RWE plant weiter Kohleausstieg 2030 - Reservebetrieb möglich
Veröffentlicht am: 13.08.2026 um 12:27 Uhr | dpa.de"Wir haben den Ausstieg zum 31.3. und die Bundesregierung hat sich gegenĂŒber uns nicht geĂ€uĂert", sagte RWE-Chef Markus Krebber bei der Vorlage der Halbjahreszahlen in Essen. "Insofern halten wir bisher an unseren PlĂ€nen fest und planen auch den Ausstieg 2030." Krebber signalisierte gleichzeitig, dass RWE gegebenenfalls einen Reservebetrieb vorhalten könne.
Nordrhein-Westfalen soll 2030 aus der Braunkohleförderung aussteigen. Dies hatten der Bund und Nordrhein-Westfalen 2022 mit RWE vereinbart. Bis 2038 soll Deutschland insgesamt aus der Stromgewinnung aus Kohle aussteigen.
Ministerium will fĂŒr die Analyse Ausschreibungen 2026 abwarten
Zum 15. August hĂ€tte der Bund laut entsprechendem Gesetz eigentlich eine ĂberprĂŒfung der Auswirkungen einer Beendigung der Kohleverstromung vorlegen mĂŒssen. Das Bundeswirtschaftsministerium verschob die Vorlage jedoch und erklĂ€rte, zunĂ€chst die diesjĂ€hrigen Ergebnisse der Ausschreibungen fĂŒr KapazitĂ€ten zur Stromerzeugung abwarten zu wollen. Den Bericht werde man "schnellstmöglich" nach Abschluss der vorgesehenen Analysen vorlegen, hatte das Ministerium am Dienstag erklĂ€rt.
Geplant ist der Bau von Gaskraftwerken, die etwa bei fehlendem Wind- und Sonnenstrom einspringen sollen. Angepeilt werden zunĂ€chst 11 Gigawatt neue KapazitĂ€ten, die spĂ€testens Ende 2031 am Netz sein sollen. Hintergrund ist die Abschaltung von Kohlekraftwerken in den vergangenen Jahren aus KlimaschutzgrĂŒnden.
RWE: Noch "darstellbar", auf Entscheidung zu warten
"Wir haben einen klaren Vertrag, ein klares Gesetz: Ausstieg 31.3.2030. Die Bundesregierung kann drei Blöcke fĂŒr weitere drei Jahre in Reserve geben", sagte Krebber weiter. Bisher habe sich die Regierung aber nicht dementsprechend gegenĂŒber RWE geĂ€uĂert. Er könne verstehen, dass man jetzt auf die Ausschreibung warten wolle. "Das ist fĂŒr uns auch noch in einem gewissen Zeitraum darstellbar, auf die Entscheidung zu warten."
Es brauche dann aber relativ schnell Klarheit, ob die Reserve gebraucht werde oder nicht. "Wir mĂŒssen BetriebsplĂ€ne anpassen, mĂŒssen in die Anlagen investieren, dass sie lĂ€nger bereitstehen, Wartungskonzepte anpassen, Belegschaft lĂ€nger motivieren, an Bord zu bleiben, und natĂŒrlich uns um die TagebaufĂŒhrung kĂŒmmern." Das alles brauche natĂŒrlich einen Vorlauf.
Krebber hatte wiederholt betont, dass die Politik ĂŒber einen dreijĂ€hrigen Reservebetrieb nach dem Ausstiegsdatum Ende MĂ€rz 2030 entscheiden mĂŒsse. "Doch dann muss der Staat diese Reserve organisieren und auch die nötigen CO2-Zertifikate bezahlen", hatte er Anfang des Jahres in einem Interview der "Rheinischen Post" gesagt. "Wir halten die Anlagen dann nur noch gegen Kostenerstattung im Auftrag der Regierung bereit."
