Devisen: Euro vor allem vom Politik-Chaos in Frankreich belastet
Veröffentlicht am: 07.10.2025 um 21:12 Uhr | dpa.deAls Belastung erwies sich vor allem das anhaltende Politik-Chaos in Frankreich. Hinzu kamen schwache deutsche Konjunkturdaten. Die europĂ€ische GemeinschaftswĂ€hrung kostete zuletzt 1,1656 US-Dollar. Im frĂŒhen europĂ€ischen GeschĂ€ft hatte sie noch ĂŒber 1,17 Dollar notiert. Die EuropĂ€ische Zentralbank setzte den Referenzkurs auf 1,1666 (Montag: 1,1678) Dollar fest.
Zum Wochenstart hatte bereits der ĂŒberraschende RĂŒckzug von Frankreichs Premier SĂ©bastien Lecornu den Euro belastet. PrĂ€sident Emmanuel Macron geriet dadurch noch stĂ€rker unter Druck - die Opposition ruft wieder laut nach seinem RĂŒcktritt.
Am Montagabend verschaffte sich Macron etwas Luft: So soll der weiterhin geschĂ€ftsfĂŒhrend amtierende Lecornu bis Mittwochabend mit den politischen KrĂ€ften GesprĂ€che ĂŒber einen Ausweg aus der Krise fĂŒhren. "Fortsetzung folgt in diesem französischen Chaos also", kommentierte Commerzbank Devisenexperte Michael Pfister den Schritt des PrĂ€sidenten des hoch verschuldeten Staates. Eine Lösung zeichnete sich allerdings bisher nicht ab.
ZusĂ€tzlicher Druck auf den Eurokurs kam von enttĂ€uschenden Auftragsdaten aus der deutschen Industrie, die im August ĂŒberraschend einen weiteren DĂ€mpfer erhielt. Volkswirte hatten mit einem Anstieg gerechnet, nachdem die AuftrĂ€ge im Juli ĂŒberraschend deutlich zurĂŒckgegangen waren.
"Die deutsche Industrie kommt in einem von Handelskonflikten geprĂ€gten Umfeld nicht in Schwung", kommentierte Thomas Gitzel, Chefvolkswirt der VP Bank. "FĂŒr das laufende Jahr ist lediglich mit einem leichten Wachstum zu rechnen."
