Bahnhof, Tesla

Neuer Bahnhof nahe Tesla startet verspÀtet - Kritik an Bahn

Veröffentlicht am: 16.08.2026 um 11:11 Uhr | dpa.de

Der neue Bahnhof Fangschleuse nahe dem Tesla US88160R1014-Werk in GrĂŒnheide (Landkreis Oder-Spree) sĂŒdöstlich von Berlin ist mit Verzögerung in Betrieb gegangen.

Die ersten ZĂŒge der Regionalexpresslinie RE1 steuerten die Station am Samstagabend an.

UrsprĂŒnglich sollte der Bahnhof Fangschleuse an einer wichtigen Pendler-Strecke zwischen Berlin und Frankfurt (Oder) am frĂŒhen Samstagmorgen öffnen. Am Vorabend teilte die Deutsche Bahn-Tochter DB InfraGO dann aber kurzfristig mit, dass der Zugverkehr erst verspĂ€tet aufgenommen werden kann.

Bahn: Verzögerung bei technischer ÜberprĂŒfung

"Bei der AbnahmeprĂŒfung der Leit- und Sicherungstechnik kam es Verzögerungen", so die Deutsche Bahn auf Anfrage am Samstagvormittag. Die Leit- und Sicherungstechnik umfasst laut Bahn alle technischen Systeme, die den Zugverkehr steuern und absichern. Das Unternehmen bedauerte die Verzögerung fĂŒr die FahrgĂ€ste und die Ostdeutsche Eisenbahngesellschaft Odeg nach eigenen Angaben ausdrĂŒcklich.

Minister: Bahn lÀsst FahrgÀste im Regen stehen

Brandenburgs Verkehrsminister Robert Crumbach (SPD) kritisierte, die Bahn-Tochter habe sehr kurzfristig ĂŒber die Verzögerung bei der Strecken-Freigabe informiert. "Dass ein bundeseigenes Unternehmen bei einer seit Wochen bekannten Bauplanung erst am Vorabend des geplanten Endes reagiert und die FahrgĂ€ste im Regen stehen lĂ€sst, ist inakzeptabel."

ZugausfÀlle auf Anzeigetafeln

Die Ostdeutsche Eisenbahngesellschaft betreibt die Regionalexpresslinie RE1 zwischen Berlin und Frankfurt (Oder). Das Unternehmen teilte auf seiner Internetseite am Freitagabend mit: "Achtung auf der Linie RE1: DB InfraGO verlĂ€ngert die Baumaßnahme zwischen Erkner und Frankfurt (Oder) um voraussichtlich 24 Stunden bis zum 15.08.2026, ca. 21:00 Uhr." Die InfraGo habe der Odeg am Freitagabend um 19.15 Uhr mitgeteilt, dass sich die Streckensperrung zwischen Berlin und Frankfurt (Oder) verlĂ€ngere.

Auf Anzeigetafeln am Bahnhof Fangschleuse leuchteten die ZugausfÀlle auf. Der erste RE1 sollte dort vor 5.00 Uhr am Morgen halten. Dann mussten vorerst wieder Ersatzbusse rollen.

Wichtige Verkehrsachse

Der Bahnhof Fangschleuse östlich von Berlin gehört zu einer wichtigen Verkehrsachse in Richtung Osten. Der RE1 ist eine Pendler-Strecke unter anderem fĂŒr die Mitarbeiter des einzigen europĂ€ischen E-Autowerks von Tesla in GrĂŒnheide. Die Bahn rechnet mit insgesamt 16.000 Reisenden tĂ€glich. Der neu gebaute Bahnhof, der nĂ€her am Tesla-Werk liegt als die bisherige Verkehrsstation, soll unter anderem den Einsatz lĂ€ngerer ZĂŒge ermöglichen.

Die geschlossene alte Bahnhofs-Station Fangschleuse war in der Vergangenheit laut Bahn zu Hauptverkehrszeiten stark belastet. ZunĂ€chst soll der RE1 einmal pro Stunde halten. Ab dem 25. August soll Fangschleuse dann zweimal pro Stunde bedient werden, wie es hieß.

"Es ist natĂŒrlich noch eine Baustelle", hatte Verkehrsminister Crumbach einige Tage vor der Öffnung des Bahnhofs im Rbb-Inforadio gesagt. "Es wird ein paar Schwierigkeiten geben."

Noch Arbeiten fĂŒr GĂŒterverkehr auf der Schiene

Zudem soll die neue Landesstraße L386, die den Bahnhof mit der Autobahnauffahrt Freienbrink-Nord verbinden soll, voraussichtlich 2027 fertig werden. Provisorische Routen werden bis dahin genutzt.

Zu dem Bahnhof fĂŒhrt ein bereits vor kurzem fertiggestellter Geh- und Radweg zwischen dem Bahnhof Fangschleuse und der Gemeinde GrĂŒnheide. Die neue Verbindung verbessere "die Erreichbarkeit des neuen Bahnhofs fĂŒr den Berufs- und Schulverkehr", hieß es vom Verkehrsministerium.

Ganz fertig ist der neue Bahnhof nicht: Die Bauarbeiten fĂŒr den GĂŒterverkehr gehen weiter, um mehr Lkw-Fahrten auf die Schiene zu verlagern. In der NĂ€he liegt das Gewerbegebiet Freienbrink, in dem auch die Tesla-Fabrik liegt.

3.500 neue ArbeitsplÀtze bei Tesla geplant

Das Unternehmen von Elon Musk, in dem zuletzt um die 11.000 Menschen arbeiteten, will seine Produktion in GrĂŒnheide hochfahren. Inklusive der PlĂ€ne zur Batteriezellfertigung sollen 3.500 ArbeitsplĂ€tze neu entstehen, wie Tesla angekĂŒndigt hatte. Ab Oktober soll damit begonnen werden, das Produktionsvolumen um ein weiteres FĂŒnftel auf 7.500 Fahrzeuge pro Woche zu steigern.

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