Schaeffler beliefert Satelliten-Hersteller - Aktie zieht deutlich an
27.05.2026 - 15:28:54 | dpa.deFĂŒr das börsennotierte US-Unternehmen Spire Global US8485603067 will Schaeffler hochkomplexe SchwungrĂ€der, sogenannte Reaction Wheels, fĂŒr Satelliten bauen. Die Teile sind notwendig, um Satelliten in der Umlaufbahn auf Kurs und in der richtigen Position zu halten. Spire eröffnete 2025 in MĂŒnchen eine FertigungsstĂ€tte. Am Finanzmarkt löste das Vorhaben bei den Anlegern Freude aus.
Die im MDax DE0008467416 notierte Schaeffler-Aktie zog am Nachmittag um 13 Prozent auf 11,32 Euro an. In der Spitze lag das Plus gar bei um die 16 Prozent. Der Kurs ist damit auf dem Weg, seine Delle der vergangenen Monate wettzumachen, und nahm wieder sein Mehrjahreshoch von 11,98 Euro aus dem Januar ins Visier. Seit Tagen facht die Fantasie um Weltraumaktien vor dem bevorstehenden Mega-Börsengang des US-Raumkonzerns SpaceX von Elons Musk die Euphorie von Investoren an. Vorher hatten schon die Aussichten auf gute GeschÀfte rund um humanoide Roboter die Schaeffler-Aktien angetrieben.
250 Millionen Euro Umsatz in fĂŒnf Jahren
Spire soll der erste groĂe Kunde fĂŒr die Raumfahrt-Ambitionen von Schaeffler werden. "Wir werden uns aber selbstverstĂ€ndlich auch anderen Interessenten nicht verschlieĂen", sagte Schaeffler-Vorstandschef Klaus Rosenfeld der Deutschen Presse-Agentur. In den nĂ€chsten fĂŒnf Jahren soll mit Spire ein Umsatzvolumen in Höhe von 250 Millionen Euro erreicht werden.
"Mit Schaeffler verbindet uns eine langfristige Vision fĂŒr eine eigenstĂ€ndige europĂ€ische Raumfahrtindustrie, die in Europa selbst entwickelt, aufgebaut und betrieben wird", sagte Theresa Condor, Vorstandschefin von Spire Global. Ziel sei eine eigenstĂ€ndigere, verlĂ€ssliche europĂ€ische Industriebasis, mit der sich Geschwindigkeit und GröĂenordnung erreichen lieĂen, wie sie moderne Raumfahrtmissionen erforderten.
Weniger AbhÀngigkeit vom Auto
Rosenfeld versucht seit geraumer Zeit, Schaeffler breiter aufzustellen und die AbhĂ€ngigkeit des Zulieferers von der schwĂ€chelnden Automobilindustrie zu reduzieren. Zuletzt hatte Schaeffler bereits den Einstieg in GeschĂ€fte mit humanoiden (menschenĂ€hnlichen) Robotern sowie in die RĂŒstungsindustrie angekĂŒndigt. Hierzu wurde am RĂŒstungsstandort MĂŒnchen eine eigene Defence-Tochter angesiedelt, bei der nun auch die RaumfahrtaktivitĂ€ten gebĂŒndelt werden. "Wir meinen es ernst mit diesen Themen", sagte Rosenfeld.
Der Produktionsschwerpunkt von Schaeffler liegt weiter in der Autoindustrie, wo das Unternehmen Fahrzeughersteller etwa mit Komponenten fĂŒr AntriebsstrĂ€nge beliefert. Aufgrund nationaler und internationaler Schwierigkeiten in der Branche blieb Wachstum in traditionellen Feldern zuletzt jedoch aus. Im ersten Quartal war Schaeffler nur noch in der Sparte E-MobilitĂ€t gewachsen.
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