeinbuĂen wegen der Strafzölle auf Einfuhren in die USA. Es gehe dabei nicht allein um die absolute Höhe der Zölle, sondern auch um die damit verbundene bĂŒrokratische Belastung etwa in der richtigen Angabe des Stahl- und Aluminiumwerts, erlĂ€uterte Kawlath. "Nur rund ein Viertel unserer Unternehmen glaubt, die Anforderungen der Amerikaner erfĂŒllen zu können."
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