Tusk: Keine Vereinbarungen zur Ukraine ohne Polen
09.06.2026 - 20:13:16 | dpa.deDies habe er auch Bundeskanzler Friedrich Merz in einem Telefonat zu verstehen gegeben, sagte Tusk in Warschau, wie die Nachrichtenagentur PAP meldete.
"Ich habe gesagt, dass aus polnischer Sicht Vereinbarungen, an denen Polen nicht beteiligt ist, von uns nicht respektiert werden", sagte Tusk demnach. "Polen ist ein absolut unverzichtbares Bindeglied, um ernsthaft ĂŒber die Zukunft der Ukraine und der Region zu sprechen."
Kanzler informierte Tusk ĂŒber Treffen
Merz, der britische Premier Keir Starmer, der französische PrĂ€sident Emmanuel Macron und der ukrainische Staatschef Wolodymyr Selenskyj hatten sich am Sonntag in London getroffen. Dort stimmten sie eine europĂ€ische Haltung zu Russland und zu GesprĂ€chen ĂŒber ein Kriegsende ab.
Merz unterrichtete nach eigenen Angaben am Dienstag Tusk ĂŒber dieses Treffen. Tusk und er seien sich einig ĂŒber den Kurs an der Seite der Ukraine, schrieb der Kanzler auf dem Portal X. "Wir werden weiter eng koordinieren - dieser Krieg muss jetzt ein Ende finden."
E3, E5 oder noch mehr?
Tusk berichtete, dass auch die italienische Regierungschefin Giorgia Meloni von dem E3-Format nicht begeistert sei. Er sprach von einem baldigen Treffen mit Polen und Italien im Format E5. Der polnische MinisterprÀsident gestand aber ein, dass auf diese Weise immer mehr Staaten Anspruch auf Teilnahme erheben könnten und der GesprÀchsprozess schwierig werde.
Polen ist als Nachbar und VerbĂŒndeter der Ukraine sowie als Eckstein der Sicherheit von EU und Nato im Osten wichtig. Politisch blockiert sich Polen derzeit aber durch den Streit zwischen PrĂ€sident Karol Nawrocki und Tusks Regierung, wer das Land nach auĂen vertritt. Das E3-Format lĂ€sst auch die nordischen LĂ€nder Finnland, Schweden, DĂ€nemark und Norwegen auĂen vor, die wichtige politische wie militĂ€rische UnterstĂŒtzer der Ukraine sind.
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