Daimler Truck legt Latte fĂŒr Umsatz und Gewinn niedriger - Aktie fĂ€llt
31.07.2024 - 22:18:31 | dpa.deSowohl beim Umsatz als auch bei der ProfitabilitĂ€t im Konzern machten die Schwaben am Mittwochabend nach Börsenschluss Abstriche. Mit den bereits Mitte Juli vorgelegten vorlĂ€ufigen Zahlen zum zweiten Jahresviertel hatte das Management um Chef Martin Daum die Ziele bereits auf den PrĂŒfstand gestellt. Besonders in Asien und Europa sieht es mau aus fĂŒr den WeltmarktfĂŒhrer von Schwerlast-Lkw.
Das Papier fiel auf der Handelsplattform Tradegate gegenĂŒber dem Xetra-Schluss um 3,2 Prozent. Seit dem Höhenflug im MĂ€rz und April ist der Kurs auf dem absteigenden Ast, weil die Probleme hinsichtlich der wirtschaftlichen Lage in vielen Regionen immer deutlicher wurden und der Auftragseingang weiter rĂŒcklĂ€ufig war. Der Kursgewinn seit Jahresanfang droht damit im Haupthandel zunichte gemacht zu werden.
Beim Umsatz werde jetzt mit einem Wert zwischen 53 Milliarden Euro und 55 Milliarden Euro gerechnet, teilte der im Dax DE0008469008 notierte Konzern in Leinfelden-Echterdingen bei Stuttgart mit. Die bisherige Spanne hatte jeweils um zwei Milliarden Euro ĂŒber der neuen gelegen. FĂŒr den Gewinn vor Zinsen und Steuern (Ebit) prognostiziert das Unternehmen jetzt einen deutlichen RĂŒckgang. Bislang hatte Daimler Truck einen operativen Gewinn in Vorjahreshöhe in Aussicht gestellt. Deutlicher RĂŒckgang heiĂt bei Daimler Truck ein Minus von mindestens 15 Prozent ausgehend vom Vorjahreswert 5,18 Milliarden Euro - bestenfalls dĂŒrften es also noch 4,4 Milliarden Euro werden.
Die zentrale Kennzahl fĂŒr die ProfitabilitĂ€t - die bereinigte Ergebnismarge vor Zinsen und Steuern im IndustriegeschĂ€ft, also ohne Finanzdienstleistungen gerechnet - senkte Daimler Truck auf 8 bis 9,5 Prozent. Bisher standen 9 bis 10,5 Prozent im Plan der neuen Finanzchefin Eva Scherer. Auch beim Finanzmittelfluss rechnet der Konzern jetzt nicht mehr mit einem leichten Anstieg, sondern nur noch mit dem Vorjahresniveau.
Grund fĂŒr die geringere Ertragskraft sind die GeschĂ€fte in Europa und Asien und mit Finanzierungen. In Europa und Asien senkte das Unternehmen auch die Absatzerwartungen unter die bisher angepeilten Spannen. In Asien hatte die Abschreibung des Gemeinschaftsunternehmens BFDA belastet. In Europa kommen die NutzfahrzeugmĂ€rkte wegen der schwachen Wirtschaftslage derzeit nicht ins Rollen. Spediteure ĂŒberlegen sich dreimal, ob sie aktuell viel Geld fĂŒr neue Laster ausgeben.
Bei der Renditeperle, dem NordamerikageschÀft, brummt es aber weiter. Hier geht Chef Daum jetzt sogar vom oberen Ende der Spanne bei der operativen Marge aus. Auch in der vergleichsweise kleinen Bussparte lÀuft es etwas besser.
Der Nutzfahrzeughersteller hatte bereits Mitte Juli die Eckdaten fĂŒr das zweite Quartal vorgelegt und dabei die Erwartungen enttĂ€uscht. Das bereinigte Ergebnis vor Zinsen und Steuern im Konzern rutschte demnach um 18 Prozent auf 1,17 Milliarden Euro ab. Die operative Marge im IndustriegeschĂ€ft lag um einen Prozentpunkt niedriger bei 9,3 Prozent. In China hatte Daimler Truck wegen der schwachen Marktentwicklung den Buchwert seines Gemeinschaftsunternehmens BFDA (Beijing Foton Daimler Automotive) komplett abgeschrieben, was dem Unternehmen 120 Millionen Euro an Belastungen einbrockte.
An diesem Donnerstag sollen die detaillierten Zahlen vorgelegt werden. Interessant dĂŒrfte sein, wie das Management die Erholungschancen auf dem schwachen europĂ€ischen Markt einschĂ€tzt. DarĂŒber hinaus könnte das Abschneiden der Sparte Mercedes-Benz auch weitere Nebenwirkungen haben: Mercedes-Benz-Chefin Karin Radström gilt als AnwĂ€rterin auf die Nachfolge von Vorstandschef Daum, dessen Vertrag im kommenden FrĂŒhjahr auslĂ€uft. Sie hat dem Vernehmen nach in Technikchef Andreas Gorbach aber auch mindestens einen Rivalen um den Posten.
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