Amazon fÀhrt Investitionen in Deutschland hoch
18.09.2025 - 10:16:54 | dpa.de2024 seien hierzulande rund 14 Milliarden Euro investiert worden und damit etwa zwei Milliarden mehr als im Jahr 2023, teilte das US-Unternehmen in MĂŒnchen mit. FĂŒr das Geld gebaut wurden unter anderem neue Standorte in Horn-Bad Meinberg (NRW), Dummerstorf (Mecklenburg-Vorpommern) und Erfurt (ThĂŒringen). Seit 2010 seien Investitionen ĂŒber insgesamt etwa 90 Milliarden Euro gestemmt worden.
Zu den geplanten Ausgaben fĂŒr 2025 und 2026 wollte sich Deutschlandchef Rocco BrĂ€uniger nicht konkret Ă€uĂern, sagte aber: "Wir werden weiter sehr, sehr stark investieren." In Bietigheim (Baden-WĂŒrttemberg), Könnern (Sachsen-Anhalt) und Rohr (Bayern) sollen bald neue Logistikzentren entstehen. In so einem Zentrum lagert Amazon die Waren, damit sie ĂŒber das Internet verkauft werden. "Wir mĂŒssen nah beim Kunden sein", sagt der Manager, dessen Firma verstĂ€rkt auch auf "Same Day Delivery" setzt: Manche Produkte können am Nachmittag bestellt werden und sind noch am Abend desselben Tages beim Kunden.
Amazon hat in Deutschland inzwischen etwa 40.000 BeschĂ€ftigte und damit 4.000 mehr als ein Jahr zuvor. Sie sind in Logistik-, Sortier- und Entwicklungszentren sowie an anderen Standorten tĂ€tig. Hinzu kommen noch Zusteller, die als Subunternehmer Pakete fĂŒr Amazon ausfahren.
Alexa soll auch SÀchsisch gut verstehen können
Amazon betreibt auĂerdem Entwicklungsstandorte, an denen an Verbesserung der Dienstleistung getĂŒftelt wird. Am Aachener Standort arbeiten Entwickler daran, dass der Sprachassistent Alexa besser wird. "Unter anderem geht es um SprachverstĂ€ndnis - dass Alexa SĂ€chsisch genauso gut versteht wie Bayerisch und Norddeutsch", sagt Amazon-Deutschlandchef BrĂ€uniger.
Die Cloud-Sparte des US-Konzerns, Amazon Web Service (AWS), hat bis 2026 Investitionen ĂŒber 8,8 Milliarden Euro in ihre Infrastruktur in der Region Frankfurt angekĂŒndigt. Das Beispiel AWS verdeutlicht das wachsende Interesse des US-Konzerns in Deutschland, wo es im Zeitraum 2014 bis 2023 9,6 Milliarden Euro in Deutschland RechenkapazitĂ€ten und andere Bereiche investierte - nun wird ein Ă€hnlich hoher Betrag nicht mehr in zehn Jahren ausgegeben, sondern in nur drei Jahren.
Amazon ist mit groĂem Abstand MarktfĂŒhrer, zu den deutlich kleineren Konkurrenten gehört der Hamburger Online-HĂ€ndler Otto. SchĂ€tzungsweise 60 Prozent des Online-Handels in Deutschland entfallen auf den US-Riesen. Die Marktmacht ist so groĂ, dass Deutschlands oberste WettbewerbshĂŒter Amazon kritisch beĂ€ugen und schon mehrere Verfahren eingeleitet haben - das Bundeskartellamt misst der Firma eine "ĂŒberragende" marktĂŒbergreifende Bedeutung fĂŒr den Wettbewerb bei.
Digitalkonzern setzt auf KI
FĂŒr Amazon werden Anwendungen der KĂŒnstlichen Intelligenz (KI) immer wichtiger. So können Verbraucher sich Produktrezensionen anderer KĂ€ufer zusammenfassen lassen oder nach einem speziellen Thema fragen. In den USA stellte das Unternehmen kĂŒrzlich einen KI-Assistenten fĂŒr Unternehmen vor, die ihre Waren ĂŒber Amazon - also den Amazon-Marktplatz - verkaufen. Das KI-Tool soll den Unternehmern die Arbeit erleichtern und etwa selbststĂ€ndig Ware nachbestellen, wenn sie in einem Amazon-Lager allmĂ€hlich zu Neige geht.
AuĂerdem kann der KI-Assistent WerbemaĂnahmen fĂŒr Produkte einleiten sowie Befehle zur Lagerung oder PreisĂ€nderung erteilen. Der Unternehmer kann dabei entscheiden, wie viel Autonomie der KI-Assistent bekommt. In Deutschland soll das KI-Tool in den nĂ€chsten Monaten herauskommen.
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